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Zwischen Schreibtisch, Theaterworkshops und Bühne: das FSJ Kultur

Was passiert eigentlich im Freiwilligen Sozialen Jahr? Das FSJ Kultur hat Jana Böttjer am Theater Hameln in Kürze beendet, Niko Jedicke beginnt dort am 1. September. Über die Chance, ihren Job am Theater und Erwartungen haben sie sich unterhalten. Julia Marre hat zugehört.

veröffentlicht am 06.08.2011 um 07:28 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:41 Uhr

fjs
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Von Julia Marre
Hameln. Jana Böttjer war die zweite Absolventin eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) Kultur am Theater Hameln. Ende August sind ihre zwölf Monate um; Niko Jedicke übernimmt die Stelle zum 1. September. Welche Erwartungen damit verbunden sind und welche Möglichkeiten solch ein Jahr bietet, darüber sprechen Jana Böttjer und Niko Jedicke (20) einfach selbst.

Ja, Niko, ich muss gestehen: Ich bin immer noch ein bisschen neidisch auf den Spielplan, den Du hast. Da komme ich doch bestimmt noch mal vorbei. Es gibt jetzt sogar ein Teenie-Abo!
Na, Du hast ja in Deiner Zeit am Theater auch viele Kontakte zu Jugendlichen geknüpft.
Stimmt. Allein dass es die Theaterscouts schon gab, als ich kam, hat mich sehr erstaunt. Dass viele von ihnen die Möglichkeit nutzen, kostenlos die Vorstellungen zu besuchen, merkt man total. Es gibt durch die jungen Theatergruppen viele Anfragen von Theaterscouts. Theoretisch hätten hier fünf FSJler genug zu tun …
Es sind in diesem Jahr in Niedersachsen deutlich mehr, die ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren wollen. Das liegt wahrscheinlich am Doppeljahrgang.
Hier gab es relativ früh viele Bewerbungen. Fünf Bewerber habe ich kennengelernt. Wie auch Dich im Bewerbungsgespräch.
Und jetzt profitiere ich davon, dass Du mir alles zeigst. Das ist super. Außerdem finde ich es schön, dass mir nichts aufgedrückt wird. Ich bekomme Angebote und kann Akzente setzen, das ist super!
Du bist ja auch relativ fit, was Filme angeht. Daraus kannst Du hier gut etwas machen!
 Ja, vielleicht kann ich einen Imagefilm fürs Theater drehen. Dafür mache ich mir schon Gedanken.
Und das ist das Schöne: Man hat viel Freiraum und rennt mit seinen Ideen offene Türen ein. Außerdem gibt es immer einen Anlass, um etwas auf die Beine zu stellen. Ich finde es gut, dass so früh mit der Theaterpädagogik angefangen wird – die Kinder-Abonnenten sind zum Teil erst vier Jahre alt. Kindervorstellungen sind prinzipiell immer ausverkauft. Und es werden Workshops für die Kleinen angeboten. Meine Theatergruppe hast Du ja schon kennengelernt. Es sind acht Mädels. Nur Mädels. Du hättest auch gern Jungs, oder?
Ja, wenigstens ein paar …
Das wird schon werden! In der Gruppe sind schöne Freundschaften entstanden. Zwei der Mädels haben Deine Vorstellung besucht.
Die am Vikilu von der Komödie „Zum Glück verrückt“? Das ist cool. Ich habe da ab der elften Klasse in der Theater-AG gespielt. Und hier am Theater mit dem generationsübergreifenden Projekt von Christiane Hess angefangen. Dann mit dem Chor der Jugendmusikschule „Linie 1“ aufgeführt und „Hair“. Ich bin gespannt, wie das mit den Theatergruppen hier läuft.
Da kriegst Du bald Routine rein. Nach ein, zwei Treffen hast Du schon richtig Sicherheit.
Darauf freue ich mich: die Theaterpädagogik. Das ist ein großer Bereich, und es wird einem viel zugetraut. Aber das ist auch gut so!
Du hast im Vergleich zu anderen FSJ-Stellen viel Gestaltungsfreiheit. Das habe ich jedesmal bei den Seminaren gemerkt.
Ich möchte auf jeden Fall etwas machen, das mich vorbereitet für später und mit dem ich abtasten kann, ob der Bereich Theater etwas für mich ist. Dass es der Kulturbereich sein soll, weiß ich schon. Aber bisher habe ich mich um die Kinotechnik in der Sumpfe gekümmert und dort den Kulturbetrieb kennengelernt.
Was ich an der Arbeit hier mag: Jeder Tag ist völlig anders, und es gibt immer etwas zu tun. Dreimal die Woche war ich in den Schulen. Aber die Theaterworkshops, die ich da gehalten habe, mussten ja auch vorbereitet werden. Es ist manchmal viel Organisation und viel Büroarbeit. Aber das gleicht sich aus. Dafür gibt’s beim Einstudieren der Stücke immer mehr Probenzeit und Du kommst mit Menschen in Berührung.
Und Du kannst flexibel auf sie eingehen. Früher wollte ich eher in Richtung Film gehen, habe Kurzfilme mit Freunden produziert. Aber das Theater hat mich immer mehr interessiert. Weil ich selbst gestalten und kreativ sein kann und das Management der Sachen dazukommt.
Hier kannst Du gut etwas ausprobieren. Ich habe im Austausch mit den anderen FSJlern gemerkt: Mir hat das Jahr viel gebracht. Ich bin selbstständiger geworden und habe mich so verändert. Ich bin ein sehr spontaner Typ. Das Organisationstalent musste ich mir schon aneignen. Jetzt habe ich mich dazu entschieden, Darstellendes Spiel und Deutsch auf Lehramt zu studieren. Und ich bleibe in Hannover. Dann kann ich noch mal nach Hameln ins Theater schauen …



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