weather-image
16°
Deutschlands bekanntestes Rockfestival findet wieder auf der Rennstrecke statt – auch aus Sicherheitsgründen

Zurück am Ring

NÜRBURG. Nach zwei wechselvollen Jahren kehrt das wohl größte und bekannteste Rockfestival Deutschlands an Pfingsten an den Nürburgring zurück. Freitag startet „Rock am Ring“ in der Eifel; das Musikfestival läuft bis Sonntag. Rammstein, die Toten Hosen und System Of A Down werden als Hauptacts auf der Bühne stehen. Die Fans jedoch werden sich in diesem Jahr mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen und (wieder einmal) unheilvollen Wettervorhersagen auseinandersetzen müssen.

veröffentlicht am 01.06.2017 um 12:18 Uhr
aktualisiert am 01.06.2017 um 13:20 Uhr

Festivalbesucher jubeln bei „Rock am Ring“ vor der Bühne. Foto: dpa
Lars Lindhorst

Autor

Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Rund 85 Bands rocken an diesem Wochenende auf den vier Bühnen des Motorsportgeländes in Nürburg. Fast 87 000 Besucher werden dazu aus dem In- und Ausland erwartet.

Zur 31. Auflage des Festivals geht es zurück an den Ursprung. Denn 2015 war „Rock am Ring“ in das etwa 30 Kilometer von der Rennstrecke entfernte Mendig auf einen Flugplatz ausgewichen – das passierte nicht freiwillig. Für viele Fans waren es zwangsläufig zwei Jahre „Rock ohne Ring“. Denn damals war hinter den Kulissen ein Streit entbrannt, der das Zeug dazu hatte, die Festivalbranche umzukrempeln. Rock-am-Ring-Veranstalter Marek Lieberberg lag im Clinch mit den damaligen Eigentümern der Rennstrecke. In der Folge gaben die Nürburgringeigner einem anderen Konzertveranstalter, der Deag, den Zuschlag für ein Festival auf der Rennstrecke. Rock am Ring musste schließlich umziehen. Am Nürburgring sollte nun das neue Festival „Grüne Hölle“ stattfinden.

Doch es sollte anders kommen: Auch die Konzertagentur Deag überwarf sich mit den Nürburgringbetreibern. Die „Grüne Hölle“ zog um – in den Ruhrpott. Brancheninsider munkeln, dass vor allem zu wenig verkaufte Tickets der Grund dafür waren. Die Fans nämlich blieben offenkundig Rock am Ring, das trotz Flugplatz-Standort wieder einmal ausverkauft war, treu.

Hauptbühne auf der Motorrennstrecke: Das Festival am Nürburgring zieht am Wochenende rund 87 000 Menschen in die Eifel. Foto: dpa
  • Hauptbühne auf der Motorrennstrecke: Das Festival am Nürburgring zieht am Wochenende rund 87 000 Menschen in die Eifel. Foto: dpa

Aus „Grüne Hölle“ wurde schließlich „Rock im Revier“. Als Veranstaltungsort wurde die Veltins-Arena, das Fußballstadion in Gelsenkirchen, gewählt. Hochklassige, aber teure, Bands wie Metallica, Muse oder Kiss wurden für das Ruhrpott-Festival engagiert. Der erwartete Besucheransturm aber blieb bei der Premiere aus. Kurzum: Es gab „Rock im Revier“ in dieser Form nur einmal. Die Deag sieht inzwischen ab von ähnlichen Veranstaltungen.

Weil nun aber laut Lieberberg-Agentur die Umweltauflagen am Flugplatz in Mendig zu groß geworden waren, geht es 2017 für „Rock am Ring“ zurück an den Nürburgring, wo man sich über die Konditionen wieder einig geworden ist.

1200 Polizeibeamte, gründlichere Einlasskontrollen, Rucksäcke und Taschen sind verboten

Für den Umzug zurück an den Ring sprechen auch Sicherheitsgründe: Auf der ebenen Fläche des Flugplatzes Mendig hat das Festival in den vergangenen zwei Jahren nicht nur mit Musik, sondern auch mit Blitzschlägen und vielen Verletzten Schlagzeilen gemacht. Der Nürburgring gilt mit seinen Gebäuden und Hügeln bei Gewittern als etwas weniger gefährdet. Zudem haben die Veranstalter nun nach eigenen Angaben auf den dortigen Campingflächen hohe Blitzableiter in die Erde rammen lassen, die im Umkreis von 20 Metern Besuchern Schutz bieten sollen. Der Deutsche Wetterdienst jedenfalls sagt für heute und morgen Blitze, Donner, Starkregen und Hagel für die Eifel-Region voraus.

Außerdem kündigen die Veranstalter angesichts des jüngsten Terroranschlags auf ein Popkonzert in Manchester „gründliche Einlasskontrollen und Bodychecks“ in der Eifel an. Taschen und Rucksäcke seien auf dem eigentlichen Festivalgelände untersagt. „Alle Besucher werden um erhöhte Aufmerksamkeit und Wachsamkeit gebeten“, heißt es weiter.

Zudem sollen mehr als 1200 Polizeibeamte am Nürburgring präsent sein, wie das rheinland-pfälzische Innenministerium mitteilt. Geplant sei neben einer Wache vor Ort auch der Einsatz von Zivilbeamten. Ziel sei nicht nur die Eindämmung von Straftaten, sondern auch der „Schutz


der Veranstaltung vor Gefahren von außen“. Die Sicherheitsbehörden in Rheinland-Pfalz müssten weiter von einer „hohen abstrakten Gefährdungslage“ ausgehen, „die sich jederzeit in Form von Anschlägen realisieren kann“.mit dpa

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare