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Naturnahes Design vom Bosporus zeigt das Museum Marta Herford

Zwischen Chaos, Orient und Ikea

Herford. Straßenlärm erklingt aus einem Lautsprecher, eine unglaubliche Klangkulisse: Willkommen zur Ausstellung „Spagat! Design Istanbul Tasarimi“ im Marta, Herford. Ein Gitterzaun verkündet „Too much“, daneben ein kunterbuntes Durcheinander. Plastikhocker in allen möglichen Formen. Am Ende des Ganges ein großes Ölgemälde von Istanbul. Ein Jahr lang hat Bayram Gümüs an diesem Werk gearbeitet, akribisch die Landkarte mit winzigen Hausquadraten gefüllt, filigrane Brücken und den lebhaften Schiffsverkehr auf dem Bosporus dargestellt. Hier wird deutlich, dass Istanbul nur in Superlativen greifbar ist: so groß, so viel, „ÇokÇok“ oder eben „Too much“. 20 Millionen Einwohner, ein lärmendes Chaos, wie Museumsführerin Sarah Strassmann erläutert. Improvisation ist gefragt.

veröffentlicht am 13.01.2011 um 18:44 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 05:21 Uhr

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Autor:

Gabriele Laube
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Design aus Istanbul ist schlicht und funktionell. Nicht revolutionär – sondern mit deutlichem Einfluss aus dem Westen und verwandt mit dem Ikea-Prinzip. Moderne Zweckmäßigkeit mit traditioneller Basis, dem Bezug zu Natur und Religion. Hier schön dargestellt in Form von Tischen, die Tieren nachempfunden wurden: Gazelle, Spinne (Serhan Gürkan: Tisch „Tommy The Spider“, Prototyp, 2009), Fisch.

Rationell, aber gewöhnungsbedürftig: ein Raum mit einer Installation aus Stangen, die sich, ineinander gesteckt wie eine Schlange, als komplette Raummöblierung präsentieren – mit Bücherregal, Lampe und Kleiderständer, Aykut Erol: Installation „Line“, 2010. Frech: die Charakterpuppe „Tassel Hassle“. Originell: die schräge Schreibtischlampe aus falsch zusammengesetzten Würfeln, Paratoner: Lampe „Rubic“, 2009. Unbequem: grasgrüne Sessel aus Stahlstangen.

Die zweite Ausstellung „Wir sind Orient“ zeigt, inwieweit deutsche Designer sich mit der farbenfrohen Welt des Orients identifizieren können. Eine witzige Idee ist „Multiversum“, Heike Webers rote Raumcollage aus Teppich-Ausschnitt, mit der Hamelner Firma Vorwerk als Kunstpaten.

Zu sehen bis 20. Februar, dienstags bis sonntags 11 bis 18 Uhr im Marta Herford, Goebenstraße 4-10.

Indem Heike Weber Gummibänder in einen Modellraum geworfen hat, wurde sie für diese Teppich-Zuschnitte inspiriert. „Multiversum“ heißt das Werk, für das die Vorwerk Teppichwerke Pate stehen.

Foto: Laube



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