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Niederlage beim VfR Aalen

96 fliegt nach 0:2 aus dem DFB-Pokal

Der VfR Aalen kickt in der zweiten Liga und ist noch dazu vom Abstieg bedroht – doch es langt, um die Favoriten von Hannover 96 mit 0:2 nach Hause zu schicken. Der Ausflug in den DFB-Pokal ist für die Roten damit in dieser Saison beendet.

veröffentlicht am 28.10.2014 um 18:05 Uhr
aktualisiert am 31.10.2014 um 00:16 Uhr

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Fünf Minuten vor Schluss entlud sich gestern Abend ein ganzer Kübel Häme über den Profis von Hannover 96. Mit 2:0 führte der VfR Aalen in der 2. Runde des DFB-Pokalwettbewerbs gegen den Fußball-Bundesligisten und war der großen Überraschung ganz nah. Eigentlich, so sollte man es erwarten, hätten die Fans der Gastgeber – nur Tabellenvorletzter in der 2. Liga – zitternd den Schlusspfiff herbeisehnen müssen. Doch die Aalener schienen gar nicht genug bekommen zu können: „Einer geht noch, einer geht noch rein“, sangen die VfR-Anhänger unter den 5448 Zuschauern. Und tatsächlich durften sich die „Roten“ nach einem erschreckend schwachen Auftritt sogar noch bei ihrem Torhüter Ron-Robert Zieler bedanken, dass sie nur mit 0:2 verloren hatten.

Aber wie kann eine Mannschaft, die noch vor drei Tagen mit 1:0 beim Champions-League-Teilnehmer Borussia Dortmund gewonnen hat, gestern bei einem keineswegs Angst einflößenden Zweitligisten sang- und klanglos aus demPokal ausscheiden? Bei der Suche nach einer Antwort auf diese Frage taten sich die Verantwortlichen nach Spielschluss ziemlich schwer. „Wir haben alles vermissen lassen, was uns in Dortmund ausgezeichnet hat“, sagte ein sichtlich geknickter Trainer Tayfun Korkut. Und Sportdirektor Dirk Dufner wurde noch deutlicher: „Eigentlich waren wir mit dem Vorsatz hergekommen, unbedingt weiterzukommen. Nur habe ich davon in den kompletten 90 Minuten nichts auf dem Feld gesehen – und damit tue ich mich unheimlich schwer.“

Nur in den ersten 20 Minuten konnte man zumindest ein bisschen den Eindruck bekommen, dass in der Scholz-Arena ein Erst- gegen einen Zweitligisten spielt. Die Hannoveraner, bei denen Korkut gleich fünf offensive Akteure aufgeboten hatte – darunter überraschenderweise auch Jan Schlaudraff -, kontrollierten das Spiel und ließen den Ball sicher durch ihre Reihen laufen. Doch klare Chancen konnten sie sich kaum einmal herausspielen. Und kurioserweise entschied sich nach der ersten kleinen Drangphase nach knapp 20 Minuten, in der nacheinander Joselu, der erstmals in der Startelf stehende Innenverteidiger Florian Ballas und Christian Schulz gefährlich vor dem Aalener Tor auftauchten, die Partie praktisch gegen die „Roten“. Im direkten Gegenzug fälschte Ceyhun Gülselam eine Flanke von Nejmeddin Daghfous zum 1:0 für die Gastgeber ins eigene Netz ab. Danach ging beim Favoriten nichts mehr.

Es war schon erschreckend, wie hilflos die 96er in der Folgezeit versuchten, einen zwar aufopferungsvoll kämpfenden, aber keineswegs starken Gegner, auszuspielen. Weder Schlaudraff noch Kiyotake oder der völlig indisponierte Leonardo Bittencourt konnten dem Spiel der Hannoveraner irgendwelche zündenden Ideen geben. Und damit nicht genug. Auch in der Defensive wurde der Auftritt der Gäste immer wilder. Ballas und sein Nebenmann Felipe gerieten plötzlich regelmäßig in Schwierigkeiten, und speziell Linksverteidiger Schulz wirkte schon kurz nach dem Seitenwechsel völlig ausgelaugt. So fiel der entscheidende zweite Treffer durch Michael Klauß (59.) fast zwangsläufig nach einer schönen Kombination über die entblößte linke Abwehrseite.

Eine Antwort fand 96 nicht mehr. Nur der eingewechselte Edgar Prib, der sein Comeback nach langer Verletzungspause gab, sorgte mit einem Distanzschuss für Gefahr (76.). Das war viel zu wenig – wie auch Zieler fand: „Das war von der Körpersprache her eines Erstligisten nicht würdig“, sagte der Nationalkeeper. Dem war nichts hinzuzufügen.

Zieler - Schulz, Trevizan, Sakai - Ballas, Gülselam, Kiyotake, Bittencourt,Schlaudraff - Joselu, Briand

Fejzic - Ofosu-Ayeh, Barth, Mockenhaupt, Feick - Hofmann, Hainault, Ludwig, Drexler, Junglas - Klauß

Die Not muss auch diesmal erfinderisch machen. Aus der Dortmund-Startformation fallen außer Marcelo (im Pokalwettbewerb aufgrund einer Roten Karte für drei Spiele gesperrt) noch Marius Stankevicius (Faserriss im Oberschenkel) und wohl auch Manuel Schmiedebach (Trauerfall in der Familie) aus. Maurice Hirsch könnte so im defensiven Mittelfeld zu seinem Debüt in der Startelf kommen. Weiterhin verzichten muss Trainer Tayfun Korkut auf Miiko Albornoz (Achillessehnenbeschwerden) sowie Lars Stindl, Andre Hoffmann (beide im Aufbautraining) und Leon Andreasen (Beckenringreizung). Der dänische Mittelfeldspieler wird derzeit in Donaustauf therapiert, sein Comeback ist nach Angaben des 96-Cheftrainers nichts absehbar.

Der Zweitligist muss wohl weiterhin auf seinen argentinischen Kapitän Leandro (Muskelfaserriss) verzichten, der erst dreimal wieder mit der Mannschaft trainiert hat. Im Angriff wird Michael Klauß, der bei der jüngsten 1:2-Heimniederlage gegen Union Berlin fehlte, ins Team zurückkehren. Der Verein von der Ostalb hat es noch nie bis in die 3. Pokalrunde geschafft. In Punktspielen reichte es für die Mannschaft von Trainer Stefan Ruthenbeck, der 96 beim Spiel in Dortmund beobachtete, zuletzt in neun Partien nur zu einem Sieg.

Wolfgang Stark (Ergolding).

In Aalen hat 96 bereits Pokalerfahrungen gesammelt – in der 1. Runde in der Spielzeit 2002/2003. Nach Verlängerung hieß es damals 3:2 für die „Roten“, für die Guido Gorges den entscheidenden Treffer erzielte.

Im 14 500 Zuschauer fassenden Aalener Stadion gibt es noch freie Sitz- und Stehplätze. Aus Hannover werden rund 200 Anhänger der „Roten“ vor Ort dabei sein.



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