weather-image
22°

Eine Busfahrt nach Braunschweig

Der Bus – verhasst, aber billig und bequem

Für manche Fans von Hannover 96 gibt es vor dem Derby nun ein Problem. Und das ist nicht etwa der Tabellenplatz, auch nicht die schwache Rückrunde insgesamt oder die Ladehemmung der Stürmer im Besonderen. Es geht den Fans meist um die Busfahrt nach Braunschweig.

veröffentlicht am 06.04.2014 um 22:07 Uhr
aktualisiert am 06.04.2014 um 23:44 Uhr

Der-Bus-verhasst-aber-billig-und-bequem.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Zu dumm, dass die unabdingbar ist, wenn man das Spiel sehen will. In Bus9 wird Fahrzeit von gut einer Stunde damit zugebracht, das ganze Prozedere von vorn bis hinten und wieder zurück zu diskutieren. „Der Buszwang“ – wie sie die Regelung von Hannover 96 für eine kontrollierte Anreise der Fans zum Derby nannten – klaue ihnen die Zeit am Wochenende und beschneide ihre Rechte als Fußballfan.

50 Busse fahren nach Braunschweig. Direkt über die Autobahn 2 geht es schnurstracks zum Stadion. Kein Umweg, keine Pause. Das stellt manchen Fan vor gewisse Unbequemlichkeiten. In Braunschweig angekommen, verlassen sie den Bus und eilen erst einmal zu den mobilen Toiletten.

Da, wo der Frust größer ist als der Druck, machen sie ihrem Ärger Luft und schreien Ordner, Beamte und andere Fans an. In einem Bus, heißt es, hätten 96-Fans sogar die Polizei gerufen, sich bis zur Autobahnpolizei durchstellen lassen und eindringlich darum gebeten, den ganzen Konvoi zu stoppen – für eine Pinkelpause. Andere greifen in ihrer Not zu Flaschen und Mülleimern.

Die Angst einiger Fans, von Braunschweiger Fans attackiert zu werden, erfüllt sich nicht. Mit großem Polizeiaufgebot werden die Konvois und die Fans von den gegnerischen Fans abgeschirmt.

Carmen Germun, ihr Vater spielte einmal unter dem 96-Meistertrainer Fiffi Kronsbein, erträgt die viel geschmähte Fahrt gelassen. „Das hat zwar mit einer Auswärtsfahrt nichts zu tun“, sagt sie. Doch andererseits sei die Anfahrt und Abfahrt bequem und günstig gewesen. Sie bedauert nur, dass ihre Freunde, mit denen sie immer in die HDI-Arena geht, kein Glück bei der Ticketverlosung hatten. Ärgerlich, weil in einigen Bussen Plätze leer bleiben.

Das Praktische an der ganzen Unternehmung sehen die Fans in Bus 14 auf der Rückreise nach der Niederlage wohl auch. Es herrscht gespenstische Ruhe. In kleinen Gruppen wird die Leistung diskutiert, die Tabelle mit großen Augen geprüft. „Ich will einfach nur nach Hause kommen, und dafür genügt mir der Bus allemal“, sagt einer. Paradox: Schon lange vor dem Spiel streben nicht wenige zurück in die verhassten Busse. Lieber dort sitzen als im Stadion, wo man das sportliche Elend mit ansehen muss. Schlechte Laune, aber keine Auswüchse – so meldet die Polizei zum Schluss des Bustransfers: keine besonderen Vorkommnisse.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?