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Hannover 96 vor Spiel gegen FC Bayern

Die neue Forschheit

Hannover 96 will die Euphorie nutzen und in München nicht mehr den Duckmäuser spielen. Für 96-Tore in München sollen Artur Sobiech und Didier Ya Konan sorgen.

veröffentlicht am 12.09.2013 um 22:00 Uhr
aktualisiert am 15.09.2013 um 00:15 Uhr

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In 24 Bundesligaspielen gegen Hannover 96 hat der FC Bayern München einen Punkteschnitt von 2,71 erzielt, was eingeordnet folgendes bedeutet: Gegen keinen Klub, der so oft im Olympiastadion und in der Allianz-Arena zu Gast war, ist er so hoch. Oder etwas einfacher ausgedrückt: In München ist 96 der Lieblingsgegner der Bayern.

Martin Kind, der Klubchef von 96, kennt sich berufsbedingt mit Zahlen aus, und er kennt auch die Fußball-Statistik. Aber vor dem Gastspiel seiner „Roten“ am Sonnabend (15.30 Uhr) in der ausverkauften Allianz-Arena sagt er: „Es muss endlich Schluss sein mit der Denkweise, dass wir nach München fahren und glauben, bei den Bayern keine Chance zu haben.“

Das sind forsche Töne von Kind, der vor Kurzem ähnlich selbstbewusst den 3. Platz als Saisonziel ins Spiel gebracht hat, auch wenn er natürlich weiß, dass ein Europa-League-Rang (5. oder 6. Platz) realistischer ist. Der 96-Chef schwört damit – genau wie mit der Kampfansage Richtung Bayern – Trainer, Sportdirektor, Spieler und Umfeld auf eine neue Linie ein:

96 möchte nicht mehr den Duckmäuser spielen.

Kind hat einen Etat gebilligt, der den Zusatz „Rekordetat“ mit sich trägt.

73 Millionen Euro – so hoch war er noch nie. Mit einem solchen Etat kann man sich nicht hinstellen und von einem einstelligen Tabellenplatz als Wunsch reden. Kind ist derartiges ohnehin zuwider. Erfreut hat er festgestellt, dass Trainer Mirko Slomka und Sportdirektor Dirk Dufner die neue Forschheit mittragen („Sie sehen das wie ich“), und „auch die Mannschaft hat das akzeptiert“.

Bisher haben die Hannoveraner den Worten Taten folgen lassen. 96 ist nach gutem Saisonstart Dritter, nur einen Punkt hinter den Bayern. 96-Torwart Ron-Robert Zieler bezeichnet diesen Auftakt als „sensationell“ und rechnet sich Sonnabend auch beim Meister etwas aus. „Natürlich sind die Bayern klarer Favorit. Aber trotzdem können wir für eine Überraschung sorgen“, sagt Zieler. „Die Euphoriewelle, die uns derzeit trägt, sollten wir mit nach München nehmen.“ Wenn die „Roten“ dann einen Sahnetag erwischen, ist nach sieben Jahren „vielleicht ein Punkt drin – oder sogar mehr“.

Vielleicht kann Zieler Trainer Slomka sogar ein paar brandheiße Tipps geben. Denn der 24-Jährige müsste genau wissen, wie es um die Form der Bayern-Spieler Thomas Müller, Philipp Lahm, Jerôme Boateng, Toni Kroos und Manuel Neuer bestellt ist.

Schließlich hat der Nationaltorwart aus Hannover bei der Vorbereitung auf die Länderspiele gegen Österreich und die Mannschaft der Färöer eine gute Woche lang jeden Tag mit den Stars aus München trainiert. Ein Vorteil für 96 könnte auch sein, dass die Bayern unter Pep Guardiola noch nicht richtig in Schwung sind. „Sicherlich spielen sie derzeit nicht den Fußball, der sie noch vergangene Saison ausgezeichnet hat. Sie müssen sich auch erst mal finden unter ihrem neuen Trainer, vielleicht eröffnet das eine kleine Chance für uns“, sagt Zieler.

Verzichten müssen die „Roten“ allerdings definitiv auf Mame Diouf. Der Stürmer muss wegen einer Verstauchung am linken Sprunggelenk passen, bis zum Heimspiel gegen Augsburg soll er wieder fit sein.

Für 96-Tore in München sollen Artur Sobiech und Didier Ya Konan sorgen. Die beiden bildeten am Donnerstag beim Training den 96-Angriff, was auf eine mutige Variante mit zwei Stürmern hindeutet. Ruhig etwas wagen: Das dürfte auch ganz nach dem Geschmack von Klubchef Kind sein.



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