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Zwei Mal Leben: So unterschiedlich erleben Revolverheld-Fan Sabrina Bothe und die Musiker selbst einen Konzerttag

Weshalb die Arbeit erst nach Feierabend losgeht

Hameln. Wenn Musiker auf Tournee sind, verschlafen sie den Tag und haben mehr Spaß als Arbeit – das ist ein weit verbreitetes Klischee. Aber ist auch etwas dran? Beim Konzert von Revolverheld am Freitag in der Sumpfblume war Dewezet-Mitarbeiter Frank Neitz dabei – vor und hinter der Bühne.

veröffentlicht am 09.01.2011 um 15:24 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 05:41 Uhr

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5 Uhr: Ein roter Tourbus rollt Richtung Hameln. Im Bus ist es ruhig. In den Betten im Oberdeck erholen sich die fünf Bandmitglieder von Revolverheld von ihrem Auftritt in Recklinghausen, wo sie am Vorabend Station machten. Auch Helden brauchen ihren Schlaf. In Hildesheim kann sich währenddessen eine junge Frau noch einmal in ihrem Bett umdrehen.

545 Uhr: In der Domstadt klingelt ein Wecker. Für Sabrina Bothe beginnt ein ganz normaler Tag, fast jedenfalls. Der eingefleischte Revolverheld-Fan wird am Abend in der Sumpfblume seine Idole sehen können: zum achten Mal und diesmal „Live und in Farbe“, ganz nach dem Motto der Revolverheld-Tour.

615 Uhr: Die 24-Jährige startet ihren Ford Fiesta. Sie schiebt die „In Farbe“-CD in den Player und fährt zur Arbeit an der Uni Hannover. Der Tourbus hat inzwischen Hameln erreicht.

705 Uhr: In der Uni lächelt Sänger Johannes Sabrina freundlich an – so wie er es jeden Morgen tut. Die Bibliothekar-Assistentin hat ihren PC hochgefahren. Ein Foto von Frontmann Johannes ziert ihren Desktop. Im neben der Sumpfe parkenden Bus wird indes weiter geschlafen.

10 Uhr: Bei der blonden Hildesheimerin steigt die Vorfreude. Sie spricht mit Kollegen über das Konzert. Und in der Sumpfblume tut sich mittlerweile etwas: Die Aufbauarbeiten beginnen. Und die Band? Sie pennt.

13 Uhr: Mittagspause für den Revolverheld-Fan: Sabrina stärkt sich mit zwei Brezeln. Auch in den Tourbus ist Bewegung gekommen. Nach und nach sind die Musiker aufgestanden und haben gefrühstückt. Drummer Jakob („Ich bin meistens der letzte“) kommt aus den Federn.

14 Uhr: In der Uni kümmert sich Sabrina Bothe wieder um die Literaturwünsche der Studenten. In Hameln bleibt für Revolverheld noch etwas Freizeit bis zu ihrem Arbeitsbeginn. Gitarrist Kris joggt an der Weserpromenade entlang. Flo bummelt mit seiner Frau durch die Innenstadt. Niels fährt zu einem Elektronikmarkt. Die anderen bearbeiten E-Post.

1530 Uhr: Sabrina macht sich auf den Weg nach Hause – Feierabend! In Hameln beginnt für die Band der Arbeitstag mit dem Soundcheck. Sie spielt „Keine Liebeslieder“ und „Längst verloren“. Zwei Songs reichen, alles passt. Beim letzten Tourtermin sind alle eingespielt.

17 Uhr: „Darf ich bitten?“, singt Johannes im Autoradio. Sabrina und ihre Freundin Constanze Baumgart haben sich nicht zweimal bitten lassen: Sie düsen schon auf der B 1 zum Konzert nach Hameln. In Zivil. Revolverheld-Shirt und Fan-Schal sind im Schrank geblieben. Im Tourbus werden derweil Filme angeschaut.

18 Uhr: Boxenstopp für die beiden Hildesheimerinnen in einem Schnellrestaurant. Die „Helden“ essen zeitgleich, jedoch gesundheitsbewusster: Pute, Gemüse, Reis und Obst. Alles Bio und aus der Region. Darauf legen die fünf Hamburger wert. Und auf das Schläfchen vorm Auftritt.

20 Uhr: Sabrina und Constanze haben es im Saal in die zweite Reihe geschafft. Die Support-Band Alpha Academy heizt den rund 630 Besuchern ein. Dem Gesichtsausdruck nach ist die Band für die beiden jungen Frauen nicht so der Hit.

21.20 Uhr: Sabrinas Miene hellt sich auf – ihre Lieblingsband kommt auf die Bühne. Fast zwei Stunden performen die Hamburger ein Konzert der besseren Art. Mal Deutschrock mit Wohlfühltexten, mal eine Mischung aus Rock und Elektro-Beat („Was geht?“), mal eine Ballade und mal unplugged („Hamburg hinter uns“). Immer zum Mitsingen und immer ehrlich. Für das Hamelner Publikum hat sich das Warten nach dem ausgefallenen Konzert im Dezember gelohnt. Zum Tourabschluss geben sich die Fünf locker. In kleineren Sälen wie in der Sumpfblume (O-Ton Jakob: „Ein geiler Laden“) fühlen sich die Revolverhelden ohnehin am wohlsten. Und das zeigen sie auch. Jakob schmeißt sich von der Bühne ins Publikum. Hunderte von Händen tragen ihn einmal durch den Saal. Sabrina kann ihn einmal kurz berühren. Später gibt es ein gemeinsames Foto mit ihrem Bandliebling Johannes. Da bahnt sich ein Fotowechsel auf dem Desktop an.

Eine Bildergalerie und ein Video vom Konzert gibt es online unter www.dewezet.de

Viel Jubel gibt es am Ende des Konzerts im Saal. Danach kann Sabrina Bothe im Foyer ein Erinnerungsfoto mit Sänger Johannes Strate schießen. Fotos: fn



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