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Hannover 96

Dicke Luft vor dem Derby

Seit Montag macht Braunschweig mobil für das lange herbeigesehnte Niedersachsenderby in der Bundesliga. Auch außerhalb des Stadions wollen die Braunschweiger zeigen, wer am kommenden Wochenende der Herr im Haus ist. Dabei ist die Stimmung bei den Fans der „Roten“ seit Sonnabend im Keller.

veröffentlicht am 31.03.2014 um 18:58 Uhr
aktualisiert am 03.04.2014 um 00:15 Uhr

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Das auch noch! Seit Montag macht Braunschweig so richtig mobil für das lange herbeigesehnte Niedersachsenderby in der Bundesliga. Am Sonnabend, einen Tag vor dem Gastspiel von Hannover 96 an der Hamburger Straße, werden in der Innenstadt blau-gelbe Fanutensilien verteilt, die für ganze Heerscharen von Fußballfans ausreichen würden. 30.000 Flyer, 10.000 Luftballons, 5000 Papierfähnchen, 2000 Schminkstifte, 1000 Hawaii-Halsketten, alles durchweg in den Vereinsfarben des BTSV, sollen unters Volk gebracht werden. Dazu noch viele andere Dinge, um Eindruck zu hinterlassen. Die Absicht ist klar, und an Selbstbewusstsein scheint es nicht zu mangeln: Auch außerhalb des Stadions wollen die Braunschweiger auf diese Weise zeigen, wer am kommenden Wochenende der Herr im Haus ist. Ganz nach dem Motto: Noch sind wir Letzter, aber nicht mehr lange! 96 kann kommen!

In Hannover, um im Bild zu bleiben, hängen die Fahnen derzeit eher auf halbmast. Die Stimmung bei vielen Anhängern der „Roten“ ist seit der 1:2-Heimniederlage gegen Werder Bremen im Keller. Ausgerechnet vor einem Spiel, das für nicht wenige zu den wichtigsten des Jahres gehört. In dem Verlieren sowie verboten ist. Und das jetzt noch eine Zuspitzung erfahren hat, weil 96 als Tabellen-13. nach der dritten Niederlage in Folge die Punkte dringender braucht denn je.

Das machen auch besorgte Anrufe in der HAZ-Sportredaktion und bitterböse Einträge im Leserforum dieser Zeitung deutlich. „Ich hoffe, dass 96 dieses Jahr noch mal irgendwie durchkommt“, sagt etwa Stephan Gloger. „Immer, wenn man gedacht hat, der Tiefpunkt sei erreicht, wurde es noch schlechter.“ Speziell die Spieler, deren Auftritt gegen Werder über weite Strecken lethargisch und emotionslos wirkte, sind schwer in die Kritik geraten. „Wie da so einige in der Mannschaft auftreten, hat man nicht das Gefühl, dass ihnen der Ernst der Lage bewusst ist“, schreibt ein Leser. Ein anderer meint: „Die fehlende Einstellung: Das ist das mit Abstand Erschreckendste, was nach diesem Gegurke in Erinnerung bleibt.“ Und auch eine solche Einschätzung spricht für sich: „Jedermann weiß, dass Sané ein guter Fußballer ist. Aber er hat gegen Bremen eindrucksvoll demonstriert, dass er keinen Bock mehr hat.“

Schon am Sonntagabend müssen den 96-Profis die Ohren geklingelt haben. Rund 100 Anhänger des hannoverschen Klubs hatte sich vor der Einfahrt zum Stadiongelände versammelt, um ihren Unmut über die sportliche Misere und das Auftreten der Mannschaft kundzutun. Ein alarmierendes Nachspiel nach einer nicht bundesligatauglichen Leistung. Keinen Bock mehr?! Das ist ein Vorwurf, den eigentlich kein Profi auf sich sitzen lassen kann, wenn er seinen Beruf ernst nimmt und sich mit einem Verein, bei dem er gutes Geld verdient, identifiziert.

Sechs Gelegenheiten gibt es in dieser Saison noch, die 96-Anhänger davon zu überzeugen, dass die aktuelle Mannschaft wohl weiß, worum es geht. Noch ist bei fünf Punkten Abstand bis zu der Zone, die richtige Schmerzen bereitet, Schadensbegrenzung angesagt. Und Braunschweig wäre die perfekte Gelegenheit.

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