weather-image
15°
96 vor dem Spiel in Berlin

Auf der Suche nach der Konstanz

Hannover 96 könnte sich am Freitagabend mit einem Sieg in Berlin oben festbeißen. Doch Trainer Tayfun Korkut und seine Mannschaft suchen in dieser Saison noch nach ihrer Konstanz.

veröffentlicht am 06.11.2014 um 21:09 Uhr
aktualisiert am 09.11.2014 um 00:22 Uhr

Auf-der-Suche-nach-der-Konstanz.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Wenn Fußballtrainer über die Ziele sprechen, die sie mit ihrer Mannschaft erreichen wollen, dann fällt häufig ein Begriff: Konstanz. Das ist in der Kreisliga nicht viel anders als in der Bundesliga. Es geht dann um Konstanz in den Leistungen, aber vor allem auch um Konstanz in der Startaufstellung, damit sich die Mannschaft einspielen kann und sich – so heißt das heutzutage im modernen Fußball – die nötigen Automatismen einstellen.

Doch wenn man auf den bisherigen Saisonverlauf von Hannover 96 blickt, dann fällt außer der erfreulichen Tabellensituation mit dem 6. Platz und sogar Tuchfühlung zu den Champions-League-Plätzen vor allem eines auf: Das, was am meisten fehlt, ist Konstanz.

Das gilt für die bisweilen sehr schwankenden Leistungen. Vor allem aber für das Personal. Wenn die „Roten“ heute Abend zum Auftakt des 11. Spieltages in der Bundesliga bei Hertha BSC Berlin antreten, dann könnte es durchaus sein, dass sie zum elften Mal in dieser Saison mit einer veränderten Startaufstellung auflaufen. Meist war Trainer Korkut in den vergangenen Wochen wegen der zahlreichen Ausfälle zu Umstellungen gezwungen. Mal waren es Verletzungen wie die von Edgar Prib, Miiko Albornoz und Leon Andreasen, mal Sperren wie die von Ceyhun Gülselam nach der Gelb-Roten Karte in Dortmund.

Doch bisweilen warf der 40-Jährige das Personalkarussell auch aus taktischen Gründen an – etwa in Paderborn, wo etwas überraschend Gülselam die Rolle von Andreasen im defensiven Mittelfeld übernahm.

21 Spieler setzte Korkut damit in dieser Saison bereits ein, der seit Saisonbeginn immer wieder betont hatte, dass er jeden einzelnen Akteur im Kader brauchen werde. Und schon heute könnte der 22. dazukommen. Mit Lars Stindl hat sich der seit Saisonbeginn schmerzlich vermisste Kapitän zurückgemeldet. Im Erstrunden-Pokalspiel in Walldorf hatte sich der 26-Jährige einen Außenbandanriss im rechten Knie zugezogen und seitdem noch keine einzige Minute in der Bundesliga absolvieren können.

Doch das könnte sich in Berlin ändern. Zwar ist es eher unwahrscheinlich, dass Korkut den Mittelfeldspieler nach der langen Verletzungspause gleich von Beginn an ins kalte Wasser werfen wird – zumal nach der Partie eine zweiwöchige Länderspielpause inklusive eines Testspiels in Osnabrück ansteht, bei dem Stindl Spielpraxis sammeln könnte. Doch ganz ausgeschlossen ist das Startelf-Comeback auch nicht. Denn Stindl war die Ungeduld in den vergangenen Wochen deutlich anzumerken. Und die Lücke, die sein Ausfall auf der Position im zentralen offensiven Mittelfeld gerissen hat, konnte keiner der Ersatzleute wirklich schließen.

So oder so spricht einiges dafür, dass der 96-Coach die erfolgreiche Formation vom 1:0-Sieg über Eintracht Frankfurt zumindest auf einer Position verändert. Denn nach seiner Sperre steht Gülselam wieder zur Verfügung und dürfte gegenüber Maurice Hirsch die besseren Karten für die Rolle als Nebenmann des gebürtigen Berliners Manuel Schmiedebach besitzen.

„Beide haben ihre Sache sehr gut gemacht“, erklärte Korkut mit Blick auf Gülselam und den erst 21-jährigen Hirsch, der gegen Frankfurt sein Startelfdebüt in der Bundesliga feierte. Was so viel heißt wie: „Lasst euch überraschen.“ Vielleicht setzt der Trainer ja tatsächlich noch einmal auf Hirsch und damit auf dieselbe Startformation wie vor einer Woche. Es wäre zumindest ein bisschen Konstanz.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare