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Morgen enden die Bayreuther Festspiele – doch für das Jubiläumsjahr 2013 laufen die Planungen bereits auf Hochtouren

Wo sonst Basketball gespielt wird, werden Frühwerke aufgeführt

Bayreuth. Morgen öffnet sich zum letzten Mal in diesem Jahr der Vorhang im Bayreuther Festspielhaus. Und dann? Wird es wieder ruhig werden bis zum nächsten Sommer? Nein – denn am 22. Mai 2013 wird das Haus ausnahmsweise außerhalb der Festspielzeit aufgesperrt. Denn es gilt den 200. Geburtstag Richard Wagners zu feiern. Beim Jubiläumskonzert wird Christian Thielemann, einer der derzeit bedeutendsten Wagner-Dirigenten, das Festspielorchester leiten. Er war auch in diesem Jahr in Bayreuth der allseits umjubelte Star.

veröffentlicht am 26.08.2012 um 17:27 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 23:21 Uhr

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Autor:

Kathrin Zeilmann
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Bei den 101. Festspielen war die Neugierde auf das Jubiläumsjahr deutlich zu spüren. Schließlich steht ein neuer „Ring“ an. Frank Castorf, Intendant der Berliner Volksbühne, wird inszenieren. Wird er seinem Ruf als Stückezertrümmerer gerecht, ist mit lauten Buhs des eher konservativ geprägten Publikums zu rechnen.

Für das Jubiläumsjahr 2013 legen sich die Festspiele kräftig ins Zeug. „Eine Menge Arbeit“ stehe an, sagt Chefin Katharina Wagner. In Kooperation mit der Oper Leipzig – in der sächsischen Stadt wurde Richard Wagner geboren – werden die drei Frühwerke („Rienzi“, „Die Feen“, „Liebesverbot“) auf die Bühne gebracht – allerdings nicht im Festspielhaus, denn das ist traditionsgemäß allein für die späten Opern reserviert. Außerdem werde dort von April 2013 an für den „Ring“ geprobt, sagt Wagner.

Man tritt in der Oberfrankenhalle auf, wo sonst beispielsweise Basketball gespielt wird. Die Stadt will aber Umbauarbeiten leisten, um die Akustik operntauglich zu machen.

Das ist der Blick voraus. Doch auch der Blick zurück bestimmte die 101. Festspielsaison. Katharina Wagner geriet unter Druck wegen der angeblich schleppenden Aufarbeitung der Vergangenheit am Grünen Hügel. Als sie gemeinsam mit ihrer Halbschwester Eva Wagner-Pasquier die Festspiel-Leitung übernommen hatte, kündigte sie an, den Nachlass ihres Vaters Wolfgang der Forschung zu öffnen.

Dass es still um dieses Vorhaben wurde, stieß bei einigen Historikern auf heftige Kritik. Katharina Wagner wurde Verschleppung und gar Vertuschung vorgeworfen. Der Journalist und Historiker Peter Siebenmorgen, von Katharina Wagner mit der Sichtung des Nachlasses beauftragt, reagierte: „Was ist denn da noch zu vertuschen? Dass der Grüne Hügel im Dritten Reich eine zutiefst braune Veranstaltung gewesen ist, wissen wir doch längst“, sagte er.

Auch andere Baustellen warten auf das Duo. Die Halbschwestern hatten beim Verwaltungsrat der Festspiele einen dritten Geschäftsführer eingefordert. Und: Die Sanierung des in die Jahre gekommenen Festspielhauses steht unmittelbar bevor. Es stehen weitere Gespräche mit der Politik wegen der Finanzierung an, die Planungen werden vorangetrieben.

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