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Lars Stindl

Der 96-Kapitän kippt die Defensive

Mit Lars Stindl spielt Hannover 96 besser und ist torgefährlicher. Dafür ist die Defensive plötzlich anfälliger.

veröffentlicht am 02.12.2014 um 19:04 Uhr
aktualisiert am 05.12.2014 um 00:16 Uhr

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Er ist der wertvollste Spieler der „Roten“. Ohne Einschränkungen, ohne Übertreibung. Er ist ihr Gesicht. Lars Stindl ist also nicht von ungefähr Kapitän von Hannover 96. Der 26-Jährige hat Einfluss auf die Mannschaft neben und nimmt noch größeren Einfluss auf sie auf dem Spielfeld. Wie eminent wichtig er für dieses Team ist, wurde deutlich, als er nicht dabei war. Elfmal wurde er schmerzlichst vermisst, zweimal hat er jetzt wieder über 90 Minuten mitgewirkt – und nicht nur die beiden Tore gegen 1899 Hoffenheim haben seine Wert unterstrichen.

Stindl hat das Spiel der „Roten“ deutlich belebt, es ist um Längen attraktiver geworden. Das spielerische Element, die dem Angriffsspiel vorher so gefehlt hatten, sind seitdem wieder zu entdecken. „Wir sind ihm wieder erheblich torgefährlicher“, sagte 96-Trainer Tayfun Korkut. Der Mittelfeldspieler, der sich als Stürmer oder Mann hinter den Spitzen pudelwohl fühlt, wird von den Mitspielern auf dem Platz regelrecht gesucht, und da er ein Typ ist, der sich nicht versteckt, auch regelmäßig gefunden. Der Angriff, der vorher in den elf Spielen nur ganze neun Treffer erzielt und nicht viel wirklich mehr Torchancen herausgespielt hatte, taucht nun erheblich häufiger viel versprechend vor dem gegnerischen Kasten auf.

Der 96-Kapitän tut dem 96-Spiel einfach gut. Aber: Seitdem Stindl wieder dabei ist, stimmt erstaunlicherweise die Punkteausbeute nicht mehr. 1:3 gegen Bayer Leverkusen, 3:4 gegen die TSG  1899 Hoffenheim – die Defensive, die bis dahin größtenteils sicher stand, präsentierte sich in beiden Partien reichlich löchrig. Sieben Gegentore – in den elf Begegnungen vorher waren es insgesamt lediglich elf.Es wirkt, als gehe die vorgegebene vorsichtige Ausrichtung der Mannschaft, die in erster Linie auf Sicherheit baute und daher spektakulären sowie sehenswerten Fußball erschwerte, nicht mehr auf durch Stindls Einbau. Als habe das starre Gerüst durch die umtriebige Art des Kapitäns, der in einem Spiel in jedem Sektor des Platzes auftaucht, leichte Risse bekommen und ist dadurch instabil geworden.

Es liegt jetzt an Trainer Korkut, die Ausgewogenheit innerhalb des Teams ganz schnell wieder hinzubekommen. Es so einzustellen, dass die viel beschriebenen Rädchen ineinandergreifen. Sollte ihm das flugs gelingen, dann ist auch am Sonnabend gegen den Tabellenzweiten VfL Wolfsburg etwas drin. Und Klubchef Martin Kind, der nach den beiden Niederlagen gegen Konkurrenten im Kampf um internationale Startplätze dem weiteren Saisonverlauf eher skeptisch entgegenblickte, dürfte dann auch wieder optimistischer dreinschauen.



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