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Lange Schlange vorm 96-Ticketschalter

Für das Derby wird die Nacht zum Tag

Um an die wenigen Karten für das Derby gegen Eintracht Braunschweig zu kommen, schlugen sich viele 96-Fans die Nacht um die Ohren. Am Freitagmorgen standen Hunderte Fußballfans vor dem Ticketschalter an der AWD-Arena.

veröffentlicht am 27.09.2013 um 16:34 Uhr
aktualisiert am 30.09.2013 um 00:15 Uhr

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Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig. Auch wenn sportlich noch Welten zwischen beiden Klubs liegen, so hat dieses Spiel doch seinen besonderen Reiz. Dabei sein in der HDI-Arena ist alles am 8. November! Um an eine Karte zu kommen, kann man sich ruhig mal die Nacht um die Ohren hauen. Das hat sich zumindest Sascha Woepke gedacht. Der 45-Jährige aus Isernhagen stand am Freitagmorgen bereits um 1 Uhr früh vor den Kassenhäuschen der Arena an der Robert-Enke-Straße. Lange blieb Woepke jedoch nicht allein, denn schon um 2.45 Uhr gesellte sich Mark Christl (34) aus Seelze dazu. Er hatte vorher wenigstens noch eine Mütze Schlaf genommen.

Danach ging es Schlag auf Schlag, und als um 5 Uhr der 96-Ordnungsdienst erschien, da hatte sich bereits eine zehn Meter lange Schlange aus 96-Mitgliedern gebildet. Als um 10 Uhr endlich die acht Kassen geöffnet wurden, standen bereits Hunderte an – und es gab, vom HCC ausgeschenkt, heißen Kaffee und Tee.

Gegen 11 Uhr wurde die Schlange etwas kürzer, aber es kamen immer wieder Fans nach, die noch Karten ergattern wollten. „Für das Spiel stellt man sich gern mal an, und es hat sich ja gelohnt“, sagte – mit zwei Eintrittskarten winkend – Tim Holler. Zwei Stunden lang hatte er angestanden. „Wer weiß“, sagte er mit Blick auf die Tabellensituation der Braunschweiger, „wann es diese Ansetzung wieder geben wird.“ Die Erwartungen des 19-Jährigen an die Partie sind klar: „Ein 96-Sieg und ein paar Tore mehr als sonst.“

Ähnlich sieht es Hans-Dieter Lieven. „Für kein anderes Spiel hätte ich mich gut zwei Stunden irgendwo hingestellt, um Karten zu kriegen“, sagte der 61-Jährige. „96 gegen den BTSV, das gibt es nicht so oft. Das letzte Derby in Hannover ist schon so lange her, daran habe ich kaum noch Erinnerungen.“ Er hofft, dass es rund um das Spiel ruhig bleibt, erwartet aber drumherum Krawalle und Auseinandersetzungen.

Drei Stunden hatte Dirk Scherl warten müssen, ehe er freudestrahlend die Tickets in Empfang nahm. „Ich werde mit meinem 16-jährigen Sohn hingehen“, sagte der Geschäftsmann. Auch er befürchtet Ausschreitungen, Angst davor hat er aber nicht. „Wir haben Plätze, die weit weg sind von den Fanblöcken – und außerhalb des Stadions versuchen wir, einen großen Bogen um alles zu machen, was nach Gefahr aussieht.“

Ungeteilte Freude herrschte auch bei Lothar von der Heide vor, der sich mit seiner Frau Monika zwei Stunden lang angestellt hatte. „Damit hatten wir ungefähr gerechnet“, sagte er, „und jetzt sind froh, dass wir dabei sind. Aber nachts um eins hätten wir uns nie und nimmer angestellt ...“

Um 14.30 Uhr schlossen schließlich die Kassenhäuschen; alle Mitglieder, die angestanden hatten, waren mit Tickets versorgt worden, gleichzeitig hatte 96 auch online noch Karten verkauft. Jetzt gibt es noch ein Restkontingent von etwa 1000 Karten. „Wir haben den Vorverkauf ja vorverlegt“, sagte Stadionchef Thorsten Meier, „darum haben wir einige Tickets zurückbehalten. Sie werden Anfang Oktober angeboten.“ Dann stehe auch fest, wie viele Karten für die Gastmannschaft bestimmt sind.

Klar sei bisher, dass die Oberrangblöcke S 15 bis S 19 an die Eintracht-Fans gehen. Über das Kontingent im Unterrang wird noch gesprochen mit Polizei und BTSV-Vertretern. „Es wird aber im Gegensatz zu anderen Spielen auf jeden Fall einen Puffer zu den anderen Blöcken geben“, sagte Meier. Es ist eben ein besonderes Spiel – leider in jeder Hinsicht.



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