weather-image
22°

Wie aufgeregt sind Sie denn, Herr Lanz?

Die 200. Ausgabe der Erfolgsshow "Wetten, dass...?" am 6. Oktober ist seine Premiere. Denn unter allen hochkarätigen Kandidaten, die dafür in Frage kamen, war es nur Markus Lanz, der es sich zutraute, die Nachfolge von Thomas Gottschalk anzutreten. Das neue Konzept sieht künftig nur noch fünf statt sechs Wetten vor und die Stargäste werden die Wettkandidaten vorstellen. Eine der Tpop-Stars seiner ersten Sendun:  Jennifer Lopez. Das Interview mit dem Moderator führte Antje Hildebrandt.

veröffentlicht am 30.09.2012 um 14:33 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 19:21 Uhr

kultur
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Von Antje Hildebrandt

Es soll bei „Wetten dass…?!“ künftig nur noch fünf statt sechs Wetten geben und eine fahrbare Lounge. So viel ist schon durchgesickert. Dabei dauert es noch ein paar Tage, ehe „Wetten dass…?!“ in neuem und altem Glanz erstrahlt. Am Samstag, 6. Oktober, moderiert Markus Lanz die 200. Ausgabe der Erfolgsshow.

Herr Lanz, andere Kollegen wollten „Wetten, dass ...?“ nicht übernehmen. Sie haben zugesagt. Welche Eigenschaften erfordert das: Risikofreude? Eitelkeit? Oder vielleicht sogar einen gewissen Größenwahn?
Wahrscheinlich alles. Ich glaube, was man vor allen Dingen hinkriegen muss, ist, den Laden zusammenzuhalten. Das ist gar nicht so einfach. Da müssen Menschen miteinander ins Gespräch gebracht werden. Du musst versuchen, irgendwas aus denen herauszuholen. Du bist so was wie der Zirkusdirektor.

Frank Elstner, der „Wetten, dass ...?“-Erfinder, hat gesagt, dass Sie als gebürtiger Südtiroler einen großen Vorteil haben. Was meint er denndamit?
Ich vermute mal, dass er damit meint, dass wir eine gewisse Erdung haben und in der Lage sind, mit dünner Luft umzugehen. Vielleicht bewahrt einen dieses Bergbauerngen auch davor, dass man irgendwann von der eigenen Bedeutsamkeit überzeugt ist.

Wie sehr der Erfolg einen Menschen verändert, dieses Phänomen kann man gerade an Ihrem Vorgänger beobachten.
Ich habe großen Respekt davor, dass Thomas Gottschalk auf dem Zenit seiner Karriere bei der ARD noch einmal etwas völlig Neues gewagt hat. Das Problem in unserer Branche ist: Du erlebst immer weniger Menschen, die dir klar ihre Meinung sagen, die ehrlich und aufrichtig sind.
Jetzt ist Gottschalk Ihr Konkurrent. Er sitzt in der Jury der Castingshow „Das Supertalent“, die samstags parallel bei RTL läuft. Wie wollen Sie dem Quotendruck standhalten, ohne öffentlich-rechtliche Standards zu verletzen?
Ich glaube, dass genau das schon die Antwort ist: Die öffentlich-rechtlichen Standards sind der Gegenentwurf.
Was meinen Sie damit?
In gewisser Weise ist „Wetten, dass ...?“ Old-School-Fernsehen: live. In einer Welt, in der alles glatt geschliffen ist, kann es ein Segen sein, wenn ungeplante Dinge passieren. Dieses leicht Unberechenbare wollen wir kultivieren.

Ein bisschen Glamour gehört auch dazu. Haben Sie schon das passende Outfit?
Wir haben eine Idee, in welche Richtung das gehen könnte. Es wird aber nicht dazu führen, dass alte Teppiche aufgearbeitet werden. Das darf nur Thomas.

Zum neuen Konzept der Show gehört, dass die Stars die Wettkandidaten vorstellen. In der ersten Folge ist Jennifer Lopez zu Gast, eine echte Diva. Was müssen Sie tun, damit sie mitspielt?
Thomas Gottschalk hatte das Glück, dass er die Celebrities über die Jahre immer wieder erlebt hat und mit denen gemeinsam gewachsen ist. Wir müssen uns das erst noch erarbeiten. Ich setze darauf, dass die amerikanischen Stars begreifen, dass Deutschland auch ein wichtiges Land ist, in dem man mit Tonträgern Geld verdienen kann.

Wie soll das funktionieren? Geht Jennifer Lopez hin und drückt dem Kandidaten die Daumen?
Idealerweise sollte es so aussehen, dass sie die Wette vorstellt ...

... falls sie nicht in letzter Sekunde absagt ...
Ach, die Amerikaner sind da sehr professionell. Man kennt das von Talkshowgästen. Die wissen, dass sie da irgendwas abzuliefern haben. Die erzählen dann häufig auch Dinge, von denen ich genau weiß, die sind von vorne bis hinten erstunken und erlogen, aber sie sind lustig. Und das ist das Einzige, worum es geht.

Was machen Sie am 6. Oktober nachmittags vor der Show?
Ich werde versuchen, so zu tun, als sei alles ganz entspannt. Und dann werden tausend Leute kommen und sagen: „Schon aufgeregt?“ Und dann werde ich immer aufgeregter werden und mich in meiner Garderobe einschließen – und vielleicht auch nicht wieder rauskommen.

Thomas Bellut, der neue ZDF-Intendant, hat die Messlatte bei acht Millionen Zuschauern angesetzt. Wie werden Sie am Sonntag danach die Quoten studieren: allein oder in einer Videokonferenz?
Ich habe eine schöne App, die mir die Quoten verrät. Die gucke ich mir an – sehr genau um 8.30 Uhr.

Müssen Sie den Wecker stellen?
Nee, nee, nee. Wenn so was Wichtiges ansteht, brauchst du keinen Wecker.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?