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Zweiter „Flitzer“-Vorfall

96-Spiele bald hinter Gittern?

Erst ein „Flitzer“ vor drei Wochen während des Heimspiels gegen Mainz 05, am vergangenen Sonnabend gegen den FC Augsburg schon wieder einer. Nun diskutiert Hannover 96 über mögliche Maßnahmen – und Alternativen zu einem Zaun.

veröffentlicht am 23.09.2013 um 19:37 Uhr
aktualisiert am 26.09.2013 um 00:15 Uhr

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Eigentlich machen Heimspiele von Hannover 96 in dieser Saison richtig viel Spaß. Die Mannschaft eilt in der Fußball-Bundesliga vor heimischem Publikum von Sieg zu Sieg, die Stimmung in der HDI-Arena ist entsprechend gut, und sogar um die Auseinandersetzungen zwischen einem Teil der Fans in der Nordkurve und Klubchef Martin Kind ist es seit Saisonbeginn erfreulich ruhig geworden. Alles bestens also – wären da zuletzt nicht diese beiden uneingeladenen Gäste auf dem Rasen gewesen: Erst ein „Flitzer“ vor drei Wochen während des Heimspiels gegen Mainz 05, nun am vergangenen Sonnabend gegen den FC Augsburg schon wieder einer. Und plötzlich müssen sich die Zuschauer in den unteren Reihen der Westtribüne vielleicht sogar Sorgen machen, bald nur noch durch einen Metallzaun auf das Spielfeld blicken zu können.

Nach dem Vorstoß von Stadionchef Thorsten Meier, der am Sonnabend angekündigt hatte, 96 werde die Installation eines 2,20 Meter hohen Zauns zwischen den Blöcken W1 und W7 prüfen, versuchte Martin Kind am Montag, die Wogen etwas zu glätten. „Ich bin derzeit noch sehr defensiv, was einen Zaun angeht“, sagte der Klubchef. Natürlich müsste 96 angesichts der beiden Vorfälle über Konsequenzen nachdenken, um es Nachahmern möglichst schwer zu machen. Doch vorerst favorisiert Kind dabei noch weniger drastische Ansätze. „Es gibt ja auch noch die Möglichkeit, mehr Sicherheitskräfte einzustellen oder das Personal anders aufzuteilen“, erklärte der 96-Präsident. „Eines ist jedenfalls klar: Unsere Maßnahmen werden beim nächsten Heimspiel sicherlich anders aussehen als zuletzt.“

Denn an einer Wiederholung der Störungen durch „Flitzer“ hat der Bundesligist wenig Interesse. Zwar hält sich der finanzielle Schaden für 96 voraussichtlich in Grenzen, da die vom Sportgericht wegen mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen verhängten Strafen direkt an die Verursacher weitergegeben werden, deren Personalien noch im Stadion von der Polizei festgestellt wurden. Aber unabhängig davon besteht natürlich auch ein nicht zu unterschätzendes Risiko für die Spieler und die Schiedsrichter auf dem Feld. „Wir hatten bislang offensichtlich zwei ‚Flitzer‘, die nichts Böses im Sinn hatten“, sagte Sportdirektor Dirk Dufner. „Aber das kann ja auch einmal anders sein.“

Um das zu verhindern, werden die Verantwortlichen in den kommenden Tagen noch einmal intensiv über geeignete Maßnahmen beraten. Wie Kind sprach sich zwar auch Dufner am Montag vom Grundsatz her gegen einen Zaun an der Westtribüne aus. Doch sollte es in den nächst Heimspielen noch einmal zu einem derartigen Vorfall kommen, könnte sich die Deutsche Fußball-Liga genötigt fühlen, an die Ligastatuten zu erinnern. Denn die schreiben eine Abgrenzung zwischen Zuschauerreihen und dem Innenraum vor. Sei es ein Zaun oder ein Graben. Auch wenn das in Hannover eigentlich niemand will.



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