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Neuer Trainer für 96?

Der Favorit im Wartestand

Hannover diskutiert: Wäre der vereinslose Niederländer Ricardo Moniz der richtige Trainer für 96? Dieter Schatzschneider, Vertrauter von Klubchef Martin Kind, plädierte in einem Interview mit „Sport1“ hingegen für Ewald Lienen. Der Klub versucht in Ruhe einen neuen Trainer zu finden – und dann noch möglichst den richtigen.

veröffentlicht am 30.12.2013 um 20:24 Uhr
aktualisiert am 02.01.2014 um 00:15 Uhr

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Die Fußballfans von Hannover 96 diskutieren, die Verantwortlichen des Bundesligisten verhandeln, das alles für 96-Verhältnisse mit angenehm wenig öffentlichem Getöse. Der Klub versucht etwas, was fast unmöglich geworden ist in einer Zeit, wo immer irgendwo wer mit irgendwem bei einem Treffen gesehen wird: in Ruhe einen neuen Trainer zu finden – und dann noch möglichst den richtigen.

Es gab diverse Absagen, einige Wünsche waren nicht zu realisieren, sodass sich auch am vorletzten Tag des Jahres der vereinslose Niederländer Ricardo Moniz über die Favoritenrolle für die Nachfolge von Mirko Slomka freuen durfte. Oder ist – was im Umfeld der „Roten“ nicht für unmöglich gehalten wird – der Name Moniz nur die Nebelkerze, um doch einen der Trainer, die bisher nicht zu kriegen waren, loseisen oder ungestört einen ganz anderen aus dem Hut zaubern zu können? Dieter Schatzschneider zum Beispiel, Vertrauter von Klubchef Martin Kind, plädierte in einem Interview mit „Sport1“ für Ewald Lienen, bereits von März 2004 bis November 2005 Trainer in Hannover und dort immer noch hoch angesehen.

Seit 96-Sportdirektor Dirk Dufner Gespräche mit Moniz bestätigt hat, diskutiert Hannover: Ist einer, der als Trainer des ungarischen Rekordmeisters Ferencváros Budapest gerade entlassen wurde, der richtige für einen Bundesligisten wie 96, der nächste Saison eigentlich wieder international spielen wollte, derzeit aber der 2. Liga näher ist? Und wer ist eigentlich dieser Moniz, der große Ähnlichkeit mit dem früheren Freiburg- und Hamburg-Profi Rodolfo Esteban Cardoso hat? Und: Könnte Moniz 96?

Moniz wäre in jeder Hinsicht die „mutige Entscheidung“, die Klubchef Kind vorschwebt. Möglicherweise zu mutig, denn der neue Mann wird es in der Rückrunde nicht leicht haben: Die auswärtsschwachen 96er müssen in den ersten vier Spielen dreimal reisen (nach Wolfsburg, Schalke und Mainz), das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach ist in die Kategorie „Schwer“ einzustufen. Und dann ist da noch der lange Schatten von Slomka, zuletzt erfolglos, ohne erkennbares Konzept und deshalb entlassen, bei vielen Fans aber immer noch sehr beliebt – aufgrund seiner Erfolge in den knapp vier Jahren übrigens absolut zu Recht.

Wer auf Slomka folgt, muss nicht nur schnell Erfolg haben und eine unglücklich zusammengestellte Mannschaft ins Laufen bringen, er muss auch Autorität ausstrahlen. Moniz hat als Cheftrainer nur in Budapest und bei Red Bull Leipzig gearbeitet, wo er Meister und Pokalsieger wurde. Bei beiden Stationen gab es Konflikte und Reibereien, in Salzburg führte das sogar dazu, dass Profis um ein Gespräch mit der Konzernspitze von Red Bull baten, weil sie sich von Moniz verunsichert fühlten.

Vorher war der 49-Jährige – abgesehen von einer kurzen Zeit als Interimscoach beim Hamburger SV (26. April bis 30. Juni 2010) – vor allem ein Spartencoach, zuständig für die Technik, erst bei Tottenham Hotspur, später dann beim HSV. Er selbst sagt, dass „er auf schwierige Typen“ stehe, was bei 96-Spielern mit ausgeprägtem Ego wie Marcelo oder Mame Diouf von Vorteil sein kann. Ob sie Moniz kennenlernen? Kommenden Sonntag ist Trainingsstart nach der Winterpause – mit neuem Trainer. Das ist der Plan.



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