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Van Canto: Von A-cappella-Klischees und einem Musiktheaterprojekt am Hamburger Thalia Theater

„Wir reden weniger als normale Bands“

Hameln. Wer glaubt, für Metal bräuchte man unbedingt Gitarren, der kennt Van Canto nicht. Seit sechs Jahren gibt es die A-cappella-Gruppe, die aus fünf Sängern und einem Schlagzeuger besteht. Auf die Bühne des weltgrößten Heavy-Metal-Festivals, des Wacken Open Airs in Schleswig-Holstein, hat es die Band bereits geschafft. Sänger Stefan Schmidt spricht über den Erfolg der Gruppe, die morgen in Hameln auftritt.

veröffentlicht am 04.01.2012 um 16:58 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 21:41 Uhr

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Autor:

Julia Marre
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Herr Schmidt, was kaufen Sie sich eigentlich von dem Geld, das Sie gegenüber anderen Bands für Equipment und Instrumente sparen?

Nichts, weil wir nichts sparen. Bei Konzerten können wir zwar die in den Sälen vorhandenen Boxen mitnutzen, aber bei uns hat jeder sein eigenes Monitoring. Wir besitzen In-Ear-Monitoring für sechs Musiker, dazu zwei weitere als Ersatz. Finanziell sparen wir daher nichts. Aber vom Platz her etwas.

Dann reisen A-cappella-Bands zu ihren Konzerten also nicht nur mit einem kleinen Rucksack an und marschieren gleich auf die Bühne?!

Nein. Wenn wir unser Equipment ausladen, sind viele Veranstalter überrascht, was wir alles dabei haben. Diesmal bringen wir auch unser eigenes Licht mit – immerhin stehen neben uns noch zwei weitere Bands auf der Bühne.

Und wie sieht bei Ihnen eine typische Bandprobe aus?

Sie unterscheidet sich von der einer normalen Band darin, dass wir weniger reden. Weil wir unsere Stimmen schonen müssen. Unsere Proben sind wie Livekonzerte: Das ganze Equipment muss am Start sein. Wir proben auf der Bühne. Einen verrauchten Proberaum hatten wir nie.

Das sind ja beinahe Zustände wie am Theater …

Ja genau, wir haben auch schon mal einen Saal dafür gemietet. Wir leisten uns richtige Bühnenproben, wie es auch große Bands tun.

Die große Zeit des Heavy Metals ist ja vorüber. Stattdessen splittet sich das Genre in immer mehr verschiedene Musikstile auf. Bei Van Canto schwingt auch ein bisschen Nostalgie mit, oder?

Das ist ganz richtig beobachtet. Und nostalgisch ist unsere Musik auf jeden Fall. Was der Metalszene leider abhandengekommen ist, ist der Zusammenhalt. Wir werden aus Hardrock-Kreisen viel angefeindet, bekommen andererseits aber auch viel Zuspruch. Van Canto hat sich einen Platz gesucht, an dem die Band Musik der späten 80er und aus der Mitte der 90er Jahre spielen kann, ohne dass wir die Ewiggestrigen sind.

Wenn Sie aus der Metalszene angefeindet werden – wie sehen dann die Reaktionen aus der A-cappella-Szene aus?

Tatsächlich haben wir null Berührung mit anderen A-cappella-Bands. Daran merkt man, dass wir eben aus der Metalszene stammen. Wir treten bei keinen Vokal-Pop-Festivals auf. Wir haben durchaus Fans, die A-cappella-Pop mögen und zufällig auf Van Canto stießen, obwohl sie kein Metal hören. Genauso gibt es die, die durch uns wieder Metal hören. Das Stichwort Nostalgie passt ganz gut.

Wie gut muss man Gitarre spielen können, um Metal a cappella singen zu können?

Das ist ein Aspekt, den ich anfangs unterschätzt habe. Bei uns funktioniert es nur deswegen so gut, weil wir Rhythmussänger so gute Gitarristen und Bassisten sind. Das ist sehr wichtig.

Gestern ist die Van-Canto-Tour wieder angelaufen. Was wünschen Sie sich für 2012?

Erst mal natürlich viel Glück mit der Band. Aber es läuft gut, insofern gehen wir das Jahr 2012 entspannt an. Geplant ist ein Projekt am Thalia Theater in Hamburg: ein Musiktheaterstück mit Metal-a-cappella-Begleitung. Wir wollen mal etwas anderes machen. Das ist ja der Grund, weshalb es Van Canto gibt.

Morgen treten Van Canto in der Sumpfblume auf. Um 20.30 Uhr beginnt das Konzert mit Orden Ogan und In Legend. Das komplette Interview gibt es online auf dewezet.de.

Ike, Inga, Stef, Sly, Bastian und Ross sind Van Canto. Bei Manowar-Sänger Eric Adams, Joey Tempest und James Hetfield würde die Band sogar ein

Geburtstagskonzert spielen.



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