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„Hexe Hillary geht in die Oper“ als quietschfidele Zwei-Frau-Show für Kinder

Zwischen Koloratur und Kloreparatur

Hameln. Das Faxgerät klebt hoch oben an der Wand, der Backofen liegt auf der Seite, die Haustür hängt verkehrt herum in der Kulisse – und Hexe Hillary steht Kopf: Sie hat Karten für die Oper gewonnen, weiß aber nicht mal, was das sein soll. „Das ist bestimmt so was Tolles wie eine Mikrowelle“, mutmaßt die quirlige Göre, reißt euphorisch den Briefumschlag auf und hält enttäuscht zwei Eintrittskarten aus Papier in der Hand. Und jetzt?

veröffentlicht am 06.05.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 05:21 Uhr

Autor:

Julia Marre
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Zugabe-Rufe der kleinen Zuschauer

Das für Kinder arrangierte Stück „Hexe Hillary geht in die Oper“, das das Junge Musiktheater Hamburg am Dienstagvormittag im Theater Hameln zeigt, erntet von den 200 kleinen Zuschauern entzückte Zugabe-Rufe. Kein Wunder, denn Svenja Tiedt inszeniert das Musiktheater des Berliner Autors Peter Lund als quietschfidele Zwei-Frau-Show um die beiden Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Hexe Hillary (Alexandra Will) verkörpert mit ihrer aufgekratzten, neugierigen, aber auch schüchternen Art das Kindliche. Maria Bellacanta (Simone Umland) hingegen symbolisiert mit bestimmter, überlegter und kluger Manier all das, was man mit erfahrenen Professoren verbindet. Die meisten Sympathien aber trägt wohl Wülly (Petra Springhorn), die pinkfarbene Handsocke, als ständiges Opfer misslungener Zaubersprüche.

Nach einem wunderbaren Faxzauber, der Maria Bellacanta von der Badewanne in Hillarys surrealistisches Pippi- Langstrumpf-Zimmer katapultiert, singt die Nixe dem frechen Opernneuling einige Arien vor. Oder, wie Hillary sagen würde: Sie quietscht. Zwischen Koloratur und Kloreparatur ereignen sich dank des wundervollen Bühnenbildes (Sabine Mann) humorvolle Situatiönchen, etwa wenn der Zauberstab mit der Zauberflöte verwechselt wird. Im Vordergrund jedoch steht die Information – und so blockiert der belehrende Ansatz gelegentlich den Fluss der Geschichte. Schade ist zudem, dass die Dialoge der beiden Schauspielerinnen oftmals nur wenig verständlich sind, wenn nebenbei das Radio dudelt oder das Fax knistert. Wer nicht versteht, was er wissen sollte, kann auch nichts lernen…



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