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Vergabe der Derby-Tickets

96-Fan lehnt Angebot im Kartenstreit ab

Der Streit um die Vergabe der Eintrittskarten für die Fußball-Bundesligapartie zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 spitzt sich weiter zu. Am Montag lehnte ein zweifacher Familienvater und Auswärtsdauerkartenbesitzer ein Angebot von Hannover 96 zur Beilegung des Konflikts rigoros ab.

veröffentlicht am 31.03.2014 um 12:04 Uhr
aktualisiert am 03.04.2014 um 00:15 Uhr

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Der Vater will per Gerichtsentscheid durchsetzen, dass er und seine beiden Kinder auf eigene Faust zum Derby reisen dürfen und die Eintrittskarten für den Gästeblock vorher zugeschickt bekommen. Aus Sicherheitsgründen hatten sich die Vereine darauf verständigt, dass alle 2100 Anhänger der „Roten“ am Sonntag ausschließlich mit speziellen Bussen nach Braunschweig fahren und die Tickets erst auf der Anreise ausgehändigt bekommen.

Jetzt hat Rechtsanwalt Andreas Hüttl, der den Vater und die beiden Kinder vertritt, im Namen seiner Mandanten die Offerte von 96 zurückgewiesen, den dreien Ehrenkarten für das Derby zur Verfügung zu stellen und eine individuelle Anreise des hannoverschen Fantrios nach Braunschweig zu ermöglichen. Die Karten, die der Verein angeboten habe, seien nicht die Tickets, die die drei beim Kauf der Auswärtsdauerkarten erworben hätten. Der Vater und die Kinder „haben sich beim Kauf der Karten bewusst um Karten bemüht, bei denen sie die Spiele mit den anderen 96-Fans im Auswärtsfanblock anschauen und die Mannschaft gemeinsam anfeuern können“, heißt es in einer Mitteilung des Rechtsanwalts. Dieses gemeinsame Erlebnis sei mit den Ehrenkarten auf der Haupttribüne zwischen dem Braunschweiger Heimpublikum nicht gegeben, argumentiert der Jurist weiter. In dem Prozess vor dem Amtsgericht Hannover hatte der Vater angegeben, sein Sohn leide an einer Krankheit, die es ihm zwar ermögliche, ein Fußballspiel zu besuchen, aber nicht an einer langen Busfahrt teilzunehmen. Nach dem Angebot von Hannover 96 hatte das Gericht die eigentlich für Montagmittag angesetzte Urteilsverkündung in dem Verfahren aufgehoben.

Rechtsanwalt Hüttl wollte sich am Montag nicht dazu äußern, welchen Weg seine Mandanten in dieser Sache nach der Ablehnung des Angebots einschlagen wollen. Er wollte auch keine Angaben zu der Frage machen, ob weitere hannoversche Besitzer von Auswärtsdauerkarten zu seinen Mandanten zählen, die ebenfalls gerichtlich gegen die Vergabepraxis zum Derby vorgehen wollen. Andreas Hüttl hat sich in der 96-Fanszene einen Namen gemacht. So berät er den hannoverschen Ableger der Fanhilfe. Die Organisation, die aus der sogenannten Ultra-Szene hervorgegangen ist, hat sich zur Aufgabe gemacht, „die Rechte von Zuschauern von Fußballspielen zu wahren.“

Die Polizei in Braunschweig bereitet sich unterdessen auf einen der größten Einsätze ihrer Geschichte vor. Am Sonntag sollen 2000 Einsatzkräfte aus Niedersachsen und den angrenzenden Bundesländern für einen friedlichen Ablauf des Derbys sorgen. Dazu kommen noch weitere Einheiten der Bundespolizei, die für die Absicherung der Bahnhöfe zuständig sind. Zudem wird die Behörde an zentralen Plätzen der Stadt zusätzliche Videoüberwachungsanlagen installieren. „Wir rechnen damit, dass sich, wie im Hinspiel, 1000 gewaltbereite Eintracht-Fans und ebenso viele Problemfans aus Hannover in der Stadt aufhalten werden“, sagt ein Behördensprecher. Die rund 2100 96-Fans, die mit Bussen zum Stadion gebracht werden, werden von einer Hundertschaft der Polizei Hannover begleitet. Die Braunschweiger Polizei geht eigenen Angaben zufolge nicht davon aus, dass sich darunter Fußballchaoten befinden. „Die Tickets wurden ausgelost, sie sind personalisiert, sodass jeder Besucher im Gästeblock namentlich bekannt ist“, sagt ein Polizeisprecher.

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