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1:2 in Darmstadt

Die nächste Bauchlandung im Pokal

Und wieder das frühe Aus im DFB-Pokal: Hannover 96 hat am Böllenfalltor nach einer turbulenten Schlussviertelstunde mit 1:2 gegen Darmstadt 98 verloren. Es war wie erwartet ein kampfbetontes, zuweilen hektisches Spiel mit dem glücklicheren Ende für die Lilien.

veröffentlicht am 27.10.2015 um 23:11 Uhr

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Das Feuerwerk kam fünf Minuten vor dem Anpfiff aus dem 96-Block. Die Anhänger der „Roten“ hatten ihre Restbestände der letzten Silvesterfeier sowie ein Plakat mit nach Darmstadt gebracht. „96-Fans machen Party“, stand darauf geschrieben.

Was immer sie sich davon erhofft hatten, es funktionierte nicht. Die Raketen strahlten nur kurz im Darmstädter Abendhimmel und dürften ein kostspieliges Nachspiel für 96 haben. Auf jeden Fall sprang der Funke nicht auf die Mannschaft über. Der fehlte im Pokalspiel gegen den Ligakonkurrenten Darmstadt 98 lange Zeit jeglicher Glanz. Auch wenn es am Ende noch einmal spannend wurde, es reichte nicht, um ins Achtelfinale einzuziehen. Beim Abpfiff jubelten die „Lilien“ über den 2:1-Sieg und den Sprung in die nächste Runde.

„Na ja, wir haben ja noch eine Halbzeit“, sagte der Stadionsprecher in der Arena am Böllenfalltor, nachdem auf der Videowand die Höhepunkte der ersten Halbzeit innerhalb von 30 Sekunden abgehandelt waren. Mit Wiederholung.Es war wie erwartet ein zähes Ringen zweier Mannschaften, die ihre Stärke nicht in der Offensive haben. Beide Teams versuchten immer wieder, ihre Stürmer mit langen Bälle in Szene zu setzen. Mit diesen zumeist plumpen Versuchen ließen sich die Abwehrreihen aber nicht aus der Reserve locken und hatten kaum Mühe, diese mit viel Optimismus, aber wenig Einfallsreichtum vorgetragenen Aktionen zu klären. Während die „Roten“ nicht einmal aufs Tor von Darmstadt 98 schossen, musste 96-Torwart einmal bei einem Kopfball des ehemaligen 96ers Jan Rosenthal sein Können zeigen (20.).

Wenn die Mannschaft von 96-Trainer Michael Frontzeck zumindest ansatzweise gefährlich vor das 98-Tor kamen, dann über die linke Seite, auf der Felix Klaus wenigstens ab und an für den Hauch von Gefahr sorgte. Es fehlte besonders die Ideen und Pässe von Hiroshi Kiyotake, den Frontzeck zunächst eine Pause verordnet hatte. Der junge Alan Saint-Maximin war bei seinem Startelf-Debüt bemüht, konnte den Japaner aber nicht annähernd ersetzen. Beide Mannschaften warteten auf den entscheidenden Fehler des Gegner, und so war lange Zeit die spannendste Frage dieser Partie, wer diesen Fehler zuerst macht.

Die Antwort gab es in der 74. Minute. Sandro Wagner verlängerte einen Freistoß, Zieler kam nicht mehr richtig an den Ball und lenkte ihn an den Pfosten. Von dort sprang er Aytac Sulu vor die Füße, der die Gastgeber in Führung brachte. Und dann ging es Schlag auf Schlag. Während Darmstadt noch feierte, überlistete der gerade eingewechselte Artur Sobiech nur eine Minute später Torwart Christian Mathenia zum Ausgleich. 96 war wieder im Spiel. Genau vier Minuten lang. Dann war sie wieder da, die Krankheit, die 96 immer dann befällt, wenn eigentlich alles auf einem guten Weg ist. Nach einer Ecke nutzte Wagner die Konfusion in der 96-Abwehr aus und brachte den Aufsteiger wieder in Führung.

Wie so oft geht in der Vergangenheit geht es auch in dieser Saison im Pokal ohne Hannover 96 nach der 2. Runde weiter. Für Glanz in diesem Wettbewerb sorgen in den nächsten Runden andere Teams. Das ist ärgerlich, weil den „Roten“ viel Geld durch die Lappen geht. Und weil Darmstadt 98 keine Mannschaft ist, gegen die man verlieren muss.

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