weather-image
14°
Konzerteinführung mit Martin Weller

Wo die Sonate auf Lego trifft

Von Ernst August Wolf

veröffentlicht am 12.04.2010 um 17:48 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 02:21 Uhr

Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Hameln. Was für eine geballte Ladung Musikgeschichte! Und nicht nur das, denn in seiner Einführung ins vierte Konzert der Reihe „Dewezet Classics“ stellte der Braunschweiger Orchesterdirektor Martin Weller nicht nur die erklingenden Stücke und deren Komponisten vor, sondern verortete sie in seiner manuskriptlosen kultur- und musikhistorischen Vorlesung auch eindrucksvoll im historischen Kontext. Die drei Sätze der „Sinfonie Nr. 5 h-moll“ von Bach-Sohn Carl Philipp Emanuel sezierte Weller als „Profanisierung des Materials“ des Übervaters; Felix Mendelssohn-Bartholdys im Alter von 13 Jahren komponiertes „Konzert für Klavier und Streicher a-moll“ entpuppte sich als „Rückgriff auf die Vor-Beethovenzeit“, und in Tschaikowskys „Streicherserenade op. 48“ manifestierte sich die Westorientierung der Politik Peters des Großen.

Barock, Rokoko, Wiener Klassik, Sturm und Drang, Empfindsamkeit, Romantik, höfischer Absolutismus, Französische Revolution, Biedermeier und Vormärz – Weller gelang es, in einem kunstformübergreifenden Längsschnitt Strukturen deutlich werden zu lassen und sie auf die typischen Erscheinungsformen der „Zeitkunstform Musik“ zu beziehen. „Alles speist sich aus einem überdehnten Jahrhundert der Klassik“, sagte er.

Heute um 20 Uhr beginnt das Hamelner Konzert mit der Kammerphilharmonie Berlin-Brandenburg im Theater Hameln.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare