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96 gegen Hoffenheim

Auswärts geht’s aufwärts

Rückenwind auf der Reise nach Sinsheim: In der Rückrunde hat 96 schon sieben Punkte in fremden Stadien geholt – und damit mehr als in der heimischen HDI-Arena.

veröffentlicht am 25.03.2014 um 08:04 Uhr
aktualisiert am 28.03.2014 um 00:15 Uhr

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Eigentlich könnte man die morgige Partie aus Sicht von Hannover 96 schon abhaken. Schließlich steht dann bei 1899 Hoffenheim ja ein Auswärtsspiel auf dem Programm. Und da galt in der Fußball-Bundesliga für Fans der „Roten“ lange ein alles andere als angenehmer Grundsatz: tapfer sein und die Punkte am besten mit der Post verschicken. Aber halt! Diese Zeiten sind vorbei. Denn 96 kann plötzlich auch auswärts. Und wie. Beim Blick auf die – leider nur inoffizielle – Auswärtstabelle der Rückrunde könnte den Anhängern derzeit fast schwindelig werden. Dort stehen die Hannoveraner, die vor der Winterpause keinen einzigen Punkt in der Fremde geholt hatten und abgeschlagen auf dem letzten Platz der Auswärtstabelle lagen, plötzlich auf Platz 6. Also praktisch auf einem Europa-League-Platz.

Sieben Punkte holte das Team unter seinem neuen Trainer Tayfun Korkut auswärts. Zwei Siege – einer zum Rückrundenstart in Wolfsburg (3:1), einer vor eineinhalb Wochen in Berlin (3:0) –, dazu ein Remis in Augsburg (1:1) lassen die Bilanz aus den ersten fünf Partien in fremden Stadien überaus erfreulich aussehen. Und zwar sogar besser als die Heimbilanz. Zum Vergleich: Aus den ersten vier Spielen in der HDI-Arena holten die „Roten“, die seit Jahren vor allem für ihre enorme Heimstärke bekannt sind, nur vier Punkte.

Doch wie kann das plötzlich sein? Hat Korkut dem Team bei seinem Amtsantritt im Januar einen Geheimplan für Auswärtsspiele verraten? Oder hat er den Profis einfach nur verboten, daran zu denken, dass sie auswärts eigentlich gar nicht können? Nun, ganz so simpel ist es dann doch nicht.

Die Antwort liegt zum einen in der wiederentdeckten mannschaftlichen Geschlossenheit. Agierten die „Roten“ speziell zum Ende der Hinrunde meist wie eine Ansammlung von Einzelspielern, zwischen denen sich bei Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung riesige Lücken auftaten, stehen sie jetzt fast immer kompakt. Korkut hat sein Hauptaugenmerk darauf gelegt, der Mannschaft seine Vorstellung von taktischer Disziplin und gegenseitiger Unterstützung zu vermitteln. Als Ergebnis daraus kommen die Gegner nur selten in Überzahl vor das Tor von Ron-Robert Zieler. Dass 96 mit dieser Taktik allerdings auch nicht gerade für Offensivfeuerwerke bekannt ist, steht auf einem anderen Blatt.

Ein weiterer Faktor ist die Effektivität. Wie zu besten Zeiten, in denen die Hannoveraner bis in den Europacup stürmten, machten sie auswärts zuletzt wieder aus fast jeder Chance ein Tor: In Wolfsburg und auch in Augsburg nutzten Artjoms Rudnevs und Mame Diouf jeweils die erste Möglichkeit zum Führungstreffer. Und in Berlin machte 96 sogar mit drei Torschüssen drei Tore. Mit dieser Quote geht es dann auch auswärts aufwärts. Wobei man eine Kleinigkeit nicht unerwähnt lassen sollte: Gegen die drei Gegner, gegen die das Korkut-Team in der Rückrunde auswärts gepunktet hat, sammelte die Mannschaft in der Hinrunde auch unter Mirko Slomka sieben Punkte – allerdings im heimischen Stadion.

Apropos Slomka: Der ehemalige 96-Trainer dürfte in diesen Tagen wahrlich kein Freund der Bundesliga-Auswärtstabelle sein. Denn er findet sich in der Rückrunde auch mit dem Hamburger SV da wieder, wo er mit den „Roten stand: auf Platz 18 – mit null Punkten.

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