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„Geschlachtet wird es nicht“

96-Schwein findet neues Zuhause

Schwein gehabt: Ein Ferkel mit Fan-Schal, das wohl Anhänger von Eintracht Braunschweig vor dem Derby gegen Gastgeber Hannover 96 in der Leinestadt ausgesetzt hatten, findet in Kleinenbremen ein neues Zuhause.

veröffentlicht am 17.11.2013 um 16:21 Uhr
aktualisiert am 20.11.2013 um 00:15 Uhr

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„Geschlachtet wird es nicht“, verspricht die neue Besitzerin Julia Czaja (29), die das Tier jetzt in der Tierärztliche Hochschule Hannover abgeholt hat. Die Lütgenbremerin und ihr Lebensgefährte betreiben eine reine Hobbyhaltung. Sie pflegen außerdem Kaninchen, Enten, Gänse sowie Sau Auguste, die nun Gesellschaft bekommt.

Einen Namen hat der Neuzugang noch nicht. Es läuft wohl auf Anton oder Martin hinaus – Martin wie 96-Klubchef Martin Kind, der das Schwein schon adoptieren wollte. „Darüber würden wir uns freuen“, sagt Julia Czaja, die übrigens HSV-Fan ist, aber das nur am Rande.Die Vermittlung übernahm das Tierheim Hannover. Nachdem die Krankenschwester vom Schicksal des kastrierten kleinen Ebers erfahren hatte, meldete sie sich dort und konnte auch die verlangte Betriebsnummer vorweisen. „Das Schwein tat mir leid“, erzählt Czaja. „Ich wollte nicht, dass es im Tierheim alt wird.“ Womöglich noch allein.

Die Sache mit dem etwa drei Monate alten Ferkel war nur eine von vielen gegenseitigen Provokationen im Vorfeld des Fußballspiels, allerdings eine besonders üble. Um den Hals trug das Schwein einen Fan-Schal, links am Körper prangte der 96-Schriftzug.

Besonders geschmacklos: Auf die rechte Seite hatte das Borstenvieh eine „1“ gepinselt bekommen, offenbar als Anspielung auf Hannovers früheren Torwart Robert Enke, der sich vor vier Jahren das Leben genommen hatte. So irrte das Tier mitten in der Nacht durch die Oststadt der niedersächsischen Metropole, wo es fast von einem Auto überfahren worden wäre. Die Zahlen, offenbar aus Lackfarbe, sind heute noch zu sehen und müssen sich mit der Zeit auswachsen.

Im Nachhinein kann der kastrierte Eber, ein sogenannter Borg, von Glück grunzen. Die Odyssee durch Hannover gab seinem früheren Leben als Mastschwein mit begrenzter Lebenserwartung die Wende zum Guten. Abgesehen davon, dass er in Kleinenbremen wohl eines natürlichen Todes sterben wird, hat er dort Auslauf, kann sich nach Herzenslust im Schlamm suhlen, bekommt Getreideschrot, Kartoffeln, Obst, Gemüse und auf besonderen Wunsch auch Eier, denn Sau Auguste liebt Hühnereier.

„Er hat es gut getroffen“, meint auch Julia Czaja, die eine Schwäche für Schweine hat. „Schweine sind so ziemlich die intelligentesten Tiere, die man sich vorstellen kann“, erklärt sie. Und der Neue gilt als besonders pfiffiges Exemplar. „Er ist lebhaft und kontaktfreudig, wühlt im Modder, kuschelt gern und lässt sich streicheln“, fasst Julia Czaja zusammen. Ihr Urteil: „Das Schwein hat Charakter.“



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