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Redebedarf nach der Abreibung

96-Profis suchen Erklärungen für das 0:5 von München

Es fiel nicht allen Spielern leicht, das Debakel von München einzuordnen und zu erklären. Trotzdem versuchten die Spieler von Hannover 96, Erklärungen für die 0:5-Pleite zu finden.

veröffentlicht am 26.11.2012 um 08:19 Uhr

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Nach so einer deftigen Klatsche, wie sie Hannover 96 beim FC Bayern kassiert hat, ist die Lust von Fußballprofis auf eine kurze Unterhaltung mit den Journalisten nach dem Abpfiff in der Regel sehr überschaubar. Mit Kopfhörern und ins Gesicht gezogenen Käppis signalisieren sie auf dem Weg von der Kabine zum Mannschaftsbus, dass sie nur ja in Ruhe gelassen werden wollen. Aber auch hier überraschten die 96-Profis, die kurz zuvor beim 0:5 vom FC Bayern ordentlich Prügel bezogen hatten – dieses Mal jedoch positiv. Sie stahlen sich nicht davon, sie stellten sich. Es gab Redebedarf.

Dass 96 gegen eine starke und in allen Belangen überlegene Münchener Mannschaft chancenlos war, daran hatte niemand einen Zweifel. Das „ziemlich doofe Tor“, wie Sergio da Silva Pinto die Bayern-Führung durch Javier Martinez in der 3. Minute beschrieb, war ein Auftakt, wie er schlechter für die „Roten“ nicht hätte sein können. Dennoch habe 96 „in der 1. Halbzeit ein ordentliches Spiel gemacht. Das 3:0 war zu hoch“, sagte da Silva Pinto.

Wie schon beim 1:0, so waren die 96-Profis auch in vielen anderen Situationen „nicht nah genug an den Gegenspielern dran“, meinte 96-Torwart Ron-Robert Zieler: „Außerdem haben wir zu viele individuelle Fehler gemacht.“ Man solle die Niederlage jedoch nicht an einzelnen Spielern festmachen, sagte Mario Eggimann: „Wenn wir so wie dieses Mal gegen die Bayern richtig auf die Fresse kriegen, dann nehmen wir das auch als Mannschaft hin.“

Es fiel nicht allen Spielern leicht, das Debakel von München einzuordnen und zu erklären. „Die Art und Weise, wie wir hier verloren haben: Es ist schwer, dafür die richtigen Worte zu finden“, sagte Zieler. „So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Steven Cherundolo hingegen schon, schließlich spielt der Routinier bereits seine 15. Saison für die „Roten“. Und weil er in diesen Jahren mit 96 schon so viel erlebt hat, hatte der Amerikaner auch ein paar Erklärungen parat. „Es gibt zwei Dinge, die uns in der Vergangenheit stark gemacht haben: Wir sind konsequent in die Zweikämpfe gegangen, haben mit einem Ballgewinn die defensive Arbeit erledigt und dann einen sauberen Pass nach vorne gespielt“, sagte Cherundolo, der diese Qualität seines Teams in München vermisste.

„Wir sind bei jedem Gegentor in Überzahl, gehen aber nicht richtig hin. Und wenn wir den Ball haben, schenken ihn immer wieder schnell her“, sagte der Verteidiger und erinnerte an die Spielweise, mit der die „Roten“ in den vergangenen beiden Jahren so erfolgreich waren. „Unser Spiel ist relativ einfach. Wir versuchen jedoch, warum auch immer, jeden Gegner mit spielerischen Elementen zu besiegen. Das war noch nie unser Erfolgsrezept. Vielleicht wird es das einmal, doch dafür brauchen wir noch 15 oder 20 Jahre.“

Eine „realistische“ Einschätzung der Situation fordert da Silva Pinto. „Die Erwartungshaltung ist extrem gestiegen. Dass wir nach zweieinhalb Jahren auch einmal eine schlechte Phase haben, die über einen längeren Zeitraum geht, ist menschlich. Aber das, was von vielen Leuten von uns verlangt wird, ist unmenschlich. Wir sind immer noch Hannover 96 und nicht der FC Bayern, Borussia Dortmund oder der FC Schalke 04.“ Da werde vieles „zu negativ gesehen und auch zu negativ über uns berichtet“, meinte der 32-jährige Mittelfeldspieler. Sechs Niederlagen in den bisherigen 24 Pflichtspielen seien schließlich „keine schlechte Quote“. Da 96 jedoch alle sechs Niederlagen in der Bundesliga kassierte, ist die Bilanz mit fünf Siegen und sechs verlorenen Spielen in der Liga negativ.

Das können die „Roten“ schon am Dienstag im Heimspiel gegen Greuther Fürth (20 Uhr) ändern und mit einem Sieg wieder den Anschluss an die Spitzengruppe herstellen. „Wir wollen endlich mal wieder ein gutes Spiel zeigen und zu Hause gewinnen“, sagte Eggimann.



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