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Stendel-Interview

„96 braucht wieder Spieler, die vorangehen“

Daniel Stendel,Interimstrainer von Hannover 96, spricht im HAZ-Interview über sein Heimdebüt am Freitagabend gegen Borussia Mönchengladbach, die Identifikationsfigur Manuel Schmiedebach und die Zukunft der „Roten“.

veröffentlicht am 12.04.2016 um 20:41 Uhr
aktualisiert am 15.04.2016 um 00:21 Uhr

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Es geht noch (lacht). Aber es stimmt, die Rückmeldungen waren sehr positiv, worüber ich mich freue.

Im Moment mache ich mir eher Gedanken darüber, wie das nächste Training laufen wird, ob alles so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Am Tag vor dem Spiel spürt man dann die Aufregung etwas mehr, am Spieltag ist das aber wieder vorbei. Da bin ich viel zu sehr auf das Spiel fokussiert. So war es jedenfalls letzte Woche.

Ich verstehe, dass die Fans gerne einen Sieg von uns sehen würden. Aber wir können nicht einfach auf einen Knopf drücken und schwupp hauen wir zu Hause Gladbach und Schalke weg. Wenn wir jedoch ähnlich wie in Berlin auftreten und einige Sachen besser machen, dann muss Gladbach schon deutlich mehr bieten, um etwas mitzunehmen.

Die Jungs sind doch alle in derselben Lage: Die Situation ist nicht toll, es gab wenig Erfolgserlebnisse, dafür viel Negatives. Wir wollen als Einheit agieren - und müssen dann auch so auftreten. Mut, Leidenschaft, Wille, nie aufgeben: Das sind die Grundlagen, die ich versuche, vor jedem Spiel zu verpacken.

Es muss keiner etwas für mich machen. Aber ich brauche vom Spieler Emotionalität, es muss schon erkennbar sein, dass er Bock hat, hier vor 49 000 auf dem Platz zu stehen, dass Fußball einfach ein geiler Sport ist. Das würde ich schon gerne sehen.

Ich kann das vorleben. Ich gehe mit, ich feuere an, ich werde auch mal laut. Das habe ich auch beim Spiel in Berlin so gemacht, wenngleich ich sagen muss, dass das eher für mich war, weil mich eh keiner gehört hat (lacht). Im Ernst: Die Körpersprache ist wichtig, die Jungs sollen sehen, dass ich mit Emotionen und Leidenschaft dabei bin. Und das erwarte ich auch von ihnen.

Ich hatte eine Idee, wie wir in Berlin spielen wollen. Und da hatte ich andere Spieler im Kopf. Es ging nicht darum, ob einer schon 100, 200 Bundesliga-Spiele oder keins gemacht hat. Es ging nur darum, die Spieler mitzunehmen, von denen ich überzeugt war, dass sie unsere Spielidee am besten umsetzen.

Er hat beim Training am Montag einen Schlag in den Rücken bekommen und musste deshalb aussetzen. Und damit es keine weiteren Nachfragen gibt: Er verhält sich im Training super und sehr positiv.

Edgar Prib hat eine Zerrung und wird mit ziemlicher Sicherheit ausfallen. Bei Manuel Schmiedebach haben wir noch Hoffnung, dass es reicht.

Für mich ist er eine Identifikationsfigur, so viele haben wir ja nicht. Er ist lange dabei, hat schon eine Menge mitgemacht und besitzt die Mentalität, die ich mir auf dem Platz wünsche. Das habe ich ihm vor dem Spiel so gesagt. Und zu unserer Freude hat er es auf dem Platz auch gezeigt.

Ich habe mit ihnen kurz gesprochen. Ich wollte hören, ob es Gründe dafür gab, warum sie nicht dabei waren. Das war aber keine große Diskussionsrunde. Ich habe ihnen dann gesagt, dass wir das Thema abhaken und sie ein fester Bestandteil der Mannschaft sind, wenn sie im Training Gas geben.

Als Trainer der A-Junioren hat man nicht so viele Interviews, vielleicht vor einem Pokalspiel, ab und an ruft mal eine Jugendzeitschrift an. Da überlege ich tausendmal, was ich sage, wie es am besten rüberkommt. Bei den Profis mache ich es einfach so, dass ich sage, was ich denke. Ich bin ehrlich und versuche, das auch rüberzubringen. So fühle ich mich am wohlsten.

Ganz ehrlich: Ich genieße die Zeit, es macht mir von Tag zu Tag mehr Spaß, jeder Tag ist spannend.

Darüber habe ich mir nur kurz am Anfang Gedanken gemacht, jetzt interessiert mich das nicht mehr. Zum einen war es für mich eine Chance, die ich nutzen wollte. Und wenn ich am Ende von mir sagen kann, dass ich alles gegeben habe, dann kann ich gut damit leben. Egal, was passiert und was da irgendwo geschrieben steht.

Man sollte bei den Spielern extrem in Richtung Mentalität schauen. Hannover 96 braucht Identifikationsfiguren, Spieler wie Schmiedebach und Leon Andreasen, die hier schon lange spielen und auf dem Platz immer voran gehen. Spieler, die den Weg mitgehen.



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