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96 kann den Klassenerhalt feiern

Ein Dankeschön nach Augsburg

Geschafft! Tayfun Korkut und seine Mannschaft können feiern: Der Klassenerhalt ist gesichert. Was Hannover 96 am Freitag beim 0:0 gegen den VfB Stuttgart noch verpasste, besorgte nun der FC Augsburg mit einem Sieg gegen den Hamburger SV.

veröffentlicht am 27.04.2014 um 17:15 Uhr
aktualisiert am 30.04.2014 um 00:15 Uhr

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So viele Fans wie heute hatte der FC Augsburg in Hannover wohl noch nie. Und die Schwaben enttäuschten ihre temporären Anhänger in knapp 600 Kilometer Entfernung nicht. Durch den 3:1-Sieg über den Hamburger SV verstärkten sie nicht nur die Abstiegsängste bei den vom ehemaligen 96-Trainer Mirko Slomka betreuten Hanseaten, die Augsburger beseitigten zugleich die letzten kleinen Zweifel daran, dass Hannover 96 auch in der kommenden Saison in der Fußball-Bundesliga spielen wird. Zwei Tage nach dem trost- und torlosen Remis gegen den VfB Stuttgart, nach dem die „Roten“ von ihren eigenen Fans mit Pfiffen verabschiedet worden waren, hatten sie doch noch etwas zu Jubeln. Verbunden mit einem nicht zu kleinen Dankeschön in Richtung Augsburg.

In den verbleibenden zwei Saisonspielen geht es für die Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut nun nicht mehr darum, das erneute Abrutschen in den Abstiegsstrudel zu verhindern, an dessen Rand sich mit einem vermeintlich komfortablen Abstand von fünf Punkten lediglich noch die Stuttgarter ein bisschen Sorgen machen müssen. Doch die Aufgabe, die stattdessen auf die 96-Profis wartet, hat es trotzdem noch in sich. Denn das Vertrauen der eigenen Fans in die Mannschaft ist – das wurde am Freitag ganz deutlich – nicht zuletzt nach der indiskutablen Leistung im Derby gegen Eintracht Braunschweig spürbar erschüttert. Und wenn man erlebte, wie wenig Verständnis der eine oder andere Spieler im Kabinengang für die Pfiffe der Fans hatte, dann scheint es auch in der anderen Richtung einige Vorbehalte zu geben.

Das ist auch Klubchef Martin Kind nicht entgangen. „Natürlich hat das Braunschweig-Spiel zu gegenseitiger Belastung geführt“, sagte Kind. „Da muss jetzt wieder gegenseitiges Vertrauen aufgebaut werden.“ Und daher fordert er von der Mannschaft in den sportlich nahezu bedeutungslos gewordenen Partien am kommenden Sonnabend beim akut abstiegsgefährdeten 1. FC Nürnberg und eine Woche darauf in der heimischen HDI-Arena gegen den SC Freiburg auch ganz klar zwei Siege. „Die Mannschaft wird da sicherlich wieder befreiter aufspielen als gegen Stuttgart“, meint der Klubchef, der heute seinen 70. Geburtstag feiert. „Und wenn wir gegen Freiburg gewinnen, dann werden die Fans die Mannschaft sicherlich feiern, es gibt das eine oder andere Freibier, und es ist ein angemessener Saisonabschluss.“

Doch spannender als der Ausgang der beiden letzten Partie dieser Spielzeit ist der Ausblick auf das, was danach kommt. Denn vieles spricht dafür, dass 96 bei den Planungen für die kommende Saison versuchen wird, einige Fehler in der Zusammenstellung des aktuellen Kaders zu korrigieren. Die Schlüsselrolle dürfte dabei Korkut zufallen, der laut Kind die Möglichkeit bekommen soll, eine Mannschaft aufzubauen, mit der er seine Philosophie von modernem Fußball realisieren kann. Für die damit verbundenen Umbaumaßnahmen, die durchaus mit der Verpflichtung von insgesamt einem Dutzend neuer Spieler einhergehen könnten, hat Kind einen Zweijahresplan ins Auge gefasst, der die Rückkehr in den Europapokal zum Ziel haben soll.

Welche Rolle Sportdirektor Dirk Dufner dabei spielen wird, bleibt allerdings abzuwarten. Offiziell setzt Kind darauf, dass sich Sportdirektor und Trainer auf eine gemeinsame Linie einigen. Doch dem Vernehmen nach hat das Vertrauen des Klubchefs in Dufner angesichts der Transferbilanz des vergangenen Sommers erheblich gelitten. Vor Jahresfrist hatte 96 fast zehn Millionen Euro für Marcelo, Salif Sané, Edgar Prib und Leonardo Bittencourt ausgegeben, von denen keiner eine Führungsrolle übernehmen konnte. Dass Kind ankündigte, bei Verpflichtungen künftig etwas genauer auf den Charakter der potenziellen Neuzugänge zu achten, lässt tief blicken.

Vielleicht gerät auch deshalb ein Duo wieder in den Fokus, das Hannover erst im vorigen Sommer in Richtung Stuttgart verlassen hat und dessen Charakter daher bestens bekannt ist. Kind und Dufner erklärten unisono, dass sie sich eine Rückkehr von Stürmer Mohammed Abdellaoue und Linksverteidiger Konstantin Rausch, die beim VfB am Freitag nicht zum Einsatz kamen und sich mit Abwanderungsgedanken tragen sollen, vorstellen könnten. Und wenn man gehört hat, wie speziell Rausch gefeiert wurde, dann dürfte die 96-Führung bei den eigenen Anhängern damit offene Türen einrennen. Gleiches gilt für die Vertragsverlängerungen mit Christian Schulz und Leon Andreasen, an denen der Klub laut Dufner intensiv arbeitet.

Ein Fingerzeig dafür, dass bei den „Roten“, die bislang offiziell lediglich den 20-jährigen Vladimir Rankovic von Bayern München verpflichtet haben, aber künftig Korkut maßgeblichen Einfluss auf die Transfers haben dürfte, sind zwei weitere Namen aus der Gerüchteküche: Innenverteidiger Stefan Thesker (23 Jahre) und Stürmer Kenan Karaman (20). Beide kennt der 96-Trainer aus seiner Zeit bei deren derzeitigem Klub1899 Hoffenheim noch bestens.



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