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Hannover 96-Profi Sané

Die Reifeprüfung

Von Verkauf ist keine Rede mehr: 96-Problemprofi Sané scheint seine Lektion begriffen zu haben. Die nächste Möglichkeit zu zeigen, dass er die deutlichen Zeichen der Sportlichen Führung verstanden hat, dürfte der Defensivspieler schon am Sonntag erhalten.

veröffentlicht am 18.12.2014 um 18:49 Uhr
aktualisiert am 18.12.2014 um 19:47 Uhr

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Das war Werbung pur in eigener Sache. Dieser Auftritt von Salif Sané hat alle überzeugt, und selbst der Klubchef änderte daraufhin fast komplett seine Meinung über den eigenwilligen Senegalesen mit französischem Pass. „Das war überzeugend“, sagte Martin Kind zur Leistung Sanés gegen den FC Augsburg. Und der 70-Jährige, der den Defensivspieler noch vor ein paar Tagen lieber heute als morgen verkauft hätte, führte gleich an, wo er dessen Zukunft sieht: „Ich empfehle ihm, in Hannover zu bleiben.“ Eine Einschränkung für diese Aussage hatte Kind aber auch gleich parat. „Er hat diese zweite Chance verdient“, sagte er, „er muss sie aber auch nutzen.“ Also: Konzentrierte Spiele wie gegen die Schwaben müssen für Sané zur Normalität werden.

Die nächste Möglichkeit zu zeigen, dass er die deutlichen Zeichen der Sportlichen Führung der „Roten“ verstanden hat, dürfte der Defensivspieler schon am Sonntag erhalten. Beim letzten 96-Spiel dieses Jahres in Freiburg sollte Sané wieder in der Innenverteidigung aufgeboten werden; zumal Christian Schulz, normalerweise auf dieser Position gesetzt, seine Rückenverletzung (Hexenschuss) bis übermorgen kaum auskuriert haben dürfte.

Sané muss bewusst sein, dass die 96-Entscheidungsträger bei jeder seiner Aktionen ganz genau hinsehen werden. So ist das halt, wenn jemand auf Bewährung spielt. Zum Anfang der Saison hatte Trainer Tayfun Korkut den Spieler, der zwar einen Profivertrag hat, sich aber mehrfach höchst unprofessionell verhielt, aus dem Bundesligakader verbannt. Der Coach hatte Sanés Eigenwilligkeiten satt gehabt. Er sah die Disziplin gefährdet und hatte reagiert. Bei den „Amateuren“, wie die Regionalligaelf in Fußballerkreisen genannt wird, riss sich der Spieler mit den häufigen Anwandlungen eines großen Kindes am Riemen und wurde von Korkut begnadigt. Der Trainer sprach in diesem Zusammenhang nicht wie Klubchef Kind von der zweiten Chance, sondern von der „fünften oder sechsten“. Er hätte auch sagen können: der letzten.

Bisher hat sich Sané zurück bei den Profis vorbildlich verhalten. Korkut wechselte ihn gegen Werder Bremen in der Schlussphase im defensiven Mittelfeld ein, am Dienstagabend gegen Augsburg vertraute er ihm in der Innenverteidigung von Anfang an - und wurde alles andere als enttäuscht. Ein blitzsauberer Defensivpart und das wichtige Tor zum 1:0 sind ein deutlicher Beweis dafür.

Die Zukunft des Senegalesen scheint also wieder bei 96 zu liegen. Die Mannschaft profitiert eindeutig von einem soliden Sané, er tut ihr mit seiner Zweikampfstärke und seinem ordentlichen Spielaufbau sehr gut.

Regelrecht froh über Sanés jüngste Entwicklung ist Dirk Dufner. „Ich habe darunter gelitten, dass er sein Potenzial nicht abgerufen hat“, sagte der 96-Sportdirektor. „Ich weiß, was der Junge kann, und halte sehr viel von ihm. Wenn er so weitermacht, haben wir überhaupt keinen Grund, ihn abzugeben.“

Sané hat es in der Hand, sein weiterer Werdegang liegt einzig an ihm. Es wäre ihm zu wünschen, dass er endlich erwachsen wird.



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