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Leander Haußmann und Sven Regener drehen einen „Alarmfilm“ am Berliner Müggelsee

Wenn sich ein Hai im Badesee erfrischt

Berlin. Da, „wo die Sonne immer scheint und die Haie niemals hinkommen“, geschieht Ungeheuerliches: Ausgerechnet ein Hai hat dem Bademeister des Strandbads Friedrichshagen am Müggelsee die Hand abgebissen. Blut sprudelt, viel Blut. Was dann kommt, ist eine Abfolge aus Intrigen, Vertuschungsversuchen, Wut und Wahnsinn. Leander Haußmann („Sonnenallee“, „Hotel Lux“) und Sven Regener („Herr Lehmann“) wollen einen Streifen in die Kinos bringen, der zwei von ihnen neu erdachte Genres bedient: den „Alarmfilm“ und den „Kommunal-Politthriller“. Vor allem und natürlich ist „Hai-Alarm am Müggelsee“ eines: Klamauk.

veröffentlicht am 21.08.2012 um 15:03 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 23:41 Uhr

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Autor:

Sarah Lena Grahn
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Gedreht wird derzeit im Strandbad Friedrichshagen. Zehn junge Männer in Badehose springen vom Steg in den See, als ein kleines Anglerboot plötzlich von scheinbar unsichtbarer Hand übers Wasser gezogen wird: Der Hai hat angebissen, die Panik ist groß. Henry Hübchen („Whisky mit Wodka“) spielt den Bürgermeister, Haußmann und Regener geben musizierende Polizisten mit Gitarre und Mundharmonika, Taucher oder Punker – wenn sie nicht gerade Regie führen.

Der Film sei „ratzfatz“ auf die Beine gestellt worden, ein wesentlicher Teil des Drehbuchs innerhalb von zehn Tagen entstanden, sagt Regener. Produziert wird das Projekt mit der Berliner Firma X Filme Creative Pool. Hübchen und Schauspielerkollege Michael Gwisdek („Nachtgestalten“) sind Co-Produzenten, beide verzichten auf hohe Gagen. „Wir machen hier keinen intelligenten oder subtilen Film“, sagt Haußmann. „Produktionsfirmen haben wir gesagt: Wenn ihr diesen Film nur finanzieren wollt, weil er intelligent ist, dann wollen wir euer Geld nicht.“

Was das Duo mit dem Film schafft, ist aus seiner Sicht klar: Kunst. Und die darf nicht verzwickt und schwer verständlich, noch nicht mal interessant sein. „Wir nehmen nichts auf die Schippe“, sagt Regener. „Nicht die Freude der Menschen am Alarm, nicht das Verhalten von Bürgermeistern in Zeiten, die nach Alarm verlangen.“ Den Bürgermeister und seine Berater lassen die Autoren verschiedene Verfahren entwickeln: Zunächst sollen die Bürger „positiv“ davon abgehalten werden, in den Müggelsee zu gehen – durch Freibier, Streichelzoo, Pantomime und Hütchenspielen.

Das gelingt natürlich nicht. So muss der Bürgermeister Hai-Alarm ausrufen. Die Folgen: Der Wutbürger lässt nicht lange auf sich warten. „Wir erzählen über Deutsche“, sagt Haußmann. Regener meint: „Wir fiedeln das Thema Hai durch die kommunalpolitischen Möglichkeiten durch.“

Für ihren Low-Budget-Klamauk konnten sie Benno Fürmann, Tom Schilling, Detlev Buck und Sven Dag Berlin gewinnen. Einen der weiblichen Parts übernimmt Haußmanns Freundin Annika Kuhl. Ob die Friedrichshagener den Hai am Ende erledigen, wollten die Autoren nicht verraten. Der Film kommt im März 2013 in die Kinos.

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