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Robbie Williams ist wieder einer von Fünfen: Take That veröffentlichen das Album „Progress“

Zurückgerudert: Die Herren von der Boygroup

Es ist ein inszeniertes Rührstück. In den Hauptrollen Gary und Robbie. Gary sagt über Robbie: „Er hat sich völlig geändert.“ Robbie sagt über Gary: „Er war immer wie ein Vater für uns.“ Das Stück heißt „Take That“, aufgeführt wird es wieder in allen Formatradios, in den Klatschspalten sowieso und 2011 auf Stadiontournee. Gestern ist „Progress“, das Album zur Wiedervereinigung, erschienen.

veröffentlicht am 19.11.2010 um 11:38 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 09:41 Uhr

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Autor:

Uwe Janssen
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Die Karriere von Take That erschien wie eine Zielvorgabe für alle Boy- und Girlbands: Zusammengebaut aus fünf Posterboys, die singen und tanzen konnten, aber optisch eine bunte Auswahl für die schulpflichtige Hauptzielgruppe bot. Ihr Erfolg:ein Dutzend Nummer-1-Hits und Millionen verkaufter Platten. Nach abgelaufener Halbwertszeit folgten die Auflösung. Dass ausgerechnet Robbie Williams, mit dem nach seinem Ausstieg Mitte der Neunziger kaum einer gerechnet hatte, einen beispiellosen Alleingang hinlegte, schien einer Dauerlösung Boyband den Sargnagel einzuklopfen. Gary Barlow hatte nur bescheidenen Erfolg. Howard Donald versuchte sich als DJ. Jason Orange schauspielerte. Mark Owen, markanteste Stimme des Quintetts, siegte in einer britischen „Big-Brother“-Staffel für Promis. Doch dann lief etwas schief mit der Marktprognose. Im Schatten des Überfliegers Williams kehrten die vier anderen 2006 als erwachsenes Sängerquartett zurück. Mit „Shine“ legten sie den besten Song hin, den das Electric Light Orchestra nie geschrieben hatte, und stürmten die Charts. Fast folgerichtig kehrt Robbie in den warmen Schoß der Band zurück.

Der Hype ist riesig, aber nicht hysterisch. Das Album „Progress“ liefert zehn frische Songs, die unterstreichen, wer zu wem zurückgekommen ist. Extrawürste gibt’s nicht. Williams, mittlerweile 36, aber Gruppenjüngster, singt mehr Soloparts als früher, taucht aber in den wiedererkennbaren Chorgesang der anderen ein. Die Zusammenstellung der Stücke wirkt wie der Versuch, eine Brücke zu schlagen zwischen der Boy- und der Manband Take That. Das ist nicht um jeden Preis modern, auch keinesfalls retro. Die meisten Songs stecken in schick designten Plastikkleidern, in denen sie durch die Musikgeschichte flanieren und mal bei Dance, mal bei Glamrock, mal bei Elektro stehenbleiben. Einige sind mitreißend wie die Tanzrocknummer „SOS“, andere („Wait“) spielen mit Hip-Hop-Grooves. Das ist nicht nur radio-, sondern auch stadiontauglich.

Jason Orange, Gary Barlow, Howard Donald, Mark Owen und Robbie Williams sind wieder ein Team.

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