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Schlechtes 96-Spiel gegen Wolfsburg

Abschied aus der 1. Liga?

Der Auftritt von Hannover 96 im Spiel gegen den VfL Wolfsburg erschütterte den Glauben an den Klassenerhalt tief. Das war nicht geplant, kommentiert Trainer Schaaf das Trauerspiel. Wenn 96 am Sonnabend gegen Bremen wieder verliert, können sie sich aus der 1. Liga verabschieden.

veröffentlicht am 02.03.2016 um 18:38 Uhr
aktualisiert am 05.03.2016 um 00:21 Uhr

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Es waren nur noch wenige Zuschauer im Stadion, die Spieler längst in den Kabinen verschwunden, als Hannover 96 nach der 0:4-Pleite im Bundesliga-Niedersachsenduell gegen den VfL Wolfsburg über Lautsprecher und auf der Leinwand mit einer besonderen Fanaktion warb. Zu gewinnen gab es ein „Sicherheitstraining mit 96-Profis“.

Wäre es nicht erneut ein trostloser Fußballabend für alle gewesen, die mit den „Roten“ im Abstiegskampf hoffen und bangen, wäre das vermutlich gar nicht aufgefallen. Doch angesichts der Leistung in der zweiten Halbzeit wirkte die Aktion unfreiwillig komisch, denn das passende Angebot wäre nicht ein Sicherheitstraining mit, sondern eines für 96-Profis gewesen.

Nach einer ordentlichen Viertelstunde, die darauf hoffen ließ, dass Hannover 96 nach dem 2:1-Sieg in Stuttgart auch gegen Wolfsburg punkten kann, legte die Mannschaft einen Auftritt hin, den Kapitän Christian Schulz als „vogelwild“ bezeichnete. Ein Auftritt, der den Glauben an den Klassenerhalt tief erschütterte, weil ausnahmslos alle Spieler alles vergaßen, was man gegen eine ballsichere, spielstarke Mannschaft wie die Wolfsburger benötigt. Das 96-Team ist mittlerweile berüchtigt für seine Begriffsstutzigkeit, die unabhängig vom Trainer an der Seitenlinie zu sein scheint.

Staunend musste Thomas Schaaf zuschauen, wie sich seine Spieler immer weiter zurückzogen, freundlich freie Zonen schufen, durch die der dreifache VfL-Torschütze Andre Schürrle und seine Kollegen unbedrängt durchlaufen und -dribbeln konnten. Schaaf wollte nach dem 0:1-Pausenrückstand gegensteuern mit mehr Offensive; dass seine Elf dem Gegner in der eigenen Hälfte aber „so viel Raum“ ließ: „Das war nicht geplant.“

Wenn es einen Titel für das Abwehrverhalten gäbe, bei dem es darauf ankommt, immer in der Nähe der Gegenspieler zu sein, dann aber zuzuschauen, was die mit dem Ball so anstellen, dann hätten ihn gleich mehrere 96-Profis verdient. Lange nach dem Spiel stand Schaaf in der Mixedzone, um ihn herum ein Dutzend Reporter, denen er versuchte, Erklärungen zu liefern, auch wenn er vermutlich selbst keine hatte. Die Statistik bescheinigte ihm, dass seine Spieler insgesamt 125 Kilometer gelaufen waren, mehr als die Wolfsburger (117). Die Laufleistung sei da, das, was Schaaf gern unter dem Sammelbegriff „Etwas einsetzen“ zusammenfasst. „Aber leider machen wir nicht das Richtige.“

Man dürfe nicht nur hinlaufen, sondern müsse „attackieren, drängen, nachsetzen. Es gibt in unserem Spiel keine absolute Garantie, keine absolute Sicherheit. Das müssen wir uns immer wieder erarbeiten.“ Das Problem daran ist: 96 hat keine Zeit, die Saison ist nicht sechs oder sieben, sondern 24 Spieltage alt, und das Punktekonto ist mit 17 Zählern immer noch unzureichend gefüllt. Wenn die Sicherheit nicht bald Bestandteil des hannoverschen Spiels wird und der Achterbahnfußball schnell aufhört, dann kann sich 96 spätestens Ende März auf Abschiedstour aus der 1. Liga begeben.

Es gab ja bereits zwei Heimpleiten, nach denen man dachte: Das war’s dann wohl. Nach dem 0:1 gegen Mainz. Und dem 0:1 gegen Augsburg. Sonnabend geht es zu Werder Bremen, einem Nachbarn ebenfalls in Abstiegsnot. Wenn 96 dort verliert, können die Wörter „dann wohl“ gestrichen werden. Dann heißt es: Das war’s.

„Ich kann mich nur wiederholen. Wolfsburg war ein enttäuschendes Ergebnis, aber es geht weiter“, sagte Schaaf. Sonnabend in Bremen.



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