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Rücktritt von Michael Frontzeck

Ein nicht ganz freiwilliger Abgang

Michael Frontzeck spürte kein Vertrauen mehr und erklärte am Montag seinen Rücktritt als Trainer von Hannover 96. Dabei hatte er seine Zuversicht nicht verloren: Wir hätten den Klassenerhalt erneut geschafft“, war er sich sicher. Dennoch warf er das Handtuch - allerdings nicht ganz freiwillig.

veröffentlicht am 21.12.2015 um 21:46 Uhr
aktualisiert am 24.12.2015 um 00:51 Uhr

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Im Mai hatte Trainer Michael Frontzeck die Mannschaft von Hannover 96 am letzten Spieltag vor dem Abstieg bewahrt, nun verzichtete der 51-Jährige darauf, seinen Job beim Fußball-Bundesligisten zu retten.In einem Telefonat teilte Frontzeck Montagmorgen 96-Geschäftsführer Sport Martin Bader . Er sei nach „reiflicher Überlegung zu dem Schluss gekommen, meine Arbeit bei 96 zu beenden. Geschlossenheit und Vertrauen sind gerade in unserer Situation die Grundvoraussetzung, um erfolgreich zu arbeiten. Ich habe aktuell im Umfeld von Hannover 96 nicht mehr dieses Vertrauen gespürt. Ich bin nicht amtsmüde und immer noch davon überzeugt, dass wir den Klassenverbleib erneut geschafft hätten“, erklärte Frontzeck, der erst im April die Nachfolge von Tayfun Korkut als 96-Coach angetreten hatte.

Fehlendes Vertrauen für Frontzeck gab es in mehreren Bereichen. Mit jeder Niederlage wuchs die Kritik der Fans an der Arbeit des ehemaligen Nationalspielers, der mit den „Roten“ die Hinrunde auf einem Abstiegsplatz mit lediglich 14 Punkten beendete. Auch fehlte Frontzeck die absolute Rückendeckung von Clubchef Martin Kind. Der 96-Boss sagte nach der 0:1-Niederlage am Sonnabend gegen den FC Bayern zwar, dass er davon ausgehe, dass Frontzeck auch in der Rückrunde noch 96-Trainer sei, . Ob Frontzeck mit seinem Rücktritt einer Entlassung nur zuvorgekommen ist oder der Verein ihm die Möglichkeit eingeräumt hat, ohne Rauswurf sein Gesicht zu wahren, bleibt jedoch Spekulation.

Die Trennung von dem 51-Jährigen hatte am Sonntagabend bereits die „Neue Presse“ verkündet, was 96 umgehend dementierte und auch Montag als „Falschmeldung“ bezeichnete. „Das ist falsch gewesen, aber natürlich auch bei Michael angekommen“, sagte Bader, dadurch habe das Ganze an Tempo aufgenommen. Der ausschlaggebende Grund für den Rücktritt von Frontzeck sei die Meldung zwar nicht gewesen, Bader bezeichnete sie aber als „eines der Mosaiksteinchen, die zur Entscheidung von Michael geführt haben“. Das wies Frontzeck jedoch zurück: „Das interessiert mich wie ein Sack Reis, der irgendwo umfällt“, sagte der ehemalige Profi.

Im Interview mit dem Kicker legte Frontzeck am Abend dann nach: Eine Zeitung kann mich nicht persönlich unter Druck setzen. Gleichwohl habe den Bericht als Zeichen gesehen, was zum Rückrundenvorbereitung in Hannover losgewesen wäre: Das erste Testspiel im Trainingslager gegen Hertha BSC wäre schon mein erstes Schicksalsspiel gewesen, so Frontzeck gegenüber dem .Es sei für Hannover 96 in dieser Konstellation elementar wichtig, sauber in die Rückrunde zu starten. Und das dann begleitet von dem mutmaßlichen Rummel um meine Person? Ich habe erkannt, dass es schwer werden würde.

Nach der 0:1-Niederlage gegen Bayern München war die Enttäuschung bei Frontzeck zwar spürbar gewesen, wie ein Trainer, der vorhat, zwei Tage später hinzuschmeißen, wirkte er allerdings nicht. Im Gegenteil: Frontzeck hatte gesagt, dass sich 96 neu aufstellen werde zur Rückrunde und dann den Kampf um den Klassenerhalt mit Entschlossenheit annehmen werde. Für alle im Pressekonferenzraum war klar, dass auch Frontzeck vorhatte, weiterzukämpfen.

Wahrscheinlich auch deshalb nahmen viele Fans 96 die Rücktrittsgeschichte nicht richtig ab. „Wieder einmal schäme ich mich für 96“ oder „Ich glaube Bader kein Wort“. Sätze wie diese tauchten schon, während die Pressekonferenz von Bader noch lief, in den sozialen Netzwerken auf.

Bei der wollen die „Roten“ aufs Tempo drücken, eine Lösung noch vor Weihnachten sei jedoch nicht realistisch, sagte Bader. „Unsere Aufgabe ist es nun, bis zum Trainingsstart am 4. Januar 2016 einen neuen Cheftrainer zu verpflichten, der die Mannschaft auf die anspruchsvolle Rückrunde vorbereitet“, erklärte der Geschäftsführer. Gespräche mit möglichen Kandidaten habe es noch nicht gegeben.



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