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Yamaguchi vorgestellt

Der erste Neue bei 96 ist ein „Sechser“

Am Sonnabend schaute sich Hotaru Yamaguchi das Spiel von Hannover 96 gegen die Bayern von der Tribüne der HDI-Arena aus an. Am Montag wurde die Verpflichtung des japanischen Nationalspielers bekanntgegeben.

veröffentlicht am 21.12.2015 um 11:06 Uhr
aktualisiert am 24.12.2015 um 00:21 Uhr

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Er ist die erste Neuverpflichtung der „Roten“ in der Winterpause und wird in fünf Wochen beim Rückrundenstart in der Fußball-Bundesliga das Heimspiel gegen Darmstadt 98 aus einer anderen Perspektive erleben und dann zur Mannschaft der „Roten“ gehören.

„Wir kennen ihn schon lange und haben ihn oft beobachtet“, sagte Martin Bader über den defensiven Mittelfeldspieler vom japanischen Zweitligisten Cerezo Osaka. Der 25-Jährige bringe durch seine Einsätze bei den Olympischen Spielen und der WM 2014 viel Erfahrung mit, „den erschreckt nicht viel“, sagte Bader, der zudem von der Motivation der asiatischen Spieler schwärmt: „Die kannst du morgens um 3 Uhr anrufen und sie kommen zum Training - ohne zu diskutieren.“

Dass die „Roten“ mit Yamaguchi ausgerechnet einen sogenannten Sechser als ersten Neuzugang präsentieren und damit auf einer Position nachbessern, auf der sie personell gut besetzt sind, überrascht dann schon. „Es kann ja auch mal sein, dass sich Sané, Schmiedebach oder Andreasen, die auf dieser Position zu Hause sind, verletzen. Mit Yamaguchi haben wir einen Spieler, der die Konkurrenzsituation im Training so hochhält, dass die anderen Spieler auf dieser Position besser werden. Oder er ist so gut, dass er spielt“, sagte der 96-Geschäftsführer. „Ich traue ihm zu, ein Ausrufezeichen zu setzen.“

Der zweite Neue soll der Norweger Iver Fossum sein, laut Bader auch ein Spieler, der schon länger im Fokus der „Roten“ steht. 96 möchte den 19-Jährigen vom norwegischen Erstligisten Strömsgodset IF gern als Ersatz für den verletzten Spielmacher Hiroshi Kiyotake (Haarriss im Fuß) verpflichten. Auch bei Fossum stehen die Chancen gut, dass der Transfer in den nächsten Tagen über die Bühne geht. „Es sind noch ein paar Gespräche zu führen. Der Verein möchte ihn gerne behalten, weil er der beste Spieler ist“, sagte Bader. Es sei jedoch nicht uninteressant für einen Profi aus Norwegen, in die Bundesliga zu wechseln, meinte Bader und verwies darauf, dass 96 in der Vergangenheit mit Norwegern nicht so schlecht gefahren sei. Fossum gilt als großes Talent, er sei ein Spieler, „der uns im offensiven Mittelfeld gut zu Gesicht steht, weil wir nicht wissen, wann Kiyotake wieder spielen kann“, sagte Bader.

Wer kommt noch? Geht bei den Transfers von Fossum und Yamaguchi nichts mehr schief, dann hat 96 zwei neue Spieler, die durchaus Potenzial haben und die Konkurrenz und damit auch die Qualität der Mannschaft erhöhen können. Der große Wurf ist das aber nicht. Dringend gebraucht werden ein Stürmer mit Torgarantie und ein linker Verteidiger. Für beide Positionen gibt es einige Kandidaten. Im Angriff stehen der Wolfsburger Niklas Bendtner sowie der Mönchengladbacher Josip Drmic immer noch auf der 96-Wunschliste. Die Borussen haben jedoch deutlich gemacht, dass sie Drmic nicht ziehen lassen wollen, deshalb sei da „gedanklich ein Haken dran“, sagte Bader. Gut möglich, dass 96 bis zum Ende der Transferperiode viel Geduld und Nerven aufbringen muss, um beim Poker um Verstärkungen Erfolg zu haben. „Vielleicht gibt es ja ein paar Türchen, die Ende Januar noch aufgehen“, sagte Bader. Schneller könnte es mit Kevin Großkreutz gehen, der ehemalige Borusse will den türkischen Erstligisten Galatasaray Istanbul verlassen und unbedingt in die Bundesliga zurück. Der 27-Jährige wäre einer, der 96 auf der linken Seite sofort helfen würde. Klar ist jedoch, dass sich 96 so einen Flop wie Mevlüt Erdinc nicht noch einmal leisten kann.

Wer muss gehen? Wenn die „Roten“ in den nächsten Wochen drei, vier oder sogar noch mehr neue Spieler verpflichten, bedeutet das auch, dass sich 96 von einigen Profis trennen will. „Es liegt auf der Hand, dass wir den Kader gleich groß halten wollen“, sagte Bader. Erster Kandidat für einen Wechsel ist Erdinc. Der Stürmer ist bei 96 alles schuldig geblieben, die Partie gegen die Bayern dürfte sein Abschiedsspiel gewesen sein. Unzufrieden mit der Situation ist Andre Hoffmann. Der Defensiv-Allrounder spielte bei Trainer Michael Frontzeck bislang keine Rolle. Gut möglich, dass sich der früheren U21-Nationalspieler - genau wie vor Saisonbeginn Leonardo Bittencourt - nach einem anderen Verein umsieht. 96 wäre gut beraten, das zu verhindern.



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