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Kommentar zum Dufner-Rücktritt

Ein Schlussstrich – mit lauter Verlierern

Ein endloses Missverständnis hat nun doch ein überraschend schnelles Ende gefunden. Dirk Dufner und Hannover 96 haben nie richtig zusammengepasst. Für Martin Kind ist der fluchtartige Abgang Dufners entweder eine schallende Ohrfeige oder ein Segen – je nach Sichtweise.

veröffentlicht am 04.08.2015 um 19:42 Uhr
aktualisiert am 07.08.2015 um 00:28 Uhr

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Der 96-Clubchef hatte seinen Sportdirektor im Juni im Amt belassen, obwohl er ihm vorher mehrfach das Vertrauen abgesprochen und auch von Trennung geredet hatte. Der 71-jährige Kind hat damit eine Entscheidung getroffen, die einer Trotzreaktion auf das Votum seiner Mitgesellschafter gegen Dufner glich. Er wollte damals anscheinend klarmachen, wer das Sagen im Verein hat.

Andersherum hat Kind die 96-Zukunft ohnehin ohne Dufner geplant, dessen Vertrag Mitte 2016 endet. Ihm war immer bewusst, dass die ganze „Dufner raus“-Debatte schon nach einem missglückten Saisonstart, spätestens aber, wenn es in der Bundesliga nicht läuft, im Winter wieder aufkommen würde.

So ist ein Schlussstrich gezogen worden – und es gibt nur Verlierer. Dufner, weil er es mit viel Geld für noch mehr Durchschnitt in den vergangenen Jahren nicht geschafft hat, ein Team mit Spielertypen hinzustellen, die sich mit dem Verein, der Stadt und den Menschen hier identifizieren, wie es etwa Steven Cherundolo oder Altin Lala taten. Auch in der aktuellen Mannschaft scheinen solche Spielertypen zu fehlen. Die 96-Fans jedenfalls blicken sehr skeptisch auf das neue Team.

Kind muss sich eingestehen, dass er bei der Sportdirektor-Suche mal wieder daneben gegriffen und eine Entscheidung zum wiederholten Male zu lange hinausgezögert hat. Sieht man einmal vom Dufner-Vorgänger Jörg Schmadtke ab, lag der Clubchef zu oft falsch. Ricardo Moar, Christian Hochstätter, Wolfgang Levin oder Ilja Kaenzig sind warnende Beispiele – und fast alle Trennun-gen zogen sich endlos hin. Jetzt muss sich Kind wieder auf die Suche begeben. Der einzige Vorteil ist, dass er jetzt nichts übers Knie brechen muss. Die nächste Transferperiode ist erst wieder im Winter. Bleibt zu hoffen, dass der Neue dann nicht allzu viel gerade biegen muss.



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