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Pleite in Stuttgart

Dicke Luft bei den „Roten“

„Das kotzt nicht nur uns an, das kotzt auch die Spieler an“: Dirk Dufner ist nach der nächsten Auswärtspleite von Hannover 96 bedient. Und auch die Spieler der „Roten“ müssen sich auf ungemütliche Tage einstellen.

veröffentlicht am 08.12.2013 um 09:37 Uhr

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Dirk Dufner war kurz vor der Explosion, Mirko Slomka restlos bedient. Nach der saisonübergreifend achten Auswärtsschlappe in Serie machten die beiden Verantwortlichen von Hannover 96 ihrem Riesenärger Luft und kündigten Konsequenzen an. „Die zweite Halbzeit war eine absolute Katastrophe. Da haben wir richtig, richtig Redebedarf“, drohte Manager Dufner nach dem 2:4 (2:2) beim VfB Stuttgart mit einem verbalen Donnerwetter in Dimension des Orkans Xaver. „Ich kann den Druck von der Mannschaft nicht mehr wegnehmen.“ Trainer Slomka stempelte die Leistung seiner Schützlinge nach dem Seitenwechsel als „unterirdisch“ ab und versprach „eine sehr genaue Analyse“.

Die nächsten Tage dürften nicht nur für die Profis äußerst unangenehm werden. Auch Slomka wird wieder starken Gegenwind verspüren. „Ich bin ganz sicher, dass es im Umfeld wieder eine Trainerdiskussion gibt“, meinte Dufner. Das sei doch schon reflexartig. Die befreiende Wirkung des jüngsten 2:0-Erfolgs gegen Eintracht Frankfurt nach zuvor sieben sieglosen Spielen in Folge in der Fußball-Bundesliga ist schon wieder verpufft, der leichte Aufwärtstrend jäh gestoppt.

Dabei spielte der auf vier Positionen umgekrempelte VfB Stuttgart lange Zeit keinesfalls überzeugend. Hannover schien nach starkem Beginn mit drei Großchancen in den ersten zehn Minuten auf dem besten Weg, den Auswärtsfluch zu überwinden und die Wende zu schaffen. Selbst nach dem überraschenden Rückstand durch Martin Harnik (13. Minute) ließen sich die Niedersachsen nicht aus dem Konzept bringen. Artur Sobiech (28.) und Salif Sané (31,) nährten die Hoffnung auf den ersten Sieg in einem fremden Stadion seit sieben Monaten.

Aber durch „doofe Fehler“, wie 96-Kapitän Leon Andreasen frustriert feststellte, kam der VfB durch Vedad Ibisevic (33.), Ibrahima Traoré (52.) und den gegen seinen Ex-Club starken Konstantin Rausch (84.) noch zu einem klaren Sieg. „Fußballerisch war das nicht unser bestes Spiel“, gab sogar VfB-Trainer Thomas Schneider zu. „Aber wir haben alles reingeworfen.“

Hannover baute hingegen im zweiten Durchgang immer stärker ab. „Ich weiß nicht, was los ist“, klagte Nationaltorwart Ron-Robert Zieler ratlos. „Es ist echt unglaublich, dass wir auswärts bislang nicht punkten konnten.“ Sané stöhnte: „Die Niederlage tut sehr weh, hier war mehr möglich.“

Schon zum dritten Mal hintereinander konnte Hannover auswärts eine Führung nicht über die Zeit retten. „Das ist sehr schwer zu erklären“, sinnierte Slomka, der direkt nach dem erneuten Rückschlag keine plausible Erklärung für dieses Versagen hatte. „Wir müssen viel mehr ergebnisorientiert spielen.“ Dufner befürchtet, dass vielleicht der Glaube fehle, auswärts zu punkten. „Natürlich ist das ein mentales Problem“, räumte der Manager ein, dass die Kicker schleunigst ihre Köpfe wieder frei bekommen müssen.

Die Negativserie kratzt extrem am Selbstbewusstsein der mit so hohen Erwartungen gestarteten Hannoveraner. „Das kotzt nicht nur uns an, das kotzt auch die Spieler an“, versicherte Dufner drastisch. Um das Minimalziel von 20 Punkten vor der Winterpause zu erreichen, müssen die Niedersachsen nun unbedingt ihr Heimspiel gegen den in dieser Saison noch sieglosen 1. FC Nürnberg gewinnen. „Der Druck ist riesig“, stöhnte Dufner.

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