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Sportdirektor kritisiert Mannschaft

Dufner zieht die schützende Hand weg

Nach der 0:3-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach hat Sportdirektor Dirk Dufner seine Mannschaft kritisiert. „Jeder Spieler muss sich hinterfragen“, sagte Dufner der HAZ am Sonnabend.

veröffentlicht am 20.10.2014 um 09:18 Uhr
aktualisiert am 22.10.2014 um 00:18 Uhr

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Dirk Dufner hockte in der Ecke des Pressekonferenzraums der HDI-Arena. Tayfun Korkut, der Trainer von Hannover 96, war schon verschwunden, der Sportdirektor dagegen wartete und wollte etwas loswerden nach der Heimpleite gegen Mönchengladbach.

„Ich will in keinster Weise von einer Krise reden“, sagte Dufner, „das gibt der Tabellenplatz nicht her.“ Das war ihm wichtig zu betonen, weil seine ansonsten kritischen Töne eventuell in einem falschen Zusammenhang stehen würden. Und seine Kritik an den 96-Profis war ungewohnt deutlich: „Wir müssen unsere Spieler schützen. Wir müssen sie aber auch in die Verantwortung nehmen.“ Spätestens mit der schwachen Vorstellung am achten Spieltag scheint Dufner den Zeitpunkt für richtig zu halten, die schützende Hand für einen Moment zur Seite zu ziehen. „Jeder Spieler muss sich fragen, ob er seine Chance adäquat genutzt hat“, sagte der Sportdirektor, wohlwissend, wie die Antwort darauf ausfallen würde.

Dufner hat die 96-Mannschaft zusammen mit Korkut in den vergangenen Monaten umgebaut. Klubchef Martin Kind hat seinen sportlichen Führungskräften zehn Millionen Euro zur Verfügung gestellt, die dafür zehn neue Profis, die meisten ablösefrei, holten. Kind, das erzählten Logengäste am Sonnabend, war bereits zur Pause ungehalten über das, was er auf dem Rasen gesehen hatte.

Vor allem die Neuzugänge hatten ihn enttäuscht, allen voran Ceyhun Gülselam und Hiroshi Kiyotake, die sich mit Fehlpässen gegenseitig übertrumpften. Wenn dann noch einer wie Joselu, für dessen Verpflichtung sich Dufner bis dahin gratulieren lassen konnte, einen erschreckend lustlosen Auftritt hinlegt, dann schaut nicht nur Kind plötzlich auf den Sportdirektor.

Auch die beiden letzten Transfers überzeugen noch nicht: Jimmy Briand war zwar anders als Joselu bemüht und viel unterwegs, aber er ist keiner vom Kaliber Didier Ya Konan oder Mame Diouf. Und Marius Stankevicius? Die Mehrheit der 96-Fans weiß vermutlich gar nicht, dass er überhaupt in Hannover spielt.

Dufner kritisierte nach der Partie die teuersten Neuen Joselu („Muss mehr kommen“) und Kiyotake („Kann mehr, als er gezeigt hat, und das weiß er selbst“). Er meinte aber alle Spieler, als er sagte: „Jeder muss seine Erwartungshaltung hinterfragen und schauen, ob er der gerecht geworden ist.“



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