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0:1-Niederlage bei Testspiel

96 verpatzt Generalprobe gegen Sunderland

Die Generalprobe ist gründlich danebengegangen: Hannover 96 hat das Testspiel gegen den AFC Sunderland mit 0:1 verloren. Die Roten, die den 10.200 Zuschauern einen wenig unterhaltsamen Nachmittag boten, verschossen dabei sogar einen Strafstoß.

veröffentlicht am 01.08.2015 um 18:52 Uhr
aktualisiert am 04.08.2015 um 00:21 Uhr

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Pfiffe bei der Saisoneröffnung! Die gibt es selten, und darum sagen sie auch umso mehr aus. Die wenigen Fans von Hannover 96 , die die Generalprobe gegen den AFC Sunderland sehen wollten, waren schlichtweg enttäuscht – und auch ein Stück weit entsetzt. Eine Woche vor dem Pflichtspielstart lief bei den „Roten“ nämlich herzlich wenig zusammen. Im Spiel nach vorn eigentlich gar nichts.

96 knüpfte in der HDI-Arena nahtlos an die anderen schwachen Spiele der Vorbereitungszeit an, zuletzt gewann das Team keines seiner fünf Partien, zwei gingen sogar verloren. Und es ging keineswegs gegen hochkarätige Gegner: 0:0 bei Preußen Münster (Regionalligist), 1:1 RCD Mallorca (Zweitligist), 0:0 gegen Hull City (Zweitligist), 0:2 gegen Caykur Rizespor und jetzt 0:1 gegen Sunderland (beides Erstligisten, die in ihren Ligen eher gegen den Abstieg kämpfen). Ergebnisse, hat 96-Trainer Michael Frontzeck immer wieder gesagt, würden für ihn in der Vorbereitung keine Rolle spielen. Okay, klammern wir die aus. Aber was dann unter dem Strich zu finden ist, macht es auch nicht viel besser. Die Mannschaft überbietet sich in Harmlosigkeit. Man musste schon ganz genau hinsehen, um positive Ansätze zu erkennen. Wenigstens der Neue, Allen Saint-Maximin, sorgte bei seinem Debüt für einen kleinen Hoffnungsschimmer. Ansonsten aber bleibt nur ein Fazit: Es holpert noch mächtig bei den „Roten“.

Frontzeck wirbt um Zeit und Geduld für sein junges Team. Aber auch er hat erkannt: „Insgesamt war es sehr dünn, was im eigenen Ballbesitz passiert ist“, sagte er. „Wir haben schon noch Potenzial nach vorn.“ Von dem von ihm favorisierten schnellen Umschaltspiel setzte seine Mannschaft nahezu nichts um. Die Bälle wurden zwar schnell wieder abgespielt, aber meistens unkontrolliert und mitunter auch planlos. Den Mitspieler fanden sie selten.

Torchancen wurden ohnehin keine kreiert. Mevlüt Erdinc, derzeit Stürmer Nummer 1 der „Roten“, etwa schoss nicht einmal aufs AFC-Gehäuse. Wenn es gegen die biederen Engländer mit ihrem Topstürmer Jermain Defoe mal gefährlicher wurde, dann nach Einzelaktionen (Kenan Karaman) oder Weitschüssen (Edgar Prib, Charlison Benschop) – oder eben durch die Hilfe der Schiedsrichterin. Doch selbst den von Bibiana Steinhaus wahrlich geschenkten Elfmeter konnte 96 nicht nutzen. Der angeblich gefoulte Benschop schoss selbst und scheiterte eher kläglich an AFC-Torwart Costel Pantilimon. Da waren allerdings bereits 89 Minuten gespielt.

Auf der anderen Seite hat auch Sunderland wenig Konstruktives und Gefährliches geboten. 96-Coach Frontzeck war deshalb durchaus zufrieden mit der Defensivarbeit seines Teams. „Gegen den Ball haben wir relativ wenig zugelassen“, sagte er. Aber eben nur relativ wenig. Denn beim Gegentor assistierten die „Roten“ mächtig. Erst verlor Salif Sané den Ball (Frontzeck: „Ein klares Foul.“), dann kam Andre Hoffmann nicht schnell genug aus der Abwehr – und dann wurde Torwart Ron-Robert Zieler auch noch auf dem falschen Fuß erwischt vom Torschützen Jeremain Lens (74.).

„Es ist schon so, dass der letzte Feinschliff und die letzte Konsequenz noch fehlen, gerade auch in der Offensive“, sagte Zieler, „Daran müssen wir schleunigst noch arbeiten.“ Diese Arbeit geht morgen weiter. Nach einer Schiedsrichter-Belehrung durch Bundesliga-Referee Michael Weiner soll die Trainingseinheit gegen 15.30 Uhr beginnen. „Ich bin froh, dass die lange Vorbereitungszeit vorbei ist“, sagte Frontzeck, „und wir endlich wieder in den Wettkampfmodus kommen.“ Dafür scheint seine Mannschaft aber längst noch nicht gerüstet.



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