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96 im Abstiegskampf

Es wird schon

96 steckt im Abstiegskampf – die Spieler scheinen es noch nicht gemerkt zu haben. Das Verhalten und Bewusstsein der „Roten“ müssen sich schnellstens ändern.

veröffentlicht am 26.11.2013 um 21:39 Uhr
aktualisiert am 29.11.2013 um 00:15 Uhr

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96 steckt im Abstiegskampf. Der Klubchef hat seinen Trainer dennoch aus der Schusslinie genommen. Martin Kind hatte Mirko Slomka zwar zum Rapport bestellt, doch auch nach dem siebten sieglosen Bundesligaspiel in Folge steht er zu seinem Chefcoach. „Ich nehme an keiner Trainerdiskussion teil“, sagt der 69-Jährige. Kind will zwar weiterhin das Wirken Slomkas genauestens beobachten, noch intensiver will er aber bei der Mannschaft hinsehen. Er nimmt das Team, das zuletzt selten eines war, in die Pflicht.

Doch haben die Spieler von Hannover 96 den Ernst der Lage wirklich erkannt? Man darf es zumindest infrage stellen und hat eher den Eindruck: Die „Roten“ stecken im Abstiegskampf, doch einige Profis haben es noch gar nicht gemerkt.Zwei Aussagen sprechen dabei Bände. Ron-Robert Zieler musste seine Mannschaftskollegen nach dem uninspirierten Auftritt beim 1:3 in Hamburg ermahnen: „Dass wir in einer gefährlichen Situation sind, müssen jetzt endlich alle mal verstehen“, sagte er. Bezeichnender für die Haltung vieler 96er ist das, was Mittelfeldstratege Leon Andreasen sagt.

Was eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist, spricht er dem eigenen Team nämlich ab: „Einstellung, Kopf und Leidenschaft müssen besser werden.“ Der Däne fordert seine Nebenleute damit deutlich auf, endlich 100-prozentig dagegenzuhalten und alles zu geben, um die Krise zu beenden, den Verein wieder in ruhigere Tabellenregionen zu führen. Andreasens Aussage beinhaltet auch Kritik an der Disziplinlosigkeit seiner Mitspieler. Jede, aber auch jede Schiedsrichterentscheidung wird mittlerweile lautstark und gestenreich kommentiert. Auffällig ist auch die hohe Zahl der überflüssigen Fouls, die die 96-Spieler begehen. Kein Wunder, dass es Gelbe Karten (35) und Platzverweise (bereits vier) für die hannoverschen Profis nur so hagelt.

Verhalten und Bewusstsein der „Roten“ müssen sich schnellstens ändern. Spieler wie Mame Diouf oder Szabolcs Huszti müssen schleunigst ihr ausgeprägtes Ego in die Ecke stellen, andere wie Salif Sané oder Marcelo beherrschter auftreten; alle zusammen endlich kapieren, dass es einzig um Hannover 96 geht. Sonst, ja sonst droht ein Horrorszenario, das HAZ-Leser Heiko Warnecke malt: „Nach diesen Leistungen ist zu befürchten, dass die nächsten Spiele von 96 gegen Braunschweig in der 2. Liga stattfinden.“

96 in die 2. Liga? Natürlich ist das auf den ersten Blick schier ein Ding der Unmöglichkeit. Die „Roten“ haben den teuersten Kader der Vereinsgeschichte, sie sind aufgestellt wie ein Europa-League-Teilnehmer, und sie haben viel – derzeit verborgene – Qualität in der Mannschaft. Sie sind zu stark für den Abstiegskampf. Und genau das denken auch viele der Spieler. Es wird schon, lautet ihr Motto. Da sind welche hinter uns, die sind doch viel schwächer als wir.Und hier kommt die entscheidende Einschränkung: eigentlich. Das haben vor ihnen nämlich schon genügend andere Mannschaften gedacht, die ähnlich ambitioniert gestartet waren. Es gibt in der Geschichte der Bundesliga genügend Beispiele für Klubs, die sich für viel zu stark für den Abstiegskampf hielten. Die Rechnung kam dann am Ende der Saison, plötzlich fand man sich dort wieder, wo man nie wieder hinwollte: in der 2. Liga.



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