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Die Band mit Wurzeln in der Region spielt beim M’ Era Luna-Festival / Schubladen mögen sie nicht

Wir sind Unzucht, das reicht!

Hameln/Hildesheim. Die regionale Musikszene ist erfolgreicher, als viele glauben: Fast unbemerkt von der Hamelner Öffentlichkeit, aber europaweit unterwegs, hat sich ein aus Hameln und Hannover stammendes Quartett zu einem Szene-Geheimtipp entwickelt. Die Rede ist von Unzucht, die 2009 von den Hamelner Musikern Daniel De Clercq (Gitarre, Gesang) und Tom Schindler (Bass) gemeinsam mit Sänger Daniel Schulz sowie Schlagzeuger Toby Fuhrmann aus Hannover gegründet wurden. Am Sonntag ist Unzucht ab 14 Uhr beim Mera Luna Festival in Hildesheim zu sehen.

veröffentlicht am 04.08.2015 um 11:35 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:53 Uhr

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Was erwartest Du vom Auftritt beim M’era Luna?

Das M´eraluna ist für uns wie ein zweites Zuhause und großes Familientreffen. Über die Jahre haben wir eine Menge neuer Freunde und Bands ins Herz geschlossen, und da freut man sich immer, ein paar Nasen im Backstagebereich zu treffen. Wir spielen ja am Sonntagmittag, und erwarten darf man die volle Unzucht-Breitseite. Wir freuen uns schon sehr auf die Show und das grandiose Publikum. Zusammen mit den Tausenden Fans und Besuchern sind wir dann unschlagbar. Denn nur zusammen wird es eine geile Show!

Daniel, kannst Du zusammenfassen, welches Deine wichtigsten musikalischen Stationen bis zur Gründung von Unzucht waren?

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  • Auch in diesem Jahr wieder der Headliner: Nightwish aus Finnland.
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  • Stimmung 2014 beim M’era Luna
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  • Mit dabei sind auch die Einbstürzenden Neubauten.

Meine wichtigste Station war meine damalige Thrash Metal Kapelle Eye See Black, ansonsten hatte ich sehr viele Projekte am Laufen, von elektronisch orientiertem Alternative über Hardcore bis hin zum Death Metal.

Der Name „de Clercq“ ist kein Allerweltsname – wo kommt er her?

De Clercq ist der belgische Mädchenname meiner Mutter. Da meine Mum auch immer sehr kreativ war, fand ich es nur allzu passend, ihren Namen weiterzutragen.

Woher kommen die anderen Musiker?

Unser Sänger Daniel Schulz kommt aus der Ecke Hannover und ich wohne nach wie vor in Hameln. Der Rest der Kapelle, Alex und Toby, leben mittlerweile in Leipzig.

Ursprünglich war mit Tom Schindler ein zweiter Hamelner Musiker bei Unzucht. W as ist aus Tom geworden?

Tom ist aus zeitlichen Gründen ausgestiegen, aber ist im Herzen immer noch ein Teil der Band. Zurzeit arbeitet er an neuen Songs seiner Band Veagaz.

Ihr werdet musikalisch unter Neue Deutsche Härte eingeordnet. Siehst Du das auch so?

Werden wir das? Ich denke nicht und sehe uns auch überhaupt nicht als NDH-Band. Dafür sind wir viel zu abwechslungsreich in Gesang und Komposition. Dark Rock trifft es wohl besser, aber Scheiß auf Bezeichnungen. Wir sind Unzucht, das reicht!

Deutsche Bands, die Musik machen wie Ihr, werden gern als Rammstein-Ableger bezeichnet. Ärgern Euch solche Pauschalisierungen?

Am Anfang braucht man immer eine musikalische Schublade und wird mit den Größen der jeweiligen Szene verglichen. Nach drei Alben, zwei Chartplatzierungen in den Media Control Charts und zwei Headliner-Touren gibt es nur noch eine Schublade und die heißt: Unzucht!

Mitte August nach dem Mera Luna kommt Eure neue EP heraus…

Ja, genau. Am 21. August, um ganz genau zu sein, erscheint unsere Doppelsingle „Schweigen/Seelenblind“ inklusive zwei unveröffentlichter Bonustracks aus den „Venus Luzifer“-Sessions und vier Remixen von Erdling, Death Valley High, Bells Into Machines und Roboz. Außerdem haben wir ein Video zur neuen Single „Schweigen“ gedreht. Die Videopremiere wird demnächst auf www.facebook.com/unzucht bekannt gegeben.

Auf Eurem neuen Album bezeichnet ihr Euch als Headliner von morgen und Euer neues Album „Venus Luzifer“ als betörend, blutfrisch.“ Starke Worte – wie weit seid Ihr auf Eurem Weg zum Headliner?

Hm, naja. Wir sind mit „Venus Luzifer“ wieder gechartet und haben eine wunderschöne und erfolgreiche Nightliner-Tour durch Deutschland mit Abstechern nach London, Budapest und Wien absolviert. Der Weg ist das Ziel – und wenn man weiter Gas gibt und sich selbst nicht vergisst, sei es in der Musik und aber auch privat, steht dir niemand im Weg!

