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Olli Schulz kommt nach Hameln

Zu Gast bei den Gauklern und Buckligen

Hameln. Und singen tut er auch noch? Ja, tut er. Olli Schulz ist seit Jahren medial quasi omnipräsent: Er diente Joko und Klaas als Sidekick (Pro7), ließ sich als „Schulz in the Box“ nach sonst wo verschicken (auch Pro7), quatscht seit Jahren mit Jan Böhmermann in Schlaue-Jungs-Manier im Radio (diverse Sender) und inzwischen auch in der schlicht „Schulz & Böhmermann“ betitelten TV-Talkshow (ZDF neo). Aber eigentlich ist er eben doch Olli Schulz – der mit der Gitarre. Und als solcher kommt er nun im April in die Hamelner Sumpfblume.

veröffentlicht am 16.02.2016 um 11:02 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:56 Uhr

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Frank Henke

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Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
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Nur Olli Schulz also – kein „Hund Marie“ oder eine andere Begleitband – und seine Gitarre natürlich. Aber sonst nichts. Eine Akustiktour ist angesagt. Diese führt – heißt es wenig charmant auf seiner Facebook-Seite – „nicht durch die angesagten Metropolen, sondern dahin, wo die Verrückten, die Gaukler und die Buckeligen wohnen: In die geheimnisvollen, unterbewerteten und verwunschenen Dörfer und Städte dieses Landes“ – also zum Beispiel nach Hameln.

So drückend war das Bild des Fernsehclowns Olli, dass es im Januar direkt für Staunen sorgte, dass dieser Schulz Musik macht. Immer noch. So richtig ernsthaft. Na ja, meistens. Denn so ganz ohne Alberei ging es bei Olli Schulz noch nie – bei Joko und Klaas landet schließlich niemand einfach so. Aber grundsätzlich ernst nimmt Schulz die Musiksache eben doch. Das ist zu hören auf früheren Alben und eben auch – mancher sagt: besonders – auf „Feelings aus der Asche“, mit dem er kürzlich bis auf Platz vier der deutschen Albumcharts kletterte. Zu hören etwa im hübsch-hintersinnigen Popsong „Phase“ oder im melancholisch-dramatischen „Boogieman“.

Solche Songs und vermutlich alte Indiedisko-Hits wie „Dann schlägt Dein Herz“ gibt es nun also in der abgespeckten Version für uns „Gaukler und Bucklige“ in der Sumpfblume. Hinzu dürfte das kommen, was es nicht auf (Studio-)Alben gibt: Geschichten, Gags, Dönekens, wie es auf Ruhrgebietsdeutsch heißt, Stand-up, wie es die US-Amerikaner als Erste nannten. Olli Schulz bringt – so kommt es zumindest an – nicht seine Songs, sondern sich selbst auf die Bühne. Peinlichkeitsgrenzen? Egal. Olli Schulz gibt gern – so schrieb mal jemand – den betrunkenen, aber liebenswerten Onkel, der auf der Familienfeier sagt, was sich nicht gehört. Wie das von den Gauklern und Buckligen.

Für die Sumpfblume bedeutet das Schulz-Konzert mal wieder eine große Nummer. Vor zwei Jahren schaute Jan Delay für ein Aufwärm-Konzert vorbei. Vor ihm auch schon mal die Beatsteaks und Boss Hoss.

Termin: Olli Schulz, Sonntag, 17. April, 20 Uhr, Karten im Dewezet-Ticketshop oder über sumpfblume.de.

 

Info: Auf einem Klappstuhl in der Sumpfblume...

„Hameln, Sumpfblume“, das macht etwas her – oder im bundesweiten Maßstab betrachtet: eigentlich nicht. In der jüngsten Ausgabe ihrer Radioshow „Sanft & Sorgfältig“ entwickelten sich Hameln und die Sumpfe für Olli Schulz und Jan Böhmermann zu einem kleinen Running Gag. Als Synonym für Auftritte in der Provinz und das besonders – so das Gefoppe unter den beiden Radiokumpels – in Kontrast zum neuen Leben des Medien-Shootingstars Böhmermann. „Diese Tour führt mich durch die kleinsten Kaschemmen und Läden. Komm doch mit ein paar Tage!“, bot Schulz ihm an. „Das wäre so witzig, wenn du auf so einem kleinen Klappstuhl und an einem Tisch vorher ’ne Viertelstunde Limericks vorliest – in der Sumpfblume in Hameln.“ „Die schönsten Texte von Heinz Erhardt, schlecht vorgelesen von Jan Böhmernann“, malte dieser schon mal aus – steigt aber lieber doch nicht in den Tourbus.



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