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Trübe Stimmung bei 96- und Eintracht-Fans

Eintracht Scheunentor

Die „Roten“ und ihren heutigen Gegner Eintracht Frankfurt eint nicht nur die trübe Stimmungslage bei den Fans.

veröffentlicht am 01.11.2014 um 10:33 Uhr
aktualisiert am 03.11.2014 um 00:29 Uhr

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Es herrscht keine gute Stimmung im Umfeld von Eintracht Frankfurt, und interessant an dem Satz ist: Man könnte ihn ähnlich auch über Hannover 96 schreiben. Beide Klubs sind in der Woche im DFB-Pokalwettbewerb ausgeschieden, beide Mannschaften haben zuletzt die Nerven ihrer Fans arg strapaziert mit Auftritten, wechselhaft wie das Wetter im Herbst.

96 schien nach dem 1:0-Sieg bei Borussia Dortmund auf dem Weg der Besserung und legte drei Tage später beim Zweitligisten VfR Aalen einen indiskutablen Pokalauftritt hin, sodass der Erfolg in der Bundesliga im Nachhinein wie ein Zufallsprodukt aussieht. Die Eintracht, zuletzt mit drei Pflichtspielniederlagen in Folge, brachte am vergangenen Spieltag beim 4:5 gegen den VfB Stuttgart die extremen Schwankungen gleich komplett in 90 Minuten unter.

Eine weitere Gemeinsamkeit: Die Tabellensituation passt nicht zur Stimmung im Umfeld: 96 ist nach dem 9. Spieltag als Siebter nur einen Platz und einen Punkt von einem Europa-League-Rang entfernt, Frankfurt als Elfter liegt nur einen Punkt hinter den Hannoveranern. Und doch diskutieren die Fans eher, wie weit ihre Mannschaften in den kommenden Wochen nach unten durchgereicht werden.

Auch über die Spielweise wird diskutiert, wobei die Hannoveraner gerne hätten, was die Frankfurter besitzen – und umgekehrt. Eintracht-Stürmer Alexander Meier hat bislang sechs Tore erzielt – so viele wie alle 96-Profis zusammen. Umgekehrt schauen sie bei den Hessen angesichts von 18 Gegentoren neidisch auf die erst elf Tore, die 96-Schlussmann Ron-Robert Zieler in neun Begegnungen kassieren musste.

96-Fans schimpfen über die schwache Offensive ihrer Mannschaft, in Frankfurt hat Jürgen Grabowski die Abwehr als „Scheunentor“ bezeichnet. Grabowski war 1974 Weltmeister, er ist eine Eintracht-Legende, er darf so etwas sagen. Dass Mittelfeldspieler Marco Russ den prominenten Kritiker daraufhin einen „Vollexperten“ nannte, „der in den zwanziger Jahren gespielt hat“, war zwar eigentlich ein witziger Konter. Aber an Vereinslegenden sollte man lieber nicht seine Schlagfertigkeit testen – erst recht nicht, wenn die Vereinslegende nebenbei Kolumnist der „Bild“-Zeitung ist.

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