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Hannover 96 gegen den 1. FC Nürnberg

„Ein absolutes Muss-Spiel“

Am kommenden Sonnabend empfangen die „Roten“ den 1. FC Nürnberg. Der Druck vor dem kommenden Heimspiel steigt. 96-Sportdirektor Dirk Dufner will mit Gesprächen und Trainingsbesuchen das Zusammenrücken der Mannschaft fördern.

veröffentlicht am 10.12.2013 um 16:41 Uhr
aktualisiert am 13.12.2013 um 00:15 Uhr

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Die Null wird die Profis von Hannover 96 in den beiden letzten Spielen dieses Jahres geradezu verfolgen. Am kommenden Sonnabend empfangen die „Roten“ den 1. FC Nürnberg. Für die Franken steht nach den bisherigen 15 Partien dieser Saison in der Tabellenspalte „Siege“ noch immer eine Null. Und eine Woche später, wenn es im letzten Spiel vor der Winterpause zum SC Freiburg geht, verdoppelt sich dieses Phänomen sogar. Anzahl der Heimsiege in dieser Saison bei den Breisgauern: null. Gewonnene Auswärtspunkte bei 96 ... nun, darüber ist in den vergangenen Wochen ja nun wirklich genug geschrieben worden.

Die Kollegen vom Boulevard könnten angesichts dieser Aussichten eigentlich die „Wochen der Nullinger“ ausrufen. Zumindest aber sind es die Zeiten, in denen ein wenig enger zusammenrückt wird bei 96. Dirk Dufner etwa schaute gestern Vormittag extra einmal beim Training vorbei. Das wäre eigentlich nicht sonderlich erwähnenswert, doch ein Besuch des Sportdirektors am Trainingsplatz hatte bislang eher Seltenheitswert. Und Dufner, dessen Vorgänger Jörg Schmadtke wegen seltener Trainingsbesuche sogar einmal einen öffentlichen Rüffel von Klubchef Martin Kind einstecken musste, unterstrich die Bedeutung seiner Anwesenheit sogar ausdrücklich. „Wir müssen alle eng zusammenrücken, deshalb werde ich in diesen Tagen vielleicht noch etwas näher bei der Mannschaft sein als sonst“, sagte der 45-Jährige, der ankündigte, in den nächsten Tagen noch häufiger am Trainingsplatz auftauchen zu wollen.

Vor der Einheit hatten Dufner und Trainer Mirko Slomka der Mannschaft gestern bereits in der Kabine ihre Sicht der Lage erläutert. Details wollte der Sportdirektor natürlich nicht verraten, doch es sei „ruhig und sachlich“ angesprochen worden, was die Sportliche Führung von den Profis erwartet. Dabei hätte es sich gar nicht einmal so sehr um die Fehler der jüngsten Spiele gedreht. Vielmehr ging es um das, was bis zum Jahreswechsel noch ansteht. „Als nächstes haben wir ein Heimspiel, damit müssen wir positiv umgehen und mit breiter Brust auflaufen“, erklärte Dufner – und schickte eine so deutliche wie plakative Forderung hinterher: „Das ist ein absolutes Muss-Spiel. Wir müssen unbedingt gewinnen, sonst haben wir eine unangenehme Ausgangsposition.“

Über seine Trainingsbesuche hinaus will der Sportdirektor in dieser Woche auch noch das eine oder andere Einzelgespräch suchen. Dabei ginge es keineswegs darum, „jemanden zur Schnecke zu machen“. Doch bei einigen der zuletzt geäußerten Kritikpunkte hat Dufner offenkundig die Spieler als Adressaten ausgemacht. „Wenn unter dem Strich steht, dass wir weniger laufen als die Gegner, dann muss sich schon jeder Profi die Frage stellen, ob nicht noch der eine oder andere Laufweg drin wäre“, sagte der Sportdirektor, der dabei auch die vermeintlich schlechten Fitnesswerte nicht als Ausrede gelten lassen will. „Wenn jemand meint, er könne eigentlich fitter sein, dann muss er sich als Profi schon selbst hinterfragen. Schließlich stehen die Trainingsplätze den ganzen Tag über zur Verfügung.“

Auch die Tatsache, dass die „Roten“ es bei den Auswärtsspielen in Bremen, Hamburg und Stuttgart nicht schafften, eine Führung gegen einen völlig verunsicherten Kontrahenten zu halten, treibt Dufner um. „Da wird es dem Gegner zu einfach gemacht, dabei sind wir eigentlich erfahren und clever genug, um mit solchen Situationen umzugehen“, sagte er. „Da müssen die erfahrenen Spieler, die eine gewisse Stellung in der Mannschaft haben, auch einmal das Heft in die Hand nehmen.“ Beim Thema Mannschaftsgeist zog der Sportdirektor zudem ein für die 96-Profis wenig schmeichelhaftes Vorbild heran. „Der FC Augsburg hat sicherlich keine Übertruppe“, sagte Dufner mit Blick auf die Spieler des Tabellenneunten, deren gemeinsamer Marktwert etwa halb so hoch ist wie der der hannoverschen Akteure. „Aber sie funktioniert als Kollektiv“. In diesem Bereich könne sich 96 verbessern, meint Dufner: „Wir müssen uns auf dem Platz besser gegenseitig helfen.“ Anders ausgedrückt: näher zusammenrücken.



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