Wo siehst Du Euch in fünf Jahren?

Nach der Veröffentlichung unserer EP im August gehen wir wieder auf Tour. Die „Venus Luzifer Part 2 Tour“ steht an! Was in fünf Jahren ist – keine Ahnung. Wahrscheinlich touren wir durch die angesagtesten Clubs Europas und machen Musik. Aber wer weiß das schon? Ich lebe im Hier und Jetzt.Cord Wilhelm Kiel

Die erste EP „Engel der Vernichtung“ erschien im Gründungsjahr. Es folgten ausgedehnten Touren, die Band spielte auf Festivals wie dem Rockharz Open Air, dem M’eraluna oder dem Masters of Rock in Tschechien. 2012 erschien das Album „Todsünde 8“, das Platz 3 der Deutschen Alternative Charts erreichte. Das zweite Album „Rosenkreuzer“ (2013) stieg auf Platz 61 der deutschen Albumcharts ein. Das aktuelle Werk „Venus Luzifer“ chartete auf Platz 76. Kultstatus hat die Band in der YouTube-Gemeinde: In den Web-TV-Folgen der bandeigenen Youtube-Serie „Das Gothic-Internat“ bekommt man einen bisweilen verstörenden Eindruck hinter die Kulissen der Unzucht…

Das M‘era Luna Festival

Wenn am kommenden Wochenende (8./9. August) das M’era Luna Festival auf dem Flugplatz Drispenstedt startet, wird das beschauliche Hildesheim wieder Treffpunkt für die schwarze Szene aus der ganzen Welt. Das Bandpaket wird dabei von den ungekrönten Königen des Symphonic Metals, Nightwish, angeführt. Die Finnen werden mit ihrer opulenten Bühnenshow die Headliner-Position besetzen. Eine Premiere erwartet die Besucher bei den Auftritten von Schockrock-Ikone Rob Zombie und den Vorreitern der Industrial-Szene Einstürzende Neubauten: Dark Wave-Koryphäe Anne Clark, Joachim Witt sowie Electro-Wave Exportschlager In Strict Confidence ergänzen das Line-Up. Darüber hinaus können sich die Fans auf den Synthie-Pop von Melotron, elektronische Klänge der EDM-Veteranen Assemblage 23 und eine beeindruckende Bühnenshow der Cyberpunks Dope Stars Inc. freuen. Die zweite Bandwelle komplettieren Tying Tiffany mit Post-Punk, Merciful Nuns mit finster-morbidem Gothic Rock und Ost+Front mit beinhartem Industrial-Metal. Neben den Konzerten gehören die besondere Atmosphäre, die kurzen Wege, Lesungen, ein Newcomer-Wettbewerb oder auch die extravagante Modenschau zu den Hauptanziehungspunkten. Rund 40 nationale und internationale Bands, ein umfangreiches Rahmenprogramm, Diskonächte mit Szene-DJs oder zahlreiche Verkaufsstände ziehen alljährlich mehr als 20 000 extravagant gekleidete Fans aus aller Welt an. Wohl nirgendwo sonst gibt es eine derart umfangreiche Shoppingmeile für alles, was das Herz der Dark Wave-, Gothic- und Mittelalterfans begehrt. Der Mittelaltermarkt bietet neben Gaukelei auch Kulinarisches, Musik und Tanz an. Festivaltickets für Kurzentschlossene gibt es noch an den Vorverkaufsstellen, online unter www.meraluna.de sowie voraussichtlich auch an der Tageskasse vor Ort.cwk/red

Die erste EP „Engel der Vernichtung“ erschien im Gründungsjahr. Es folgten ausgedehnten Touren, die Band spielte auf Festivals wie dem Rockharz Open Air, dem M’eraluna oder dem Masters of Rock in Tschechien. 2012 erschien das Album „Todsünde 8“, das Platz 3 der Deutschen Alternative Charts erreichte. Das zweite Album „Rosenkreuzer“ (2013) stieg auf Platz 61 der deutschen Albumcharts ein. Das aktuelle Werk „Venus Luzifer“ chartete auf Platz 76. Kultstatus hat die Band in der YouTube-Gemeinde: In den Web-TV-Folgen der bandeigenen Youtube-Serie „Das Gothic-Internat“ bekommt man einen bisweilen verstörenden Eindruck hinter die Kulissen der Unzucht…

Samstag, 8. August

13 Uhr: tbc.

14 Uhr: Saltatio Mortis 15 Uhr: The Other

16 Uhr: tbc.

17 Uhr: Suicide Commando 18 Uhr Lord Of The Lost

19 Uhr: tbc.

20 Uhr: Ost+Front Sonntag 9. August

13 Uhr: tbc.

14 Uhr: Unzucht 15 Uhr: Anne Clark

16 Uhr: Mono Inc.

17 Uhr: Joachim Witt

18 Uhr: Nightwish 19 Uhr: Apoptygma Berzerk

20 Uhr: tbc.



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