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96 vs. Braunschweig

Fragen und Antworten zum Derby-Tag

Wie viele Polizisten sind am Sonntag im Einsatz? Wie viele Fans aus Hannover werden in Braunschweig erwartet? Was passiert auf den Bahnhöfen? Was können friedliche Fußballfans am Sonntag im Stadion tun? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Derby Hannover 96 gegen Braunschweig.

veröffentlicht am 02.04.2014 um 20:25 Uhr
aktualisiert am 05.04.2014 um 00:16 Uhr

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In Hannover und Braunschweig sorgt am Sonntag ein Großaufgebot der Polizei für die Sicherheit während des Derbys. Die 2600 Beamten der Landespolizei werden verstärkt durch rund 700 Kollegen der Bundespolizei.

Nach bisherigen Prognosen kommen zu den 2200 Fans von Hannover 96, die per Losverfahren Eintrittskarten für das Spiel bekommen haben, rund 1000 Fußballchaoten, die ohne Tickets von Hannover in die Nachbarstadt kommen wollen. Rund 500 Hannoveraner wollen am Sonntag in der Braunschweiger Innenstadt für mehr Reisefreiheit bei Fußballspielen demonstrieren. Die Stadt hatte den Demonstranten einen Marsch durch die Stadt untersagt, deswegen müssen sie auf einer Fläche neben dem Hauptbahnhof protestieren. Zudem soll die Kundgebung in der Zeit zwischen 14 und 16 Uhr stattfinden – Anpfiff des Spiels ist um 15.30 Uhr.

Die 2200 hannoverschen Derbykartenbesitzer werden am Sonntag mit rund 50 Bussen vom Schützenplatz ins etwa 70 Kilometer entfernte Braunschweiger Stadion gebracht. Sie fahren in kleinen Konvois zu je sieben Fahrzeugen. Alle Busfahrten werden von der Polizei begleitet. „Die ersten Busse verlassen Hannover gegen 11.30 Uhr, der letzte fährt um 13.30 Uhr ab“, sagt Braunschweigs Polizeisprecher Thomas Geese. Auf diese Weise soll der Strom der Gästefans besser kanalisiert werden. Problematisch könnte sich die Abreise gestalten. Denn nach dem Schlusspfiff ist eine zeitversetzte Rückreise der Fans nach Hannover nicht möglich. Dann strömen 2200 Anhänger der „Roten“ mit einem Schlag in die Busse.

Die ungewöhnliche An- und Abreise stößt nicht bei allen Fans auf Zustimmung, denn unter den Busreisenden sind auch die rund 250 Auswärtsdauerkartenbesitzer. Die meisten von ihnen gehören Gruppierungen der sogenannten Ultras an. In einschlägigen Internetforen rufen sie dazu auf, die Abfahrt der Busse zu blockieren oder die Fahrzeuge auf der Anreise derart massiv zu beschädigen, dass sie ihre Fahrt nicht fortsetzen können. „Wir sind auf alles vorbereitet“, sagt Behördensprecher Geese.

Die Bundespolizei hat eine offizielle Verfügung erlassen. Sie betrifft die Bahnhöfe in Hannover und Braunschweig, sowie alle Zugverbindungen zwischen den beiden Städten zwischen 5 und 22 Uhr. In diesem Zeitraum ist es strikt verboten, Glasflaschen und pyrotechnische Gegenstände mit sich zu führen. Wer gegen die Auflagen verstößt, bekommt einen Platzverweis und muss 250 Euro bezahlen. Der Schritt war notwendig geworden, weil betrunkene Fußballchaoten in der Vergangenheit Glasflaschen auf Polizisten und gegnerische Fans geworfen und bei der Einfahrt der Züge in den Bahnhof Böller und bengalische Feuer gezündet hatten. Wegen des Niedersachsenderbys kann es also am Sonntagvormittag und am frühen Abend zu Behinderungen kommen.

Wie im Hinspiel wird die Polizei auch im Derby-Rückspiel am Sonntag alles daran setzen, die beiden Lager konsequent voneinander zu trennen. Dabei profitieren die Einsatzkräfte in Braunschweig von den Erfahrungen ihrer Kollegen in Hannover. Vertreter der Braunschweiger Behörde hatten bereits im November den Derby-Einsatz in der Landeshauptstadt begleitet. Damals hatten Einsatzleiter Guido von Cyrson auf konsequente Deeskalation gesetzt. Immer und immer wieder wurden Fußballchaoten aufgefordert, den Anweisungen der Beamten Folge zu leisten. Erst nach mehrmaliger Ermahnung schritten die Einsatzkräfte vereinzelt zur Tat, nahmen Störer in Gewahrsam, setzten lediglich einmal den Wasserwerfer ein. Auch als die Fans beider Lager massiv Pyrotechnik in den Fanblöcken entzündeten, bewahrte die Polizei Ruhe. Es gab keine Hundertschaft, die die betroffenen Blöcke stürmte, um die Zündler aus dem Stadion zu holen. Die Einsatzleitung setzte ganz auf die neue Überwachungstechnik und den Umstand, dass viele Straftäter später mit Hilfe des Videomaterials identifiziert werden können. Das ist auch geschehen.

Die Gewerkschaft der Polizei appelliert vor dem Rückspiel am Sonntag an die Besonnenheit der Fans. „Wenn einzelne oder Gruppen die sportliche Rivalität überschreiten, sollten die echten Fans dies im Stadion mit Buhrufen und Pfiffen quittieren“, sagt Gewerkschaftschef Dietmar Schilff. Gleichzeitig nimmt er auch die beiden Mannschaften in die Pflicht.Von ihnen erwartet er am Sonntag ebenfalls eindeutige Signale in Bezug auf die Fans. Dabei wäre bereits beiden Teams geholfen, wenn sich alle 22 Spieler voll auf den Fußball konzentrieren würden, war doch das Hinspiel nicht gerade mit Höhepunkten gespickt. Das Glück jedenfalls dürfe am Sonntag den „Roten“ hold sein. Immerhin wird die Begegnung ausgerechnet am 96. Tag des Jahres angepfiffen.



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