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Prozess ums Schwarzfahren

96-Nachwuchsspieler ignoriert Termin vor Gericht

Ein 19-jähriger Nachwuchsspieler von Hannover 96 ignorierte am Dienstag einen Gerichtstermin. Eigentlich sollte er sich für ein vergleichsweise geringfügiges Delikt verantworten – Schwarzfahren. Zudem soll der U19-Abwehrspieler mit zwei weiteren Nachwuchsspielern einen Raubüberfall auf eine Spielhalle geplant haben.

veröffentlicht am 27.04.2016 um 08:56 Uhr
aktualisiert am 30.04.2016 um 00:21 Uhr

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Ein junger Fußballspieler von Hannover 96 scheint alles darauf anzulegen, seine hoffnungsfrohe Karriere schnellstmöglich zu ruinieren. Bereits im Februar war der U19-Abwehrspieler wegen schwerwiegender Vorwürfe in die Schlagzeilen geraten: Mit zwei anderen Spielern aus dem Nachwuchsleistungszentrum soll er einen Raubüberfall auf eine Spielhalle in Lauenau geplant haben. Am Dienstag nun sollte sich der 19-Jährige zum zweiten Mal wegen eines vergleichsweise geringfügigen Delikts - Schwarzfahren - vor dem Amtsgericht Hannover verantworten - doch er erschien nicht. Die Richterin kündigte an, ihn nächstes Mal von der Polizei vorführen zu lassen.

Der junge Fußballer war im August 2015 in einer Stadtbahn Richtung Empelde ohne Fahrausweis erwischt worden. Neben 60 Euro erhöhtem Beförderungsentgelt handelte er sich eine Anzeige wegen Erschleichens von Leistungen ein. Im Februar 2016 wurde das Verfahren am Amtsgericht eingestellt - mit der Auflage, dass der Abwehrspieler acht Stunden Hilfsdienste - gerne auch gesplittet - leisten müsse. In Anwesenheit des Justiziars von 96 versprach der 19-Jährige, auch auf diesem ungewohnten Terrain seinen Mann zu stehen, sei es im Altenpflegeheim oder in einer Kindertagesstätte. Doch dann die Enttäuschung: Trotz einer richterlichen Erinnerung schaffte es der Nachwuchskicker bis gestern nicht, zu diesem Hilfsdienst anzutreten. Und nicht nur das - selbst beim neuerlichen Verhandlungstermin glänzte er durch Abwesenheit. Nun ist ein dritter Termin anberaumt, bei dem der U19-Spieler mit einer Eskorte von Polizeibeamten rechnen muss.

Die Ermittlungen wegen stehen nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Bückeburg kurz vor dem Abschluss. Die drei 96-Spieler, alle 18 oder 19 Jahre alt, sollen Anfang Februar im Audi eines Spielervaters Utensilien wie Sturmhaube, Schal und Schreckschussrevolver deponiert haben. In Lauenau stahlen sie die Kennzeichen von zwei anderen Fahrzeugen und montierten sie an den Audi. Doch dann überlegten es sich die drei offenbar anders und fuhren zurück nach Hannover, wo sie den Wagen mit den zwei verschiedenen Kennzeichen im Halteverbot parkten - was der Polizei ins Auge fiel. Daraufhin kamen die Ermittlungen ins Rollen: wegen versuchten Raubs, Verstoßes gegen das Waffengesetz und Diebstahls von Autokennzeichen. Was die Staatsanwaltschaft tatsächlich anklagen wird, ist noch offen; möglicherweise wird der Punkt „versuchter Raub“ durch den nicht ganz so folgenschweren Tatvorwurf der Verabredung zu einem Verbrechen ersetzt.

Nach Auskunft von 96-Pressesprecher Christian Bönig hat der Abwehrspieler dem Verein gegenüber geäußert, vom Gerichtstermin am Dienstag nichts gewusst zu haben. Immerhin habe der 19-Jährige gut 40 Sozialstunden, die ihm der Verein auferlegt hatte, in der privaten Jugendhilfeeinrichtung „Domiziel“ in Dedenhausen anstandslos abgeleistet. Um die drei U19-Spieler nicht gleich gänzlich ins Abseits zu stellen, hat 96 inzwischen auch ihre Suspendierung aufgehoben: Sie trainieren wieder mit der Mannschaft und haben auch schon Spiele absolviert.



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