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96 gegen Braunschweig

Das Debakel ist perfekt

Nach der Niederlage im Derby gegen Eintracht Braunschweig lässt Hannover 96 das Tabellenschlusslicht weiter hoffen, den Abstieg doch noch abwenden zu können - und bringt sich damit selbst in Gefahr.

veröffentlicht am 06.04.2014 um 17:32 Uhr
aktualisiert am 06.04.2014 um 20:24 Uhr

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Eintracht Braunschweig hat im Bundesliga-Existenzkampf das nächste Lebenszeichen gesendet und den Nachbarn Hannover 96 mit in den Abstiegssog gezogen. Durch Tore von Domi Kumbela (14. Minute), Havard Nielsen (21.) und Jan Hochscheidt (89.) gewann der Tabellenletzte am Sonntag das zum Hochsicherheitsspiel erklärte Niedersachsen-Derby mit 3:0 (2:0) und verkürzte den Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz auf zwei Zähler.

Vor 22.867 Zuschauern im ausverkauften Eintracht-Stadion war die Elf von Torsten Lieberknecht die effizientere Mannschaft gegen harmlose 96er, die zudem Andre Hoffmann (62.) wegen einer Frustattacke durch die Rote Karte verloren. Nach der vierten Niederlage in Serie ist Hannover nur noch zwei Punkte von Rang 16 entfernt.

Das waren wichtige drei Punkte in einem sehr emotionalen Spiel. Wir haben gezeigt, dass wir dranbleiben wollen wie die Kletten, sagte Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht im TV-Sender Sky zu der Tatsache, dass der Anschluss hergestellt ist. Es ist ein wunderbarer Tag. Die Mannschaft ist mit dem Druck sehr gut umgegangen. Wir sind nach wie vor dabei, frohlockte Manager Marc Arnold, nachdem der Neuling vor Wochen von vielen schon abgeschrieben worden war.

Uns ist der Befreiungsschlag nicht gelungen, räumte Hannovers Kapitän Lars Stindl ein. 96-Präsident Martin Kind hatte die Vorstellung bereits in der Halbzeitpause als inakzeptabel bezeichnet.

3300 Beamte waren rund um das Derby im Einsatz, um Ausschreitungen wie beim Hinspiel im November in Hannover zu verhindern. Bei der Anreise zum Stadion und während der Partie blieb nach Polizeiangaben alles friedlich. Der größte Teil der 2280 Gäste-Fans war mit 50 Bussen in die 70 Kilometer entfernte Nachbarstadt gefahren worden. Tickets werden nur gegen Ausweis-Vorlage im Bus verteilt.

Gegen diese Praxis demonstrierten rund 700 Fans vor dem Bahnhof in Braunschweig. Das erste Bundesliga-Derby in Braunschweig seit 39 Jahren war zu Beginn geprägt von großer Nervosität auf beiden Seiten, als erstes Team fand die Eintracht zu ihrer spielerischen Linie. Nach dem dritten Spiel in Serie ohne Niederlage wächst bei den Braunschweigern der Glaube, doch noch dem Abstieg zu entgehen. Während 96 nach der jüngsten Niederlagenserie verunsichert und ängstlich agierte, löste sich bei den Hausherren die Verkrampfung mit dem neunten Saisontor von Kumbela.

Ken Reichel hatte die Führung für den Aufsteiger nach Doppelpass mit Mirko Boland eingeleitet. Nach Reichels scharfer Hereingabe konnte Nationaltorwart Ron-Robert Zieler den Ball nur nach vorne abklatschen, wo Kumbela bereit stand und vollendete - schon das neunte Saisontor für den Deutsch-Kongolesen. Auch beim zweiten Treffer der Blau-Gelben stand in Marcelo ein Abwehrspieler von 96 Pate.

Nach einem weiten Schlag aus der Eintracht-Abwehr von Benjamin Kessel verlor der brasilianische Innenverteidiger das Laufduell gegen Nielsen, der aus 14 Metern in die lange Ecke traf. Der Offensive der Hannoveraner konnte auch Didier Ya Konan bei seinem Startelf-Comeback nach langer Verletzungspause nicht die erhofften Impulse geben. Bis auf einen Kopfball von Christian Schulz (35.) blieb das Team von Tayfun Korkut vor der Pause chancenlos.

Auch die Einwechslung von Jan Schlaudraff für den enttäuschenden Artjoms Rudnevs brachte keinen frischen Wind in die Offensivaktionen der Gäste. Die Hannoveraner kamen bei ihren Angriffsbemühungen selten über Ansätze hinaus. Noch die beste Chance verzeichnete Szabolcs Huszti mit einem Pfostenschuss (72.). Der ganze Frust der 96er entlud sich in einem Foul von Hoffmann, der Boland von hinten in die Beine trat, obwohl das Spiel längst unterbrochen war und dafür von Schiedsrichter Peter Gagelmann in die Kabine geschickt wurde.



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