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96-Trainer Thomas Schaaf im Interview

„Die Angst hat die Spieler gelähmt“

Das Spiel gegen Mainz 05 am Sonnabend war für die Roten ein Fiasko. Im Interview spricht 96-Trainer Thomas Schaaf über die Verunsicherung der Mannschaft, Fehler und Selbstkritik.

veröffentlicht am 07.02.2016 um 22:02 Uhr
aktualisiert am 10.02.2016 um 00:21 Uhr

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Das ist ja das Verrückte, dass das total dem widerspricht, was wir gegen Darmstadt und Leverkusen gesehen haben. Das war doch über einige Strecken schon eine gute Nummer. Aber heute hat man brutal die Verunsicherung gespürt.

Natürlich kriegt jeder in der Mannschaft die große Erwartungshaltung gegen einen Gegner wie Mainz mit. Aber schlagbare oder unschlagbare Gegner: Solche Rechnereien brauchst du nicht. Du musst zusehen, dass du die nächste Partie, scheißegal gegen wen es geht, gut machst.

Ich will diese Leistung kein bisschen schönreden, aber die Angst hat die Spieler komplett gelähmt. Es kann mir doch keiner erzählen, dass die Mannschaft nicht besser spielen kann, als sie es hier gezeigt hat.

Nur über arbeiten. Das Schizophrene ist doch, dass du irgendwann mal ein Spiel gewinnst, womit niemand rechnet - und auf einmal läuft es. Dann bis du auf einmal drin in der Nummer. Oder du gewinnst ein Ding, das du dir hart erarbeitet hast. Es geht nur über die Handlung.

Wenn man wie wir die ganze Woche über zusammenhängt, da bringt es doch auch nichts, wenn wir noch nachts zusammen schlafen.

Es ist doch völlig egal, auf welcher Position jemand spielt. Er muss trotzdem einen Pass an den Mann bringen, oder? Das ist doch schon die Antwort auf die Frage.

Sie haben dieses Schablonendenken, das habe ich nicht. Wir erleben täglich die Qualitäten der einzelnen Spieler, und ich glaube nicht, dass wir irgendwen einsetzen, wo er sie nicht zeigen kann.

Da müssen Sie erst einmal die „Zehner“-Position definieren, und da wird es schwierig, dass wir inhaltlich auf einen Nenner kommen.

Ich arbeite täglich mit diesem Kader. Und ich versuche, das Bestmögliche herauszuholen, dass es in der mannschaftlichen Geschlossenheit realisierbar ist. Ich weiß, dass sich „Manu“ da nicht total wohlfühlt, aber er versucht es umzusetzen. Wir können auch nicht ständig umstellen. Wir müssen schon eine gewisse Sicherheit reinkriegen.

Danke. Das zeigt doch, was ich anfangs gesagt habe: Es kommt auf die einzelnen Handlungen an, damit du die einfachsten Sachen auf die Reihe kriegst. Aber wir können viele Sachen nicht umsetzen, weil oben das Hirn nicht mitmacht. Das hat nichts damit zu tun, dass wir Spieler auf anderen Positionen einsetzen. Selbst ein Schmiedebach kann auf der „10“ einen Pass über zehn Meter hinkriegen. Das weiß ich, davon bin ich zu 100 Prozent überzeugt.

Daran sehen Sie doch, in welcher Diskussion wir uns befinden.

Wir reden die ganze Zeit nicht über die lange Verletztenliste, das werden wir auch weiterhin nicht tun.

Nee. Dann hätte ich die Spieler raustragen können. Die waren schon so fertig.

Ich bin immer einer, der total reflektiert. Aber: Sagen Sie mir andere Möglichkeiten. Ich sehe keine.

Die tägliche Arbeit. Ich erlebe die Woche über ein ganz anderes Team als in den Spielen. Das muss sich ändern. Und dann hoffe ich, dass wir bis zum Schluss um unsere Chance spielen können.



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