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Burak Karan

Früheres 96-Talent in Syrien getötet

Er hätte wohl Fußball-Profi werden können. Stattdessen gab Burak Karan, der auch zwei Jahre für Hannover 96 spielte, mit 20 die Bundesliga-Karriere auf – und wurde zum Islamisten. Jetzt starb er im syrischen Bürgerkrieg.

veröffentlicht am 18.11.2013 um 15:09 Uhr
aktualisiert am 18.11.2013 um 16:08 Uhr

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Das ehemalige 96-Talent Burak Karan ist offenbar bei Kämpfen in Syrien ums Leben gekommen. Deutsche Sicherheitskreise bestätigten am Montag entsprechende Berichte der „Bild“-Zeitung und des Nachrichtenmagazins „Focus“. Der junge Mann sei schon vor längerer Zeit ins Visier der deutschen Sicherheitsbehörden geraten, hieß es. Er habe sich radikalisiert und sei etwa bei gewalttätigen Demonstrationen in Erscheinung getreten.

Die beiden Blätter berichteten, der zuletzt für Alemannia Aachen spielende Junioren-Nationalspieler habe vor einigen Jahren seine Karriere beendet und sei zum Islamisten geworden. Laut „Bild“ starb der 26-Jährige am 11. Oktober bei einem Luftangriff in Syrien. „Focus“ hatte in der vergangenen Woche berichtet, Karan sei bei einem Schusswechsel mit kurdischen Einheiten an der Grenze zur Türkei ums Leben gekommen. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte lediglich, man bemühe sich um weitere Aufklärung des Sachverhalts.

Der gebürtige Wuppertaler hatte zwei Jahre für Hannover 96 gespielt. Von 2005 bis 2006 lief er für die Junioren der Roten auf, in der folgenden Saison spielte er für die Regionalliga-Mannschaft. Anschließend wechselte er zur zweiten Mannschaft von Alemannia Aachen. In der deutschen U17-Auswahl hatte Karan mit heute erfolgreichen Profis trainiert – zu seinen Kollegen zählten Nationalspieler Sami Khedira (Real Madrid), Kevin-Prince Boateng (Schalke 04), Dennis Aogo (Schalke 04) und Alexander Baumjohann (Hertha BSC). Insgesamt siebenmal stand er in der U16 und der U17 für Deutschland auf dem Platz.

Für die Alemannia bestritt er 2008 sein letztes Spiel – dann kehrte er mit nur 20 Jahren der Karriere als Profi-Fußballer den Rücken. „Burak sagte mir, Geld und Karriere seien ihm nicht wichtig“, zitiert die „Bild“-Zeitung den Bruder des Toten. Stattdessen habe er sich Videos aus Kriegsgebieten angesehen und Mitleid mit den Opfern gehabt. „Er begann, nach Wegen zu suchen, seinen Glaubensbrüdern helfen zu können.“

Karans Bruder wehrt sich jedoch gegen die Darstellung, der junge Mann sei als radikaler Kämpfer in den Bürgerkrieg gezogen. Er sei mit seiner Familie an die türkische Grenze gereist, um die Verteilung von Hilfsgütern zu organisieren. „Wenn er sich bewaffnet hat, dann um die Transporte zu schützen.“ Ein Video, das Karan mit einer Maschinenpistole bewaffnet zeige, sei nach seinem Tod ins Netz gestellt worden. „Möglich, dass jemand ihn vor seinen Karren spannen will“, sagte der Bruder.



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