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Ohne Arnie, dafür mit Colin Farrell: der Aufguss des Science-Fiction-Thrillers „Total Recall“

Zurück in die schmutzige Zukunft

Das gleichnamige Original mit Arnold Schwarzenegger, von Paul Verhoeven inszeniert, ist noch gar nicht so lange her, 22 Jahre – und trotzdem schon ein Klassiker der Moderne. Nun hat Len Wiseman, verantwortlich für die „Underworld“-Filmreihe, nicht etwa ein Remake, sondern eine Neuinterpretation der Kurzgeschichte von Philip K. Dick vorgelegt und dabei so einiges anders gemacht, auch wenn weiterhin anspruchsvolle Themen wie Traum und Wirklichkeit, Erinnerung und Täuschung verhandelt werden.

veröffentlicht am 23.08.2012 um 17:05 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 23:41 Uhr

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Autor:

Michael Ranze
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In der neuen Version wird nicht mehr der Mars besiedelt. Im Jahr 2084 ist die Erde so sehr von Kriegen zerstört, dass nur noch an zwei Orten, den Britischen Inseln (jetzt United Federation of Britain, kurz UFB genannt) und Australien, einer verarmten Kolonie, Leben möglich ist. Täglich werden die Arbeiter via Hochgeschwindigkeitsaufzug durch das Erdinnere in die UFB befördert, um dort Robocops zusammenzuschrauben.

Zu den ausgebeuteten Malochern gehört auch Douglas Quaid (Colin Farrell), der – trotz schöner Ehefrau (Kate Beckinsale) – unter dem ewigen Einerlei seines Alltags leidet und sich darum gern von der Firma Rekall neue, aufregendere Erinnerungen verpassen lassen möchte. Doch dann geht alles schief, und mit einem Mal sind nicht nur zahllose Polizeiroboter unter dem Kommando des skrupellosen Kanzlers Cohaagen (Bryan Cranston aus der TV-Serie „Breaking Bad“) hinter ihm her, sondern auch seine schießwütige und nahkampfversierte Ehefrau. Hilfe findet Quaid bei Melina (Jessica Biel) und Matthias (Bill Nighy), dem Chef der Rebellen, die Cohaagen das Handwerk legen wollen.

Von nun an geht es ordentlich rund in Wisemans Spektakel. Eine Verfolgungsjagd reiht sich an die andere, geschossen wird aus allen Rohren. Dabei entwirft der Regisseur detailverliebt eine schmutzige, ruppige Welt der Zukunft, die nichts Lebenswertes mehr hat und, besonders in der Darstellung der UFB, einen kalten und klinischen Pragmatismus ausstrahlt. Darüber hinaus hat der Film mit Kate Beckinsale, der Gattin von Len Wiseman, und Jessica Biel zwei aufregende Actionheldinnen, die mit ihrer Mischung aus Dominanz und Attraktivität den Männern ebenbürtig sind. Moderne Amazonen, die zur Identifikation einladen und so auch das weibliche Publikum ins Kino locken.

„Total Recall“ ist auch im Maxx-Kino Hameln zu sehen: täglich um 14.15, 17 und 20 Uhr, am Freitag und Samstag auch um 22.30 Uhr.

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