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Das casalQuartett zeigt im Konzert der Kammermusikgemeinde, wie das 18. Jahrhundert geklungen haben mag

Wer spielt in diesem Ensemble die berühmte erste Geige?

Hannover. Es präsentiert sich stets vielseitig, das casalQuartett – von Soler bis Gershwin und Boccherini bis Piazzolla ist alles im Angebot. Auch deshalb wurden die Schweizer 2010 mit dem Echo-Klassikpreis ausgezeichnet für eine CD mit dem Titel „Birth of the Quartet“. Darauf umreißen sie den Werdegang des Streichquartetts in fünf Stationen.

veröffentlicht am 17.01.2012 um 15:34 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:21 Uhr

Autor:

Karla Langehein
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Nun war das Quartett zu Gast bei der Kammermusik-Gemeinde und wollte (oder sollte?) mit dem preisgekrönten Programm aufwarten, gespielt auf Instrumenten des berühmten Jacobus Stainer (1619 bis 1683). Im ersten weniger interessanten Teil mit Werken von Alessandro Scarlatti, Sammartini und Boccherini blieb es auch dabei, während im zweiten Abschnitt Programmwechsel überraschten. Anstelle von Mozarts erstem Quartett KV 80 erklang das drei Jahre später komponierte dritte der Wiener-Quartette KV 170. Dass danach das erste von Haydns „Erdödy-Quartetten“ zu hören war und nicht das 28 Jahre zuvor entstandene opus 9,4, konnte man aus dem Abendprogramm erfahren. Wobei gerade mit dem frühen Quartett die dafür noch typische Dominanz der ersten Violine und damit die spätere Entwicklung der Gattung zur Gleichgewichtigkeit der vier Stimmen sichtbarer geworden wären. Überraschend auch die letztlich wenig nützlichen Plaudereien des Bratschers Markus Fleck.

Es bleibt ein zweigeteiltes Hörerlebnis. Unterstützt durch den besonderen Klang der alten Instrumente und mit nahezu vibratofreiem Spiel entstand der Eindruck, wie Streichermusik Anfang des 18. Jahrhunderts geklungen haben mag – deutlichstes Beispiel war das Grave in Scarlattis Sonata a quattro.

Bei Mozart und Haydn ging es um Interpretation, da offenbarten sich die unterschiedlichen Charaktere der Quartettmitglieder. Zumindest an diesem Abend saßen den sorgfältig gestaltenden Geigerinnen Daria Zappa und Rachel Späth die etwas salopper spielenden Zwillingsbrüder Markus und Andreas Fleck nicht nur räumlich gegenüber. Da konnte die Frage aufkommen, wer in diesem Ensemble wirklich die berühmte erste Geige spielt. Fazit: alles in allem, Programm und Spiel, eine seltene Mixtur.



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