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Interview mit Martin Kind

„Das tut einfach nur noch weh“

Nach dem Derby gegen Eintracht Braunschweig schimpft Hannover-96-Klubchef Martin Kind auf die Problemfans, will aber keine Pauschalverdammung.

veröffentlicht am 10.11.2013 um 19:14 Uhr
aktualisiert am 13.11.2013 um 00:15 Uhr

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Es war ein sehr schwieriges Derby. Im Grundsatz sind ja Derbys zu begrüßen, aber dieses war ein besonderes im negativen Sinne. Die Polizei hat es aber insgesamt sehr gut im Griff gehabt. Die Erwartungen waren doch schon etwas anders.

Leider. Wir haben eigentlich auch im Stadion alles im Griff gehabt – bis auf einige Blöcke, insbesondere N 16 und N 17 (dort stehen die sogenannten 96-Ultras, d. Red.).

Das ist die Frage, die sehr deutlich zu analysieren sein wird. Die ersten Gespräche habe ich gleich am Sonnabendmorgen geführt. Es ist gibt erste Spekulationen, aber dazu möchte ich erst mal noch nichts sagen. Wir müssen jedoch schleunigst Antworten finden, denn es sind ja immer diese Problemblöcke, die Ärger machen.

Das werden wir in dieser Woche diskutieren. Aber: Wir wollen keine Pauschalverdammung. Das hilft uns nicht, das hilft eigentlich keinem. Mir wäre lieber, wir würden Einzelne identifizieren. Aber das wird schwer, leider waren die meisten vermummt. Man muss auch sehen, dass es vor diesem Spiel in dieser Saison bei unseren Spielen keine Anwendung von Pyrotechnik gab; vielleicht war das Ganze derbyspezifisch.

… das geht überhaupt nicht. Dafür kann ich mich nur entschuldigen. Das Banner „Tod und Hass dem BTSV“ hätte während des Spiels unbedingt abgenommen werden müssen. Abschaum, Tod, Hass: So etwas ist unbegreiflich. Und wieder die Frage: Wie haben die Fans das Banner reingekriegt? Darauf müssen wir schnellstens Antworten finden, wie man so etwas unterbindet.

In dieser Form mit Sicherheit nicht. Ehrlich gesagt: Wenn ich dieses ganze Theater sehe, stelle ich mir schon die Frage, ob ich noch ganz normal bin. Immer wieder muss ich mich mit dieser Scheiße auseinandersetzen. Wir haben so hart gearbeitet, dass 96 sich schrittweise entwickelt, und immer wieder kommen Leute und beschädigen es. Es kann einfach nicht sein, dass eine Minderheit eine große Mehrheit dominiert. Das tut einfach nur noch weh.

Summenmäßig nicht. Aber nach unserer Einschätzung müsste die Strafe kleiner sein als nach dem DFB-Pokalspiel gegen Dynamo Dresden in der vergangenen Saison. Damals mussten wir ungefähr 70 000 Euro zahlen.

Weil wir diesmal keine Gewalt im Stadion hatten und wirklich alles protokolliert haben, was wir an Sicherheitsmaßnahmen in – auch kostenmäßig – hohem Aufwand vorbereitet haben. Warum das nicht alles gegriffen hat, das müssen wir analysieren. Aber wir hatten uns auf alle Szenarien vorbereitet. Darum hoffe ich, dass das „strafmindernd“ einzuordnen ist.

Nicht endgültig. Aber sonst haben wir als Standard 450 Sicherheitsleute, diesmal waren es 700. Wir haben bauliche Maßnahmen durchgeführt, dazu kommen Reparaturkosten. Wir bewegen uns irgendwo bei 100 000 Euro, und da kommt dann noch die DFB-Strafe hinzu. Wirtschaftlich war dieses Spiel wahrlich nicht kostengünstig. Wir vernichten Kapital für nichts. Das macht nur noch betroffen, unwahrscheinlich betroffen sogar.

Datenschutzrechtlich dürfen wir die Aufnahmen nicht auswerten. Das macht die Polizei, und da hoffe ich, dass wir bis zum Mittwoch die ersten Informationen haben.

Wenn wir jemanden identifizieren können, dann gehen wir mit allen rechtlichen und vereinsrechtlichen Mitteln dagegen vor.



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