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Nach der Stuttgart-Pleite

Déjà-vu der übelsten Art

Führung verspielt und untergegangen: Hannover 96 kassiert beim 2:4 in Stuttgart die nächste Auswärtspleite. Die Luft für Trainer Mirko Slomka wird wieder dünner.

veröffentlicht am 08.12.2013 um 19:08 Uhr
aktualisiert am 09.12.2013 um 08:52 Uhr

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Mal ehrlich, Fußball ohne Fehler, das wäre furchtbar langweilig. Da sind ab und an die genialen Momente von Spielern wie Franck Ribéry, Lionel Messi und Cristiano Ronaldo, die aufgrund ihre Klasse in der Lage sind, auch ohne Unterstützung des Gegners Tore zu schießen. Doch in den meisten Fällen lebt der Fußball von den Unachtsamkeiten und Fehlern seiner Protagonisten. Kurzum: Je ungeschickter sich eine Mannschaft anstellt, desto mehr Tore gibt es zu sehen, desto unterhaltsamer ist das Spiel. Insofern zeigte die Mannschaft von Hannover 96 am Sonnabend bei der 2:4-Niederlage in Stuttgart beste Entertainer-Qualitäten. Na, besten Dank.

Aufgrund der vielen katastrophalen Fehler auf beiden Seiten war diese Partie zwar kurzweilig, lustig war sie aus 96-Sicht allerdings nicht. Die siebte Auswärtsniederlage in dieser Saison sorgte beim Fußball-Bundesligisten für reichlich finstere Mienen und dicke Luft. „Was wir die 2. Halbzeit erlebt haben, war eine absolute Katastrophe. Das kotzt nicht nur uns an, das muss doch auch die Spieler ankotzen“, redete sich 96-Sportdirektor Dirk Dufner in Rage. Und auch Trainer Mirko Slomka fand deutliche Worte für die Leistung seiner Profis. Was die Mannschaft nach der Pause abgeliefert hatte „finde ich unterirdisch. Wir sind nur noch hinterhergelaufen.“

Nur eine Woche nach dem 2:0 gegen Frankfurt blieben die „Roten“ den Beweis schuldig, dass sie aus ihren Fehlern der vergangenen Wochen gelernt haben. Nach einer guten Anfangsphase geriet 96 durch Martin Harnik in der 13. Minute in Rückstand, ging dann jedoch durch zwei Fehler von VfB-Torwart Sven Ulreich, die Artur Soniech und Salif Sane ausnutzten, innerhalb von drei Minuten mit 2:1 in Führung.

Postwendend kassierten die „Roten“ jedoch den Ausgleich (Vedad Ibisevic, 33. Minute). Dieser Treffer muss für die Spieler ein Déjà-vu der übelsten Art gewesen sein, denn auch bei den vergangenen beiden Auswärtsspielen in Bremen und Hamburg verspielte 96 eine Führung in kürzester Zeit. Statt den Vorsprung gegen ein ebenfalls stark verunsichertes Stuttgarter Team mit Händen und Füßen zu verteidigen und ihn zumindest erst einmal in die Halbzeit zu retten, verdaddelten die „Roten“ leichtfertig die Chance auf das erste Erfolgserlebnis in der Fremde.

Als dann Ibrahima Traore kurz nach der Pause das 3:2 für den VfB erzielte (52.), brach 96 völlig zusammen und musste auch noch das 4:2 durch den ehemaligen 96er Konstantin Rausch hinnehmen (84.). Orientierungs- und planlos rannte die Mannschaft an, mit Fußball hatte das Gebolze aus der eigenen Abwehr nichts mehr zu tun. Hoch und weit – und nur schnell weg damit. Mit dieser Leistung hat 96 die Messlatte für Harmlosigkeit bei Auswärtsspielen in eine neue Höhe katapultiert. So spielt eine Mannschaft, die Angst hat. So spielt ein Absteiger.

Auch auf Trainer Mirko Slomka erhöht sich nach dem erneuten Rückschlag wieder der Druck. Denn die Hoffnung, dass die Mannschaft nach dem Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt auf dem richtigen Weg ist, hat sich in Stuttgart zerschlagen. Die ohnehin schon brisante Lage für Trainer und Mannschaft würde sich noch verschärfen, wenn in den beiden Spielen bis zur Winterpause gegen den 1. FC Nürnberg und in Freiburg die erhofften Erfolgserlebnisse ausbleiben. „Der Druck ist riesig. Wir müssen gegen Nürnberg auf jeden Fall gewinnen, um unser Minimalziel von 20 Punkten zu erreichen“, sagte Dufner, der davon überzeugt ist, dass es nun erneut Diskussionen um den 96-Coach geben wird: „Die werden sicher kommen. Das gehört reflexartig dazu.“

Klare Worte nach dem 2:4 in Stuttgart gab es auch von Martin Kind. „Wir sind deutlich gefährdet“, sagte der 96-Klubchef. Trainer Slomka gebe sich sehr kämpferisch, sagte Kind, der dem Coach noch zutraut, die Wende zu schaffen. „Ich glaube es im Moment noch, aber es wird nicht leichter. Das kann und will ich auch gar nicht schönreden.“ Dicke Luft bei 96, dünne Luft für Slomka.



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