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Kestnergesellschaft zeigt Elke Krystufek

Zwischen Kunst und Voyeurismus

Hannover. Was ist Kunst? Was ist schön? Derartige Fragen sind zu steril oder zu grundlegend, als dass wir sie in einer ersten Annäherung analysieren könnten. Der Begriff Kunst ist, wie uns Elke Krystufek zeigt, nebelhaft und fragwürdig geworden. Vor Jahrzehnten noch für gestaltete Werke des Menschen, kann er heute alles erfassen. Die Betonung sollte auf „kann” liegen, denn die Entscheidung, was Kunst ist, steht anscheinend einem kleinen Kreis von Auserwählten zu.

veröffentlicht am 03.01.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 12:21 Uhr

Autor:

Klaus Zimmer
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Elke Krystufek, 1970 in Wien geboren, hat schon im Teenageralter ihr Leben in der Malerei, Fotografie und in Filmen dokumentiert und inszeniert. Und für eine Gesellschaft des Spektakels erfand sie für sich die provokante Soap-Opera. Ihr Alter Ego wohnt seit dieser Zeit in einer Welt des Chaos, ausgeliefert sämtlichen Phänomenen der Popkultur. Ihre Themen kreisen immer wieder um das, was man Voyeurismus nennen sollte – jedoch aus der Sicht der Frau, der Künstlerin, auf den entblößten Mann.

Als Elke Krystufek 1990 bei ihrer ersten öffentlichen Performance ihrem nackten Körper Wunden zufügte und ihn mit dem eigenen Blut bemalte, da hatte sie schon den ersten Skandal. Inzwischen überträgt sie solche Aktionen zwar auf bestellte Personen, was aber bleibt, ist der gezielte Blick auf den männlichen Körper. Besonders zu „erleben” bei den Männerakten aus Venedigs Biennale, die mit ihren – bewusst – verkitschten „Unterschieden”, Zweifel aufkommen lassen über die künstlerische Qualität.

Mit dem Selbstporträt als Projektionsfläche wiederum thematisiert Elke Krystufek anerzogene oder gesellschaftlich nominierte Vorstellungen sowie die eigene und fremde Wahrnehmung von Identität.

Mit der – gewollt – schockierenden Nacktheit in ihrer Malerei, den Collagen, Fotos und Filmen, will die Künstlerin auf die Bedeutungsebenen von Nacktheit in unserer Gesellschaft hinweisen, eine sehr direkte Kunstsprache, die bei aller Begabung der Malerin, sehr bald als „Überzuckertes” unverträglich werden kann.

Kunst, das weiß man, ist erstaunlichen Mutationen unterworfen, eine der Charakteristiken unserer Zeit, dass dank der völligen Freiheit der Schöpfung der Künstler wie auch dem Betrachtenden so zahlreiche Möglichkeiten geboten werden.

Kestnergesellschaft Hannover, bis 7. Februar, Di.-So. 11-18, Do. 11-20 Uhr ((www.kestner.org).



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